Don-Bosco-Straße 4. Diese Adresse ist vielen Forchheimern in zweifelhafter Erinnerung. In den sanierungsbedürftigen Gebäudekomplex hatte das Landratsamt während der kraftraubenden Corona-Pandemie das Impfzentrum einquartiert. Seit das Ende 2022 wieder geschlossen hat, steht der Megabau aus den Siebzigern leer. Doch das soll nicht mehr allzu lange so bleiben.
Auf knapp 7200 Quadratmetern soll in einem der größten Leerstände der Region wieder Leben einziehen. Die Forchheimer Immobilienfamilie Korneli hatte das Anwesen von der Katholischen Kirchenstiftung St. Johannes Bosco vor knapp zwei Jahren gekauft und will das Gebäude komplett umgestalten und erweitern, um unter anderem Mietwohnungen zu schaffen.
Don-Bosco-Jugendheim soll großer Wohnkomplex werden
Den ersten Planungen zufolge, die in dieser Woche erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind, soll beispielsweise die Fassade durch größere Fensterflächen und mit Balkonen ergänzt erhellt werden. Zudem ist geplant, das Gebäude um ein Stockwerk zu erweitern. Nördlich des Gebäudes soll überdies eine Großgarage entstehen, darüber weitere Wohnungen. Im Süden soll ein Außenbereich mit Spiel- und Sitzmöglichkeiten für Aufenthaltsqualität sorgen. Die entweihte Kapelle „soll für soziale Zwecke innerhalb des Areals, aber auch für soziale Projekte darüber hinaus nutzbar gemacht werden“.
Von 1971 bis 2019 ist das riesige Gebäude stets von jungen Leuten genutzt worden. Anfangs beherbergte es ein Schülerwohnheim, später dann zusätzlich eine Jugendherberge. Seit 2019 steht es leer (bis auf die Nutzung als Impfzentrum), immer wieder ist seither spekuliert worden, den Trakt abzureißen. Nun scheint also die Zukunft des Siebziger-Jahre-Baus gesichert zu sein.
Wie viele Wohnungen genau entstehen sollen, ist derzeit noch nicht klar. Dies sei noch Gegenstand der Verhandlungen mit der Familie Korneli, wie Forchheims Bauordnungsamtsleiter Stefan Kindler erklärt. Auch die Frage, wie viele der Wohnungen sozial gefördert werden sollen (vermutlich zwischen 30 und 40 Prozent), sei noch offen.
Stadt verweist Bauprojekt in den Planungsausschuss
Überdies seien noch einige Fragen offen, so Kindler. Und: Zwar könne sich das Stadtplanungsamt eine Umnutzung des ehemaligen Wohnheims grundsätzlich vorstellen. Und doch müsse man eine Verdichtung der Wohnbebauung in diesem Gebiet kritisch sehen. Zudem stünden dem Vorhaben „verschiedene öffentlich-rechtliche Vorschriften entgegen“, so Kindler. Das heißt: Um das Vorhaben, dem man „positiv gegenüberstehe“, zu realisieren, sei ein übliches Bauleitplanverfahren notwendig. Man wolle und müsse sich rechtlich absichern, um das Bauvorhaben nicht zu gefährden, heißt es.
Das wiederum bedeutet, dass sich die Realisierung des Vorhabens weiter hinziehen wird. Das Projekt muss folglich erst den Planungsausschuss der Stadt Forchheim passieren, bevor die ersten Bagger rollen können. Für die Stadt und ihre Bewohnerschaft ist die Vision der Familie Korneli, viele bezahlbare Wohnungen bauen zu wollen, dennoch eine gute Nachricht, sind sich Forchheims Stadtratsmitglieder im Bauausschuss einig.
Umbau des ehemaligen Jugendheims: Wie es jetzt weitergeht
Wenn auch mit Verzögerung. Nicht die erste, wie die Kornelis feststellen mussten. Eigentlich hätten die Planungen schon viel weiter sein können. Und sollen. Konzept und Entwurf standen schon lange, sagte Thomas Korneli noch vor einigen Wochen auf die Frage, ob das ehemalige Don-Bosco-Jugendheim als Alternative für ein Pflege-Wohnheim infrage käme. Bezahlbarer Wohnraum Ja, Wohnheim Nein, sagte er damals. Aber seine Familie sei grundsätzlich für Gespräche über etwaige Anmietungen seiner Wohnungen offen.
Die Fragen, wie es nun vonseiten der Familie Korneli weitergehen solle und wie sie den Verweis ihres Vorhabens in den Planungsausschuss bewerten, bleiben offen. Die Familie Korneli ist am Dienstag bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
















