Das Getreide ist geerntet, doch wie fällt die Erntebilanz der Landwirte im Landkreis Forchheim dazu aus? Der oberfränkische Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Hermann Greif aus Pinzberg, sowie weitere Landwirte ziehen ein erstes Fazit für dieses Jahr.
Ernte 2025: Fazit der Landwirte im Landkreis Forchheim
„Das Erntejahr 2025 ist für die Landwirte im Landkreis Forchheim wieder eine große Herausforderung“, sagt Greif. Die Herbstaussaat 2024 war durch Niederschläge und schlechte Befahrbarkeit der Böden gekennzeichnet. Die letzten auskömmlichen Niederschläge kamen dann im Januar. „Ab dem Februar bis zum Anfang Juli gab es dann eine Trockenheit, die wir so noch nicht oft erlebt haben“, blickt Greif zurück.
Im März hatte es dann gerade drei Liter auf den Quadratmeter geregnet. Im April, Mai und Juni ist der Regen kaum in den Boden eingedrungen, sondern meistens verdunstet. Gerade in der Zeit, in der die Pflanzen für das Wachstum immer wieder Wasser brauchen, gab es kaum Regen.
Fränkische Schweiz: Wenigstens die Kirschbauern hatten eine ordentliche Ernte
Für viele war das besonders deutlich an den Wiesen zu sehen, bei denen der zweite Schnitt fast ausgefallen ist. Durch kühle und trockene Witterung bis zum Mai hatte der erste Schnitt schon etwa ein Drittel weniger Ertrag. In dieser Zeit sähen die Landwirte auch den Mais. Auch hier fehlte es über mehrere Monate am Wasser. Man sieht in großen Teilen des Landkreises Defizite beim Längenwachstum.
„Unsere Kirschenbauern hatten nach einigen Frühfrösten aber eine dann wenigstens trockene Ernte“, was immerhin erfreulich sei, meint Greif. Die ersten Getreide waren dann sehr schnell reif, manche gingen sogar in die Notreife. Wintergerste konnte die Erwartungen der Landwirte noch am ehesten befriedigen. Beim Raps fehlte die Menge, aber die Ölgehalte waren in Ordnung.
Bei der Getreideernte zu viel Regen
Pünktlich zur Ernte von Weizen, Roggen, Triticale, Hafer und Braugerste hat es dann beinahe vier Wochen geregnet und die Bauern konnten nicht ernten. Gerade in dieser Zeit, in der das Getreide erntereif ist, ist jeder Regentag schädlich für die Qualität. Das Getreide leitet durch die permanente Feuchtigkeit den Keimungsprozess ein. Die inneren Qualitätswerte sinken von Tag zu Tag.
Aus Qualitätsgetreide, das für die menschliche Ernährung erzeugt wird, sei es als Semmel, Brot oder Bier, wird in kurzer Zeit Futtergetreide, das nur noch zur Tierernährung taugt. Zu den heuer sowieso niedrigen Preisen und der ertragsschwachen Ernte kommt dann auch noch ein erheblicher Preisverlust durch die schlechte Qualität hinzu. „Für unsere Wiesen war der Regen Rettung in letzter Minute“, fährt Greif fort. In den nächsten Tagen können die Landwirte wenigstens einen ordentlichen dritten Schnitt erzielen. Für die Äpfel und Birnen kam der Regen ebenfalls noch rechtzeitig. Kartoffelbauern, die beregnen konnten, erwarten eine gute Ernte, alle anderen werden Abstriche machen müssen.
Klimawandel bereitet „meisten Baumarten riesige Probleme“
Für den Wald war die Trockenheit wieder eine große Herausforderung und der Juliregen ein Segen. „Trotzdem bereitet der Klimawandel hier unseren meisten Baumarten riesige Probleme, einige werden es nicht überleben“, fürchtet Greif. „Unsere Tierhalter werden heuer ihre Wintervorräte dringend benötigen. Ein weiteres Jahr in dieser Dramatik wäre wohl eine riesige Herausforderung“, betont der oberfränkische „Oberbauer“. Trotz aller dieser Schwierigkeiten werde das wohl keine Auswirkung auf die Verbraucherpreise haben: „Wie gesagt sind unsere Preise seit Monaten im Fallen.“
Auch in ganz Deutschland gehe man von einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte aus, die Qualitäten haben aber nicht so stark gelitten. Die Weltmärkte sind zurzeit preisstabil. Preissteigerungen haben ihre Ursache außerhalb der Landwirtschaft. „Unsere Bäuerinnen und Bauern hoffen auf ein wettermäßig besseres Jahr 2026“, schließt Greif.
Und wie steht es um die Ernte der Braugerste?
Landwirt Martin Schmitt aus Oberehrenbach erklärt, dass ein großer Teil der Juli-Niederschläge – besser über das Jahr verteilt – zu einer Top-Ernte geführt hätte. Für Biobauer Thorsten Hofmann aus dem Gößweinsteiner Ortsteil Unterailsfeld, der Biobraugerste für die Klosterbrauerei Weißenohe anbaut, war die Ernte der Braugerste trotz des wenigen Regens überraschend gut und die Qualität auch. Die Braugerste, die dann erst nach dem Regen zeitig war, wies Probleme auf, da diese schon ausgewachsen und angekeimt war und somit nicht mehr zum Bierbrauen verwendet werden konnte.














