Die Internetverbindungen in den Gemeinden des Landkreises Forchheim sind eher mittelmäßig. Dies scheint zumindest aus dem Heimatmonitor, der großen Leserumfrage des Fränkischen Tags, hervorzugehen. Mit durchschnittlich 5,33 von 10 Punkten bewerteten die Teilnehmer den Internetausbau in ihrer Heimatgemeinde. Leicht besser mit einem Wert von 5,91 fiel die Abstimmung für die mobile Netzabdeckung aus.
Tatsächlich gab es jedoch durchaus Gemeinden, in denen die Bewertung deutlich besser ausfiel – etwa in Hetzles. Hier haben die Teilnehmer für den Breitbandausbau satte 9,8 Punkte vergeben. Und mit 8,3 Punkten scheint auch die Zufriedenheit mit dem Mobilfunknetz in der Kommune überraschend hoch zu sein.
Und tatsächlich können hier laut dem sogenannten Breitbandatlas des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr rund 76 Prozent der Haushalte auf eine Breitbandverfügbarkeit von mindestens 100 Mbit pro Sekunde zugreifen. Ein Spitzenwert ist dies jedoch keinesfalls. So verfügen laut Ministerium zahlreiche Gemeinden in der Region über ein deutlich schnelleres Netz.
Kirchenehrenbach hat das beste Netz
Wirklicher Spitzenreiter in der Region ist die Gemeine Kirchehrenbach. Hier können 92,65 Prozent der Bewohner mit mindestens der zehnfachen Geschwindigkeit surfen. Platz zwei belegt die Kreisstadt Forchheim mit 91,88 Prozent. Darauf folgen Weilersbach mit 81,03 Prozent und Heroldsbach mit 77,36 Prozent. In Hetzles hingegen können lediglich 9,07 Prozent der Bewohner auf ähnliche Geschwindigkeiten hoffen.
Allein im Gemeindeteil Honings sowie im Kirschgraben ist der Breitbandausbau laut dem Ministerium entsprechend vorangeschritten. Damit liegt die Gemeinde tatsächlich sogar unterhalb des Landkreis-Schnitts.
Geht es nach selbigem, so verfügen in der Region rund 43,73 Prozent der Haushalte über einen Breitbandanschluss mit 1000 Mbit pro Sekunde oder mehr. 88,67 Prozent besitzen einen Zugang mit mindestens 100 Mbit. Die Daten belegen aber auch, dass die genügsamen Bewohner von Hetzles nicht die mieseste Internetverbindung haben.
Schwächstes Netz im Landkreis
Das schwächste Netz gibt es laut Breitbandatlas mit Abstand im Süden des Landkreises. So sollen im Gemeindegebiet von Kleinsendelbach nur 13,51 Prozent der Haushalte über eine Internetverbindung verfügen, die eine Geschwindigkeit von 1000 Mbit pro Sekunde oder mehr zulässt – die meisten davon im Ortsteil Schellenberg.
86 Prozent der Anschlüsse in der Kommune erreichen jedoch nicht einmal 100 Mbit. Während in Steinbach zahlreiche Anschlüsse zumindest die Hälfte dieser Geschwindigkeit erreichen, sind die Internetverbindungen in Kleinsendelbach selbst großteils deutlich schwächer. Hier gibt es also noch klar Nachholbedarf.
Ein Drittel unter 30 Mbit
Tatsächlich ist gut ein Drittel der Anschlüsse im gesamten Gemeindebereich von Kleinsendelbach zu schwach, um eine Geschwindigkeit von 30 Mbit pro Sekunde zu ermöglichen. Die meisten davon liegen im Kernort Kleinsendelbach selbst. Landkreisweit verfügen nur 4,4 Prozent aller Haushalte über ein solch schwaches Netz.
Das zweitlangsamste Netz ist laut Breitbandatlas im Gemeindegebiet von Unterleinleiter zu finden. Anschlüsse von 1000 Mbit pro Sekunde sucht man hier bislang vergeblich. Dafür verfügen 92, 91 Prozent der Bewohner der Kommune mindestens über eine Breitbandverbindung von 50 Mbit.
Damit auch die Unterleinleiterer künftig mit Highspeed surfen können, soll es bald aber rund 1,8 Millionen Euro vom Freistaat geben, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Büro von Forchheims Landtagsabgeordnetem Michael Hofmann (CSU) heißt. 4,5 Millionen Euro sollen zudem in den Netzausbau in der Stadt Ebermannstadt fließen.
Notwendigkeit des Fortschritts erkannt
„Das ist eine wuchtige und wichtige Unterstützung für den Glasfaserausbau“, erklärt Hofmann. Ebermannstadt und Unterleinleiter hätten den Fortschritt im Blick und die Notwendigkeit eines schnellen und sicheren Internetzugangs erkannt. Dies spreche für die Weitsicht der zuständigen Stadt- und Gemeinderäte, die sich für den Netzausbau entschieden hätten.
„Wer sich am bayerischen Breitband-Förderprogramm beteiligt, dem winken Förderquoten zwischen 80 und 90 Prozent je Gemeinde. Deswegen sind die Summen, mit denen Ebermannstadt und Unterleinleiter unterstützt werden, auch so hoch“, erläutert der Abgeordnete. Möglich ist dies dank des seit 2020 laufenden Förderverfahren im Rahmen der „Bayerischen Gigabitrichtlinie“.
Im ländlichen Raum sei der Aufbau einer flächendeckenden gigabitfähigen Infrastruktur wegen geringerer Wirtschaftlichkeit ohne Förderung kaum zu leisten. Das bayerische Programm sei diesbezüglich einzigartig in Deutschland und unterstütze gezielt bei der Versorgung, wo kein eigenwirtschaftlicher Ausbau stattfindet.
Während Breitband in irgendeiner Form zumindest in allen Teilen des Landkreises vorhanden ist, gibt es beim Mobilfunk jedoch noch einige Weiße Flecken. Gerade im Norden Wichsensteins sowie um Allersdorf, aber auch bei Hundshaupten und Eschlipp ist bestenfalls das veraltete 2G-Netz verfügbar.
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