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„Femme Founders“
Dieses Netzwerk bringt Forchheimer Gründerinnen zusammen
Jennifer Martiné und Jaqueline Stamos von den Femme Founders ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Jennifer Martiné (links) und Jaqueline Stamos von den „Femme Founders“ in Forchheim // Femme Founders
Forchheim – Noch immer wagen weniger Frauen als Männer den Schritt in die Selbstständigkeit. Woran das liegt und wie die Gründerinnen von „Femme Founders“ mit ihrem Netzwerk anderen Frauen Mut machen wollen.

Kann ich auf die Sicherheit meines Angestelltenverhältnisses verzichten? Wie bekomme ich Familie und Arbeit unter einen Hut? Und, wie geht das eigentlich „Gründen“? Das sind nur einige der Fragen, die Frauen vor dem Schritt in die Selbstständigkeit umtreiben.

Wie schön wäre es, auf diesem Weg nicht allein zu sein und von den Erfahrungen anderer zu profitieren? Das haben sich Jennifer Martiné und Jaqueline Stamos aus Forchheim gedacht und ein Netzwerk für selbstständige Frauen ins Leben gerufen. Bei den „Femme Founders“ treffen sich regelmäßig Gründerinnen aus der Region, um sich über Business-Themen auszutauschen und zu netzwerken.

Erfahrungen über das Gründen teilen

Die Initiatorinnen sind selbst erst seit wenigen Jahren selbstständig und kennen daher die Hürden. Stamos – die ursprünglich aus Berlin stammt – ist vor eineinhalb Jahren als Finanzberaterin mit Schwerpunkt auf Frauen und Familie in die Teilselbstständigkeit gestartet. „Ich habe mich bewusst auf das Thema Frauen spezialisiert, weil ich da eine sehr große Lücke sehe“, erklärt sie. Aufgrund der großen Nachfrage habe sie nach einem halben Jahr ihr Angestelltenverhältnis aufgegeben.

Martiné ist teilselbstständig. Als virtuelle Assistenz unterstützt sie ihre Kunden im Hintergrund bei allgemeinen Aufgaben, begleitet aber auch bei Messen. Zudem betreibt sie Empfehlungsmarketing. Gleichzeitig arbeitet sie als Angestellte im Vertrieb. 

Selbständige Frauen in Forchheim vernetzen

„Die Idee kam eigentlich schon vor zwei Jahren“, erklärt Martiné. In Forchheim gebe es viele selbstständige Frauen, denen meist die gleichen Fragen und Herausforderungen begegnen würden. Diese wollten die beiden „Femme Founders“-Initiatorinnen zusammenbringen. Für das erste Treffen im Dezember 2022 habe es direkt über 30 Anmeldungen gegeben.

„Wir hätten nie damit gerechnet, dass so viele Frauen wirklich den Bedarf an so einem Netzwerk haben“, sagt Martiné. Manche Teilnehmerinnen kämen seitdem regelmäßig, doch auch neue Gesichter seien immer wieder dabei. Laut Stamos sind im Netzwerk so ziemlich alle Branchen vertreten –  von der Sängerin über die Physiotherapeutin bis zur Gärtnerin. Manche Frauen hätten ihr Business vor Ort in Forchheim und Umgebung, andere seien im Online-Bereich, zum Beispiel im Coaching, tätig.

„Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland“, erzählt Stamos. Daher gebe es in diesem Jahr neben den Treffen in Forchheim auch Online-Veranstaltungen. Für die Netzwerktreffen überlegen sich die beiden Gründerinnen immer etwas Neues. Mal gebe es einen Vortrag zu einem bestimmten Thema, mal stehe der Austausch untereinander im Fokus. „Wir haben auch schon mal ein Speed-Dating gemacht, um ein bisschen zu wechseln, dass nicht immer die gleichen Tische zusammensitzen“, erzählt Martiné.

Worum es dagegen nicht gehe, sei Werbung für die eigenen Produkte und Dienstleistungen. Verkaufsveranstaltungen gebe es genug in der Region. Stattdessen sollen im Netzwerk Geschäftsbeziehungen und Freundschaften auf einer ganz anderen Ebene entstehen. „Männer schaffen es ja relativ gut, sich auch mal untereinander Aufträge zuzuschieben, und wenn ich jetzt eine Dienstleistung oder ein Produkt suche, dann schaue ich auch erstmal im Netzwerk“, erklärt Stamos.

Warum gründen weniger Frauen als Männer?

Bis heute wagen deutlich weniger Frauen als Männer den Schritt in die Selbstständigkeit. Laut dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lag der Anteil von Unternehmensgründungen durch Frauen im Jahr 2022 in Deutschland bei 37 Prozent.

„Der Wunsch zu gründen ist größer denn je“, sagt Stamos. Das größte Hindernis ist aus ihrer Sicht allerdings die Kinderbetreuung. „Das Thema Betreuung und der Druck auf die Frau – Kind und Frau gehört zusammen – hält viele Frauen davon ab, zu gründen“ erklärt Stamos. Zudem sei nicht jeder Partner überzeugt, wenn die Frau das sichere Arbeitsverhältnis aufgeben wolle. Doch auch hier könne das Netzwerk unterstützen und Mut machen.

 „Wir haben tatsächlich auch ganz viele Mütter in der Runde, die einfach Gleichgesinnte suchen, und fragen: Wie macht ihr das eigentlich mit so einem kleinen Wurm zu Hause oder zwei“, sagt Stamos. Eine Herausforderung, die auch die beiden Initiatorinnen kennen. „Wir haben das Glück, dass unsere Männer uns da so gut unterstützen“, betont Martiné.

Bei den „Femme Founders“ sind auch Frauen willkommen, die noch nicht selbstständig sind, aber eine Idee haben oder kurz vor der Gründung stehen. Außerdem gebe es unter den Teilnehmerinnen auch zwei Angestellte, die gar nicht gründen möchten. „Sie kommen, weil sie diese positive Aura von Frauen wollen“, erklärt Stamos.

Das Konzept der „Femme Founders“ kommt gut an. So gut, dass sich in Strullendorf im Landkreis Bamberg vermutlich bald ein ähnliches Netzwerk gründet.

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