Es gibt einen Nachfolger, es gibt keinen. Es gibt einen Nachfolger, es gibt keinen. Es gibt…
… keinen Nachfolger für den alten Rewe-Markt am Forchheimer Paradeplatz. Noch immer nicht. Dies zumindest geht aus der Antwort von Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) auf eine Anfrage von FDP-Mann Tino Reichardt am Ende der Stadtratssitzung am frühen Donnerstagabend, 27. März, hervor.
Rewe am Paradeplatz Forchheim seit 2021 geschlossen
Ob es nun, da die feierliche Eröffnung des Paradeplatzes am 5. April immer näher rücke, Neuigkeiten bezüglich eines Nachmieters für den 2021 ausgezogenen Rewe-Markt gebe, fragt Reichardt. Kirschsteins Antwort ist keine neue, zwar nicht wort-, aber bedeutungsgleich wird sie seit Jahren kolportiert: „Wir sind nach wie vor in Verhandlungen mit mehreren Interessenten“, gibt Forchheims Stadtoberhaupt den wenig beeindruckten Stadträten zu verstehen.
Hoffnung, dass dies bis zur feierlichen Eröffnung geschieht, gibt es keine im Saal. Genauso wenig, wie es bei den Beendigungen der Bauarbeiten im Spätherbst 2024 war. Genauso wenig wie all die Anfragen vorher. Dabei hielt sich lange und hartnäckig die Losung, wohl mehr als Hoffnungsschimmer, dass man nur die Fertigstellung des Paradeplatzes abwarten müsse.
Nun ist er seit Monaten fertig, bald sogar festlich eingeweiht. Die schmucklose Fassade mit den großen, leeren Schaufenstern an der Hausnummer 13 blickt indes weiterhin traurig auf Forchheims neuestes, baugewordenes Schmuckstück. Als OB Kirschstein wegen der Rewe-Nachfolge wieder einmal vertrösten muss, geht kein Raunen durch das Plenum in der Aula der Ritter-von-Traitteur-Schule. Längst nicht mehr.
Vielleicht doch kein Nahversorger mehr am Paradeplatz
Und doch setzt der OB noch einen drauf. „In Absprache mit dem Citymanagement haben wir den Blick nun geöffnet“, sagt Kirschstein. Scheinbar tragen die bisherigen Verhandlungen mit verschiedenen Lebensmittelhändlern weiterhin kaum oder keine Früchte. So wenig, dass man sich laut Kirschstein nun, und das lässt sich bissig betrachtet als Verzweiflungstat auffassen, auch andere Nutzungen als einen Nahversorger für Lebensmittel vorstellen könne. „Eine Alternative zu einem Nahversorger ist nicht Prio 1, aber möglich. Der Spielraum ist erweitert.“
Wie genau sich dieser erweiterte Spielraum äußert, darüber sagt er nichts. Kommt nun doch ein Ein-Euro-Laden, den die Stadt Gerüchten zufolge eigentlich von Beginn an mit allen Mitteln zu verhindern suchte? Kommt ein Einzelhändler, etwas ganz anderes? Es bleibt Spekulation, wer am Paradeplatz 13 wohl einziehen mag, auch Citymanagerin Susanne Winter ist am Abend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.
Es gibt aber auch eine gute Nachricht
Doch es gibt auch gute Neuigkeiten. Die Stadt ist immer wieder in Kritik geraten, weil sie für die seit Jahren ungenutzte Rewe-Immobilie Schätzungen zufolge eine stolze sechsstellige Summe an die Hauseigentümerin, die Pensionskasse für die Deutsche Wirtschaft in Duisburg, zahlen durfte.
Damit sei nun Schluss, so Kirschstein. Auch wenn ein langfristiger Nachfolger für die Immobilie noch nicht in Sicht sei. Man habe, wie in den Haushaltsberatungen angekündigt, die vorübergehende Weitervermietung der Räumlichkeiten geprüft. Und scheinbar jemanden gefunden, der das Objekt anmieten wolle. „Das heißt, dass die Mietkosten, die wir abführen müssen, nun also erst einmal gedeckt sind“, sagt Kirschstein.
Wer die Immobilie von der Stadt, und vor allem warum, untermietet; darüber schweigt sich Kirschstein öffentlich vorerst jedoch aus. Auch hierüber dürften die Spekulationen in den nächsten Tagen groß sein.
















