Der Paradeplatz ist trotz klirrender Kälte längst wieder gut besucht, für viele gehört er längst so zum Stadtbild, als wäre er nie jahrelang gesperrt gewesen. Die Vorfreude steigt auf die neuen Fontänen und die noch geheimnisumwobene gastronomische Wiederbelebung der Alten Wache. Beim Blick auf die noch immer leerstehenden Schaufenster am Paradeplatz 13 wird es vielen nach wie vor bange.
Am 14. August 2021 haben die letzten Kundinnen und Kunden den Rewe-Markt am Paradeplatz verlassen. Schnell sind Regale leergeräumt und die roten R-E-W-E-Lettern abgeschraubt worden, seither steht das Gebäude leer. Und seither hoffen die Innenstadtbewohner, Berufstätigen und Schüler, dass es wieder einen großen Nahversorger geben wird.
Neuer Supermarkt am Paradeplatz? Wohl eher nicht
Lange galt die in die Öffentlichkeit getragene Devise, man müsse nur die Fertigstellung des Paradeplatzes abwarten. Vorher lohne es sich für die großen Filialisten nicht, ein von Baustellen umhülltes Geschäft zu eröffnen, hieß es stets. Man sei in Verhandlungen. Doch so wie es aussieht, werden die Schaufenster auch weiterhin leer bleiben.
Wie Forchheims Citymanagement am Dienstag auf Nachfrage mitteilt, habe man das Objekt im vergangenen Jahr „13 verschiedenen Nahversorgern und Unternehmensgruppen im Nahversorgersegment angeboten“. Jene hätten den Standort teils zeitintensiv geprüft – und der Stadt eine Absage erteilt. Als Gründe hätten die Firmen demnach „mangelnde Frequenz im Einzugsbereich des Standortes sowie einen Mangel an ebenerdigen Parkplätzen“ für ihr Nein genannt. Auch auf der Messe Expo-Real im Herbst 2024 in München hätten verschiedene Unternehmensgruppen kein Interesse an dem Gebäude gezeigt.
Forchheim zahlt seit Jahren Miete – dabei steht das Gebäude leer
Seit 2015 befindet sich das Gebäude in Besitz der Pensionskasse für die Deutsche Wirtschaft in Duisburg, die es als Teil ihrer millionenschweren Kapitalanlagen langjährig an die Rewe-Gruppe vermietet hat. Von der wiederum hat es die Stadt Forchheim seit seit Ende 2021 untergemietet, wofür sie vorsichtigen Schätzungen eines bestens vernetzten Forchheimer Immobilienexperten zufolge ungefähr 10.000 Euro Miete im Monat zahlen dürfte (offizielle Zahlen veröffentlicht die Stadt nicht).
Im Zuge der aktuellen Haushaltskonsolidierungen kommt nun auf den Prüfstand, die Immobilie doch endlich anderweitig zu nutzen. Schließlich summieren sich die Mietkosten über die Jahre zu einer stolzen sechsstelligen Summe. Wie bereits vor einem Jahr geschrieben, kursieren bislang allenfalls Gerüchte darüber, warum Oberbürgermeister Kirschsteins Verwaltung so schnell nach dem Rewe-Aus selbst in die Bresche springen wollte. Etwa, dass die Stadt mit der Anmietung das rasche Einziehen eines Ein-Euro-Marktes habe verhindern wollen.
Stadt will Gebäude jetzt vielleicht weitervermieten
Doch wie geht es jetzt weiter? Man wolle eine „Weitervermietung des seit 2021 leerstehenden Rewe-Markts am Paradeplatz“ prüfen, heißt es in den Haushaltsberatungen am Dienstag.
Wann könnte es losgehen? Wer könnte dort einziehen? Wie viel könnte das in die klammen Stadtkassen spülen? Darüber kann oder will die Stadt keine Auskunft geben. Klar aber dürfte sein, dass so schnell kein neuer Nahversorger am Paradeplatz öffnen wird.















