Für ihre flauschigen Lieblinge müssen Menschen in ganz Deutschland jährlich jede Menge Geld in die Hand nehmen. Ob für Futter, Tierzubehör oder für den Tierarzt. Neben den genannten Faktoren dürfen Hundebesitzer dazu noch eine nicht immer kleine Summe an ihren Wohnort zahlen, die Hundesteuer. Ebendiese Hundesteuer will die Stadt Forchheim im kommenden Jahr zum ersten Mal seit zwölf Jahren erhöhen.
Hundesteuer in Forchheim: Erhöhung ab 2025
Erhöht wird die Hundesteuer in Forchheim künftig auf 100 Euro für den ersten Hund. Für den zweiten Hund sind es sogar 120 Euro. Damit kommt auf Forchheimer Hundebesitzer im kommenden Jahr eine Erhöhung von 20 Euro pro Hund zu, wenn der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung denn zustimmt.
Die Stadtverwaltung selbst rechtfertigt die kommende Anpassung mit gestiegenen Kosten der Stadt Forchheim. So seien etwa die Kosten für die Straßen- und Gehwegreinigung deutlich gestiegen, heißt es in den Sitzungsunterlagen für die kommende Finanzausschusssitzung am Mittwoch, 13. November 2024.
Ebenfalls soll die Erhöhung den Anschaffungspreis für Hundekotbeutel und dessen Spender im Stadtgebiet ausgleichen. Insgesamt errechnet sich die Stadt damit einen Mehrbetrag von rund 30.000 Euro. Eine nette Summe in Anbetracht des weiter aufklaffenden Haushaltsloches in der Forchheimer Stadtkasse – sicherlich ein weiterer Grund für die erste Erhöhung seit inzwischen zwölf Jahren.
Finanzausschuss: Erhöhung geht nicht weit genug
Forchheims Entscheidungsträger gehen schlussendlich sogar noch einen Schritt weiter als die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung von jeweils 20 Euro. So machen sich in der ersten Entscheidungssitzung im Forchheimer Finanzausschuss schnell Stimmen für eine noch größere Erhöhung der Hundesteuer breit, vor allem unter dem Gesicht der Inflation der vergangenen Jahre.
So entscheidet schon der Finanzausschuss mit nur einer einzigen Gegenstimme für eine Erhöhung um jeweils sogar 30 Euro. Damit steigt der Steuerbetrag für einen Hund von 80 auf 110 Euro. Jeder weitere Vierbeiner kostet dann nochmals 20 Euro mehr. Dieser Entscheidung muss nun nur noch der Stadtrat in seiner Sitzung am 26. November zustimmen.
Tierheim Forchheim: „Hunde sind ein Luxus“
Während bei diversen anderen Steuer- und Gebührenerhöhungen gemeckert wird, hält sich zumindest bei einigen Forchheimer Hundefreunden der Aufruhr noch in Grenzen. So etwa beim Tierheim Forchheim. „Eine Erhöhung von 20 Euro, wie jetzt in Forchheim, ist noch ertragbar“, erklärt Tierheim-Vorständin Christine Schneider-Knapp auf Nachfrage der FT-Redaktion. Denn die Kosten für die Hundesteuer seien bei vielen Hundebesitzern nur ein kleiner Kostenfaktor.
Besonders die Kosten für den Tierarzt machen vielen Hundebesitzern das Leben mit ihrem Vierbeiner schwerer. „Beim Tierarzt sind die Kosten extrem gestiegen, viele Besitzer können sich Behandlungskosten von teilweise 3000 Euro einfach nicht leisten“, erklärt Schneider-Knapp. Wer einen Hund halten möchte, sollte sich also nicht nur die Hundesteuer als Kostenfaktor vor Augen halten. „Ein Hund ist einfach ein wenig Luxus“, so Schneider-Knapp.
Landkreis Forchheim: Hundesteuer im Vergleich
Damit baut Forchheim seinen Platz an der Spitze der Hundesteuerpreise im Landkreis weiter aus. Doch die Unterschiede im restlichen Kreis sind hoch. So müssen Hundehalter in Leutenbach beispielsweise nur 40 Euro für ihren Ersthund zahlen, in der Stadt Forchheim mit Beschluss der Änderung mehr als das Doppelte. Diese zum Teil großen Unterschiede liegen daran, dass die jeweiligen Räte vor Ort über Höhe und Ausgestaltung der Steuersätze frei entscheiden können.
Richtig teuer wird es für die Hundehalter in der Regel, wenn sie einen sogenannten Listenhund anmelden. Das betrifft solche Tiere, die als gefährlich eingestuft sind. Auch diese Liste variiert ebenso wie die Höhe der Steuer von Ort zu Ort, in Wiesenthau und Kunreuth werden 400 Euro im Jahr fällig, in Unterleinleiter 1500 Euro. In Forchheim wächst der fällige Betrag ebenfalls um 20 Euro auf gute 820 Euro für jeden Listenhund. Zu diesen Listenhunden gehören in Bayern unter anderem Hunderassen wie Pit Bulls, Bullterrier oder Rottweiler.
Wofür überhaupt Hundesteuer?
Anders als vielleicht vermutet und auch in der Begründung der Stadtverwaltung zuerst suggeriert, wird die Hundesteuer nicht direkt für durch Hunde entstandene Kosten und Reinigungsarbeiten aufgewendet. Die Hundesteuer gilt im Vorhinein lediglich als Abgabe ohne jegliche Gegenleistung. Zumindest in Forchheim wird die Hundesteuer aber zumindest in Teilen dafür genutzt, „die Kosten im allgemeinen Haushalt, die in Zusammenhang mit Hunden stehen, zu relativieren“, heißt es in den Sitzungsunterlagen der Stadt Forchheim.
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