In Forchheim wohnen bleibt im Trend, das ist vermutlich einer der wenigen positiven Ansätze, die man aus der derzeitigen Situation am Forchheimer Wohnungsmarkt ziehen kann. Die Nachfrage nach Wohnraum ist weiter gegeben, es braucht also auch weiterhin neue Wohnanlagen in der Stadt. Allein bei der Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Forchheim (GWS) befinden sich derzeit 600 Personen im Bewerbungsverfahren um eine Wohnung. Umso problematischer ist es, dass der Wohnungsbau in der Königsstadt augenscheinlich erlahmt ist.
Dabei war Forchheim in den vergangenen Jahren auf einem konstanten Weg der Besserung, was die Bekämpfung von Wohnraummangel angeht. 2022 etwa waren in Forchheim noch acht Wohnbauprojekte aktiv im Bau. Mit dem Philosophenviertel und der Wohnanlage Pointäcker-Süd in Kersbach waren zwei weitere große Wohnbauprojekte zusätzlich in der Planung. Fast drei Jahre später sind die im Bau befindlichen Wohnprojekte abgeschlossen und damit neuer Wohnraum geschaffen, doch es hapert an den Nachfolgeprojekten.
Wohnungen in Forchheim: Das wird aktuell gebaut
Aktuell befindet sich ein größeres Wohnprojekt in Forchheim noch im Bau. In der Konrad-Roth-Straße 12 baut die GWS derzeit ein Wohnhaus mit insgesamt 16 Wohneinheiten. Das soll zum 1. Juni einzugsbereit sein. Ansonsten sieht es mit größeren Wohnprojekten in der Stadt aktuell schwierig aus. So hat die Wohnungsbaugenossenschaft Forchheim (GEWOG) derzeit keine weiteren Neubauten in Arbeit. Auch die Sparkasse Forchheim plant aktuell nach der Fertigstellung der „Statthäuser“ keine weiteren Wohnbaumaßnahmen. Das als Lösung für den Wohnungsmangel in Forchheim geplante Philosophenviertel gilt inzwischen als gescheitert, die Fronten zwischen Stadt und Investor sind verhärtet.
Einzige Wohnhoffnung der Stadt: Die Planungen zum Kersbacher Wohngebiet „Pointäcker-Süd“, das von einem privaten Investor geplant ist, stehen weiterhin. Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser sollen hier entstehen, rund 200 neue Wohneinheiten sind geplant. Wann allerdings mit einem Baustart und einer Fertigstellung gerechnet werden kann, bleibt abzuwarten, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Bisher wurde mit einem ersten Einzugstermin für Mitte/Ende 2027 geplant.
Warum hakt es also beim Wohnneubau weiterhin?
Bauen in Forchheim: Kein Geld und zu viele Regelungen
„Für Neubauprojekte fehlt uns schon seit einer Weile die Planungssicherheit“, erklärt Loreen Klauß, Vorständin der GEWOG. Besonders Entscheidungen auf Bundesebene hätten es den Bauträgern in den vergangenen Jahren keineswegs leichter gemacht. „Viele Gesetzgebungen machen uns den Bau einfach schwer“, erzählt sie weiter.
Während man diese Probleme vielleicht durch intensivere Planungen noch bestmöglich überstehen kann, bekommen die Bauträger in Forchheim und ganz Bayern gerade noch ein weiteres Problem: Es gibt kein Geld mehr. Denn die Fördertöpfe für den sozialen Wohnbau sind bereits komplett ausgelaugt. Vor einigen Jahren hätte das hauptsächlich Bauträger betroffen, die sich vorwiegend auf den Bau von kostengünstigen Wohnungen spezialisieren, wie eben die Forchheimer GEWOG oder die GWS.
Deshalb sind keine Fördermittel mehr da
Doch inzwischen beziehen auch immer mehr private Bauträger Geld aus dem Fördertopf. „Das kommt vor allem dadurch, dass das Bauen einfach so unglaublich teuer geworden ist. Dadurch war es auch für andere Träger wirtschaftlich sinnvoll, trotz der strengen Auflagen diese Fördermittel zu beantragen“, erklärt GWS-Geschäftsführer Alexander Dworschak auf Nachfrage der FT-Redaktion. Die meisten dieser privaten Bauträger bauen allerdings kaum bis gar keinen Wohnraum in Forchheim. „Da gehen die Fördermittel dann eher in die größeren Städte“, berichtet auch Loreen Klauß.
Förderstopp in Bayern: So ist Forchheim betroffen
Dass nun ein Förderstopp in ganz Bayern herrscht und keine Gelder mehr ausgeschüttet werden, hat auch sofortige Auswirkungen auf den Forchheimer Wohnungsmarkt. „Mit der Fertigstellung unseres aktuellen Projekts in der Konrad-Roth-Straße wollten wir eigentlich direkt im Anschluss ein weiteres Objekt kernsanieren und aufstocken. Ohne Fördermittel muss das Vorhaben nun nach hinten verschoben werden“, erzählt GWS-Chef Dworschak.
Wohnungsmarkt Forchheim: Sanieren statt neu bauen
Gleichzeitig müssen sich die Forchheimer Wohnungsunternehmen weiterhin viel mit ihren bestehenden Objekten auseinandersetzen. „Wir haben ja auch die Anforderung, unsere Häuser für die Klimaneutralität bis 2040 entsprechend zu sanieren“, erklärt Dworschak weiter. Damit das den Anforderungen entsprechend geschehen kann, brauche es kostenintensive Sanierungsmaßnahmen. „Besonders wenn wieder Fördermittel da sind, wird das ein wichtiger Fokus sein, nicht nur für uns“, erklärt der Geschäftsführer.
Denn das Sanieren von Bestandsgebäuden steht aktuell im Trend. Auch die GEWOG will sich in Forchheim, sobald der Fördertopf wieder gefüllt ist, auf die Bestandsgebäude konzentrieren. Durch Sanierungen soll in der Stadt auch ganz neuer Wohnraum entstehen. So will die Forchheimer Immobilienfamilie Korneli etwa das ehemalige Don-Bosco-Heim großzügig sanieren und zum modernen Wohnkomplex umbauen. Auf knapp 7200 Quadratmetern soll in einem der größten Leerstände der Region wieder Leben einziehen. Wie viele Wohnungen genau entstehen sollen, ist derzeit noch nicht klar.
Wohnen in Forchheim: Grundstücke fehlen
Dass Forchheimer Bestandsgebäude zu Wohnkomplexen umfunktioniert werden, kann – oder muss – auch in Zukunft weitergehen. Denn neben den finanziellen Problemen fehlt es in Forchheim weiterhin an verfügbarem Bauland für große Wohnprojekte. „Das ist auf jeden Fall etwas, womit sich die Stadt in den nächsten Jahren befassen muss, ohne neues Bauland werden neue Wohnungen natürlich auch schwieriger“, erklärt GEWOG-Vorständin Klauß.
Auch die stadteigene GWS wünscht sich von der Stadtverwaltung ein klares Zeichen, was die Baufläche angeht. „Da wäre ein bisschen Tempo schon nicht verkehrt“, meint auch Alexander Dworschak, „Es muss einfach mehr Baurecht, beziehungsweise baufertige Grundstücke hergestellt werden, mit Kanal, Straße und allem drumherum.“ Doch selbst dann wird es wohl noch dauern, bis in Forchheim wieder neue Wohnprojekte gebaut werden können.















