„Wir sind heilfroh, dass das weitergeht. Für die Gemeinde ist der Laden auf jeden Fall eine Bereicherung“, sagt Bürgermeister Steffen Lipfert und trägt schnell noch ein paar Pflanzen aus dem Lager in den Verkaufsraum des Blumenladens „Aufgeblüht“ in Wannbach. Denn Kathrin Redel und Sabine Prütting bereiten gerade alles für die Neueröffnung am 10. Februar vor.
Um acht Uhr früh wird der Blumenladen in Wannbach eröffnet. Die beiden Floristinnen haben bereits vorher im Laden gearbeitet. „Für uns war es überraschend, dass der geschlossen wurde“, merkt Lipfert an. „Herr Hofmann hat das Geschäft in Wannbach zum 31.12. geschlossen und hat nur noch seinen Laden in Forchheim“, antwortet Kathrin Redel und erzählt, dass sie und Sabine Prütting dann die Wahl gehabt hätten, sich irgendwo anders eine Arbeit zu suchen oder arbeitslos zu sein: „Oder wir konnten das Thema selbst in die Hand nehmen und den Laden selbst führen. Und dafür haben wir uns letztendlich entschieden.“
Schritt zum eigenen Laden erfordert Mut
Das war gar nicht so einfach. „Wir haben schon ein wenig gebraucht, bis wir uns durchgerungen hatten“, gibt Prütting zu, die von Redel angestellt wurde. „Aber wir kennen uns ja schon seit der Ausbildung und haben die letzten drei Jahre gut hier im Laden zusammengearbeitet“, fügt Prütting hinzu. Sie ist gelernte Floristin und hat in verschiedenen Blumenläden gearbeitet. In dem in Ebermannstadt war sie dann sogar die Schwangerschaftsvertretung für Redel.
„Ich finde es toll, dass der Mut und der Ehrgeiz da ist, in der heutigen Zeit einen Laden zu eröffnen“, sagt Lipfert. Kathrin Redel hat diesen Mut aufgebracht, gibt aber zu, dass sehr viel mehr als nur das Verkaufen von Blumen zu leisten ist: „Die Finanzen, der Einkauf oder die Buchhaltung. Das sind nur einige der Dinge. Und man hofft, dass genügend umgesetzt wird, damit sich der Laden trägt.“ Ihre Familien stehen hinter den starken Frauen und helfen mit, wo sie können. „Es ist doch wirklich schade, wenn die kleinen Läden aussterben. Und ich finde, dass der Blumenladen einfach nach Wannbach gehört“, sagt Redel.
Dass sie Gärtnerin und Floristin wurde, sei Schuld ihrer Mutter. „Sie sagte mir, ich solle das lernen. Ich muss sagen, sie hatte recht. Das ist für mich eine Berufung“, verrät Redel. Bei Prütting war das anders: „Mein Papa wollte, dass ich ins Büro gehe. Das wollte ich aber nicht.“ Bereits als Kind hatte sie im Garten Beete angelegt. „Ich wollte kreativ sein. Das muss man als Floristin auch sein“, fügt sie hinzu.
Blumenladen Wannbach setzt auf Handgemachtes
Die Trends verändern sich ständig. Die beiden Floristinnen informieren sich bei Messen oder im Internet. Ihre Produkte versuchen sie regional zu bekommen. Gestecke oder Kränze machen sie selbst. „Das dauert natürlich länger als maschinell gefertigt und kostet deshalb ein wenig mehr“, erklärt Redel.
Das Angebot im Laden wird bleiben wie bisher: Schnittblumen, Topfpflanzen, Dekoartikel, Freiland- oder Gemüsepflanzen. „Wir wollen die Kunden mit kreativen Ideen überraschen“, sagt Redel und muss lachen: „Viele Kunden denken, dass bei uns zu Hause auch so viel dekoriert ist wie im Laden. Aber so ist das nicht.“ Die beiden Unternehmerinnen statten auch Feierlichkeiten mit Blumenschmuck aus. „Schön ist in so einem Laden auch, dass es menschlich zugeht und man sich mit seinen Kunden unterhalten kann“, erzählt die Floristin und fängt gleich an, einen Kranz für die Neueröffnung zu binden. Denn es gibt noch viel im Laden zu tun.
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