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Endgültig vollzogen
Mondi übernimmt Schumacher: Was das für Forchheim heißt
Jetzt ging es doch schneller als gedacht: Schumacher Packaging verkauft große Teile seiner Werke an Mondi. Darunter ist auch der Forchheimer Standort.
Jetzt ging es doch schneller als gedacht: Schumacher Packaging verkauft große Teile seiner Werke an Mondi. Darunter ist auch der Forchheimer Standort. // Stephan Großmann
Forchheim – Mega-Deal um Schumacher Packaging: Der globale Verpackungsriese Mondi hat die Übernahme des Wellpappen-Spezialisten aus der Region vollzogen. Was das für Forchheim heißt.

Update vom 1. April 2025, 10.55 Uhr

Mondi übernimmt Schumacher Packaging: Deal vollzogen

Die Übernahme ist vollzogen. Wie das globale Verpackungs- und Papierunternehmen Mondi mit Sitz in Großbritannien am Dienstag, 1. April 2025, schriftlich mitteilt, sei die Übernahme der westeuropäischen Werke von Schumacher Packaging abgeschlossen. Dazu zählen unter anderem das Werk in Forchheim und der Hauptsitz in Ebersdorf bei Coburg. 

„Mit dieser Übernahme stärken wir unser Geschäft im Bereich Wellpappeverpackungen erheblich, bauen unsere Präsenz in Westeuropa weiter aus und erschließen neue Möglichkeiten der vertikalen Integration. Wir freuen uns sehr, unsere neuen Kolleginnen und Kollegen von Schumacher Packaging bei Mondi willkommen zu heißen", schreibt Andrew King, CEO der Mondi Gruppe. 

Für die knapp 150 Beschäftigten in Forchheim solle sich wie im Oktober 2024 berichtet nach wie vor nichts ändern, bestätigt Schumacher-Sprecherin Catrin Martin am Dienstag noch einmal auf Nachfrage. Heißt, es seien „keinerlei Standortschließungen oder Entlassungen geplant".


Lesen Sie hier die Hintergründe, erschienen am 10. Oktober 2024, 9.15 Uhr

Mondi übernimmt die westeuropäischen Geschäftsbereiche von Schumacher Packaging. Diese Nachricht reiht sich derzeit nahtlos ein in weitere große Firmenumbrüche. Wie zuletzt berichtet hat etwa die NX Group Simon Hegele übernommen, zuvor fusionierte Schaeffler mit Vitesco. Nun also wendet sich wieder ein Unternehmen aus der Region mit weitreichenden Nachrichten. Und im Falle von Schumacher Packaging ist es nicht das erste Mal in diesem Jahr.

„Im Rahmen seiner Zukunftsstrategie hat Schumacher Packaging eine Vereinbarung zur Übernahme seiner Geschäftsbereiche in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden durch Mondi, einem weltweit führenden Anbieter von nachhaltigen Verpackungen und Papier, getroffen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Mittwoch. Weiter heißt es, dass die Schumacher-Brüder Hendrik und Björn an Bord bleiben sollen: als strategischer Berater beziehungsweise Chief Operating Officer für den Bereich Vollpappe.

Schumacher Packaging: 13 Werke gehen an Mondi

Insgesamt betroffen von der 634 Millionen Euro schweren Übernahme sind sieben Wellpappenwerke, zwei Kartonwerke und vier Werke für die Verarbeitung von Vollpappe mit insgesamt rund 2200 Mitarbeitern. Dazu zählt auch das Werk am Hausener Weg in Forchheim mit seinen gut 150 Beschäftigten. Nicht nur am Hauptsitz in Ebersdorf bei Coburg, auch in Forchheim fragen sich nun natürlich die Menschen, wie es mit ihren Arbeitsplätzen weitergeht.

Wie die Sprecherin von Schumacher Packaging Catrin Martin auf Nachfrage mitteilt, seien „keinerlei Standortschließungen oder Entlassungen geplant. Die Verträge der Mitarbeitenden behalten ihre Gültigkeit.“ Und selbstverständlich würden alle gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Mitarbeitenden bei Betriebsübernahmen gelten.

Die Brüder Hendrik (links) und Björn Schumacher (rechts), Geschäftsführer und Eigentümer von Schumacher Packaging, werden bei Mondi die Strategie in Richtung Innovation, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit fortführen.
Die Brüder Hendrik (links) und Björn Schumacher (rechts), Geschäftsführer und Eigentümer von Schumacher Packaging, werden bei Mondi die Strategie in Richtung Innovation, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit fortführen. // Schumacher Packaging

„Unser Ziel war es, uns mit einem Unternehmen zusammenzuschließen, das unsere unternehmerische Vision für die Branche teilt und die Größe und Kraft hat, zusammen mit uns die Zukunft des Packaging aktiv und nachhaltig zu gestalten. Hierfür haben wir mit Mondi den idealen Partner gefunden", erklärt Björn Schumacher. Mit Zukunft gestalten, meint er auch Zukunft sichern. Konzernweit rechnet die Chefetage von Schumacher Packaging mit Einbußen fürs laufende Jahr von 200 Millionen Euro, immerhin ein Sechstel des Gesamtumsatzes.

Verkauf an Mondi als Teil der Zukunftsstrategie

Die Schumacher-Brüder reagierten in diesem Jahr mit Kurzarbeit in ihrem Hauptsitz und dem Verkauf ihrer polnischen Papier- und Wellpappenwerke an das spanische Unternehmen Saica. Vor drei Wochen bestätigte Hendrik Schumacher am Rande eines Besuchs im Forchheimer Werk, dass weitere Gespräche mit möglichen Partnern geführt würden. Dass man nicht ausschließen könne, weitere Teile des Unternehmens zu verkaufen oder sich mit anderen Unternehmen zusammenzutun.

Nun ist es also so weit. Die Vereinbarung mit Mondi sei Teil der Zukunftsstrategie von Schumacher Packaging, heißt es vonseiten des Unternehmens. Auch Mondi lobt den Kauf in höchsten Tönen. Andrew King, CEO der Mondi Group, lässt sich in einer Mitteilung so zitieren: „Wir freuen uns sehr über die Übernahme dieser Werke und bald unsere neuen Schumacher Packaging-Kolleg:innen und Kund:innen bei Mondi willkommen heißen zu können. Nach Abschluss der Transaktion wird Mondi über ein verbessertes Kundenangebot und eine starke Plattform für weiteres Wachstum verfügen.“

Mondi ist ein global führendes Verpackungs- und Papierunternehmen, das 22.000 Menschen in mehr als 30 Ländern beschäftigt. Im Jahr 2023 erzielte Mondi einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die gesamte Schumacher Packaging Gruppe mit etwa 4000 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von 940 Millionen Euro.

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