„Ab nächstem Sommer wird Kunreuth einmal umgegraben.“ Das kündigte Andreas Zapf von der Deutschen Telekom AG während der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Der Franke aus dem benachbarten Igensdorf war auf Einladung von Bürgermeister Ernst Strian (DEM) gekommen, um die Gemeinderäte über den im nächsten Jahr beginnenden Glasfaserausbau in Kunreuth zu informieren. Dabei soll das schnelle Internet bis in jedes der 250 Kunreuther Häuser mit seinen 380 Haushalten verlegt werden. Und zwar kostenlos für die Gemeinde und alle Anschlussteilnehmer, die das auch möchten. Dies gilt jedoch nur für den Hauptort Kunreuth, nicht für die Ortsteile Ermreus, Weingarts und Regensberg. Denn die Telekom könne sich laut Zapf aktuell nur einen kostenlosen Ausbau für den Ort Kunreuth leisten.
Der Hauptgrund dafür: Die Baupreise seien in letzter Zeit dermaßen explodiert, dass sich eigentlich auch ein Ausbau in Kunreuth nicht rechnen würde und erst in 20 Jahren das erste gewinnbringende Geld der Anschlusskunden eingehe. Was die Telekom vor einem Jahr schon angekündigt hat, hält sie nun aber auch durch. Und zwar mit Hilfe der Firma „Glasfaser-Plus“, die ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom ist und IFM Investors, einem Anbieter von Wertpapierdienstleistungen.
Zapf betonte, dass in Kunreuth im nächsten Jahr durch die Firma Glasfaser Plus ein eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau ohne Vertrag erfolge. Nach dem Telekommunikationsgesetz habe die Telekom auch ohne Zustimmung der Gemeinde das Recht, im öffentlichen Grund zu bauen.
Leitung in 45 Zentimeter Tiefe
Die Glasfaserleitung werde auch nicht mehr so tief verlegt wie früher die Kupferleitungen mit mindestens 60 Zentimeter Tiefe. Nun ist nur noch ein kleiner Graben mit 15 Zentimeter Breite und 45 Zentimeter Tiefe erforderlich, den ein spezieller Löffelbagger ausheben könne. „Wir versuchen immer im Gehweg zu verlegen, denn in den Straßen bringt das nur Probleme“, betonte Zapf. In jedes Gebäude muss dann auch ein neues Röhrchen, etwa so dick wie ein kleiner Finger, verlegt werden. Dafür müsse jedoch das Einverständnis der Hausbesitzer in Form eines Gestattungsvertrags vorher eingeholt werden.
Der Wunsch der Telekom sei natürlich, dass der Hausanschluss in Verbindung mit einem Produktvertrag erfolgen kann. Aber selbst wenn nur zehn Prozent mitmachen, wir bauen auf jeden Fall, das ist heute offiziell“, betonte Zapf. Wenn jemand erst später anschließen will, zahlt er 800 Euro, wenn gleich „keinen müden Cent“. Um Ermreus, Weingarts und Regensberg ebenfalls mit Glasfaser auszubauen, empfahl Zapf, über das seit etwa drei Wochen neu aufgelegte Bundesförderprogramm nachzudenken.
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