Mit einem schnellen Internet-Anschluss sind inzwischen viele gut bezahlte Jobs in greifbare Nähe gerückt, ohne dass man dafür etwa nach Erlangen, Nürnberg oder München ziehen muss. Ist das eigene Haus direkt ans Glasfasernetz angeschlossen, ist man auch in ländlichen Regionen nur einen Klick weit weg von der Großstadt. Das weiß auch Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer: „Ein Glasfaseranschluss in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wird schon bald so wichtig sein wie der Zugang zu Strom, Wasser und Gas.“
Den Glasfaseranschluss im Haus gibt es anfangs kostenlos - später kostet er rund 800 Euro
Seit Montagabend ist es amtlich: 1600 Haushalte in Ebermannstadt können bis 2024 Glasfaser bis in die eigenen vier Wände verlegen lassen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen auch einen Vertrag bei einem Glasfaseranbieter abschließen. Dann wird der Anschluss sogar gratis verlegt - ein späterer Anschluss kostet fast 800 Euro.
Verlegt werden die Hausanschlüsse von Glasfaser-Plus. Die Firma ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und IFM Investors, einem australischen Fondsverwalter, der im Eigentum von Pensionskassen steht und global Pensionsgelder in Infrastrukturunternehmen anlegt. Am Montagabend wurde ein entsprechender Vertrag zwischen dem Unternehmen und der Stadt Ebermannstadt unterzeichnet. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 5,8 Millionen Euro. Einen Teil übernimmt das Unternehmen. Zudem wird es vom Freistaat Bayern gefördert.
Ebermannstadt baut sei Jahren an seinem Breitbandnetz
Bereits in den vergangenen Jahren wurde in Ebermannstadt und den Ortsteilen Glasfaser verlegt – zunächst aber nur bis zum Verteilerkasten. Die Kommune konnte dafür zahlreiche Fördermittel einwerben. „Die Anschlüsse sind durch diese Maßnahmen schon deutlich schneller geworden“, sagt Geschäftsstellenleiter Andreas Kirchner, der bei der Stadt auch für den Breitbandausbau zuständig ist.
Doch vom Verteilerkasten laufen die Datenpakete bislang weiter über die alten Kupferkabel. Laut Kirchner bekommen jetzt 85 Prozent der Ebermannstadter Haushalte die Möglichkeit, die Glasfaserkabel bis ins Haus verlegen zu lassen. Theoretisch sind damit Verbindungsgeschwindigkeiten von einem Gigabit möglich. Zusammen mit den Haushalten, die über das Netz von Kabel Deutschland ins Internet gehen, haben dann 95 Prozent der Ebermannstadter schnelles Internet – mit einer garantierten Bandbreite von 100 Megabit, wie Kirchner erläutert. Gewerbetreibenden werden sogar 200 Megabit im Up- wie im Download garantiert.
Kirchner sieht für die neuen Anschlüsse auch eine hohe Nachfrage. „Wenn Menschen hier ein Haus kaufen wollen“, sagt er, „erkundigen sie sich bei uns, wie schnell das Internet hier ist.“ Für ihn ein klares Anzeichen, dass schnelles Internet im Ort auch den Wert der Immobilien steigert und die Kommune attraktiv für junge Familien macht. Das schnelle Internet werde aber auch von den Unternehmen vor Ort erwartet.
Über die Gigabit-Richtlinie bekommt die Stadt viele Fördergelder für den Glasfaserausbau
Gefördert wird das Projekt nach der Bayerischen Gigabit-Richtlinie. Das Programm wurde eigens für den ländlichen Raum aufgelegt. Dort sei laut dem Bayrischen Breitbandzentrum „der Aufbau einer flächendeckenden gigabitfähigen Infrastruktur wegen geringerer Wirtschaftlichkeit bei Ausbau und Betrieb ohne Förderung kaum zu leisten“.
Wer einen entsprechenden Hausanschluss möchte, muss bei einem Internet-Provider lediglich einen entsprechenden Tarif buchen. Den Rest klären dann die Ausbaufirma Glasfaser-Plus und der Provider untereinander. Telekom-Kunden können sich bereits vormerken lassen unter: telekom.de/highspeed-interesse.
Das Unternehmen sichert zu, dass das Verlegen der Anschlüsse nicht an Vermarktungsquoten gebunden sei. Wer das Turbo-Internet will, soll es wohl auch sicher bekommen.
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