Die Maisernte ist nun beendet. Mit fünf großen Maishäckslern sind der landwirtschaftliche Dienstleister Uwe Krämer und seine Mitarbeiter unterwegs, ernten die Felder von fünfzig Kunden im Landkreis bis zu vierzig Kilometer Umkreis und dann noch die Felder etlicher Kunden in Thüringen.
Versteckte Metallstangen im Maisfeld richten bei Erntemaschinen immer wieder große Schäden an. Vorfälle gab es vereinzelt, aber glücklicherweise nicht bei ihm. Ganz schlimm war es vor drei Jahren, als Sabotage im Maisfeld so richtig aktuell war. Betroffen waren „bekannte Kollegen“. Und es gibt auch natürliche Fremdkörper, wie Steine.
Schutz gefunden
„Es wurde versucht, eine Lösung zu finden“, sagt Krämer. „Zum Schutz von Mensch und Maschine und um Sabotage und natürlichen Fremdkörpern entgegenwirken zu können.“
Deshalb hatte das Fraunhofer-Institut mit der Hochschule in Triesdorf eine Technologie entwickelt, die mithilfe von Röntgenstrahlen Fremdkörper erkennen kann. Auch wenn er bislang überhaupt keine dieser Vorfälle erlebt hatte, appelliert Uwe Krämer dafür, die vielversprechende Röntgengentechnologie für Maishäcksler weiterzuentwickeln. Mit seinem Appell war der Gräfenberger Dienstleister in Bayerischen Fernsehen „Unser Land – Sabotage im Maisfeld“ zu sehen und auch auf BR zu sehen.
Bedauerlicher Stillstand
Denn bei der Entwicklung gebe es derzeit leider einen Stillstand, bedauert Krämer. „Es geht nun darum, das so weit zu bringen, dass es praxisnah wird“, sagt Krämer. Er würde seine Maschinen sofort nachrüsten. Doch dazu müssten sich auch die Hersteller zur neuen Technologie bekennen und diese fördern. „Diese Technologie wäre es wert, weiterentwickelt zu werden. Es würde große Schäden vermeiden“, betont Krämer. Maschinenschäden, die schnell bis zu 50 000 Euro ausmachen und das, obwohl die Maishäcksler mit dem Metalldetektor durchaus eine Schutzvorrichtung haben.
Bei den vermehrten Anschlägen vor drei Jahren, waren vorsätzlich Fremdkörper, Metalle, in den Maisfeldern versteckt worden. Der Metalldetektor reagiert auf alles, was magnetisch ist, der Häcksler stoppt. „Doch Fremdkörper, die nicht magnetisch sind wie Edelstahl oder Kupfer, kommen in das Gerät, in die Trommeln“, sagt Krämer.
Diese sind mit 1500 Umdrehungen in Bewegung, die Messer brechen ab, gelangen in die anderen Messer, eine Kettenreaktion beginnt. „Die Maschine zerlegt sich und die Metallteile fliegen mit dem Mais zum Turm heraus“, schildert Krämer. Menschen, die bei der Ernte ungünstig stehen, könnten von den mit Wucht herausschleudernden Metallteilen getroffenen werden, vom finanziellen Maschinenschaden abgesehen.
Die Gründe für diese Maisfeldsabotagen sind vielfältig. Manche sind Gegner von Maisanbau, andere sabotieren aus Konkurrenzdenken. „Es sind Leute, die schaden wollen“, sagt Krämer. Und Leute, die dafür sehr erfinderisch geworden waren. Sie banden nicht nur viele Edelstahlstäbe an die Maispflanzen in sämtlichen Reihen an, sondern malten die Edelstahlstäbe auch noch grün an, damit sie nicht auffielen.
„Es musste Reihe für Reihe abgelaufen werden“, sagt Krämer. Die neu entwickelte Röntgentechnologie könne die Dichte des Materials erfassen. „Alles, was eine höhere Dichte als Mais hat“, sagt Krämer. Somit könne das Gerät auch Steine erfassen. Beim Ernten der Maisfelder mit den großen Häckslern ist ihm auch noch nie ein Fremdkörper in die Maschine gekommen.
Unfallfreie Ernte
Aber beim Häckseln der Grassilage. „Da kam es zu einem Schaden durch einen Heuwenderzinken“, erinnert sich Krämer, der selbst auf dem Häcksler gesessen hatte. Ihm oder anderen war glücklicherweise nichts passiert. Aber die Maschine war kaputt. Der Schaden entstanden durch technisches Versagen. Der Detektor erkannte den Heuwenderzinken nicht, der dann für die Kettenreaktion verantwortlich war. Die diesjährige Ernte konnten Krämer und seine Mitarbeiter unfallfrei beenden. Trotzdem würde mit der neuen Technologie Schaden von vornherein abgewendet werden.
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