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Nächste Hürde überwunden
79 neue Kitaplätze: Ebermannstadt plant moderne Kita
Ganz in Holz: Die neue Kita soll mit ihrer Holzfassade gut ins Ebermannstadter Scheunenviertel passen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Ganz in Holz: Die neue Kita soll mit ihrer Holzfassade gut ins Ebermannstadter Scheunenviertel passen. // Visualisierung: sds Architekten
Ebermannstadt – Mehr Platz für mehr Kinder: In Ebermannstadt soll eine neue Kita im Scheunenviertel entstehen. Was geplant ist und warum die neue Betreuungsstätte eine wichtige Lücke schließt.

Mehr Platz für Kinder in Ebermannstadt: Das ist die Devise nach der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2024. Vielleicht schon ein wenig von Weihnachtsvorfreude geleitet, spricht sich der doch manches Mal gespaltene Stadtrat einstimmig für einen neuen Kindergarten im Stadtgebiet aus. Mit zwei Gebäudeteilen soll das neue Kinderhaus „Wiesent-Garten“ Platz für insgesamt 79 Kinder bieten. Dabei soll sich der bis 2027 entstehende Neubau modern in das bestehende Ebermannstadter Scheunenviertel einpassen.

Neue Kita in Ebermannstadt: So sieht die Planung aus

Das aus zwei Baukörpern bestehende neue Kinderhaus soll insgesamt Platz für 79 Kinder bieten, aufgeteilt in zwei Krippengruppen im Erdgeschoss und drei Kindergartengruppen im Obergeschoss. Optisch war sowohl der Stadt als auch den involvierten Planungsfirmen ein passendes Äußeres zum Ebermannstadter Scheunenviertel wichtig. „Unter anderem deshalb, haben wir uns hier auch für einen Holzbau mit entsprechender Holzfassade entschieden“, erklärt der zuständige Architekt Matthias Deilke vom Erlanger Architekturbüro sds Architekten.

Betreuungsplätze werden benötigt

„Wir möchten in Ebermannstadt jedem Kind einen Betreuungsplatz bieten“, erklärt Bürgermeisterin Christiane Meyer zur Entscheidung des Stadtrats. Um diesem Ziel möglichst weiter gerecht zu werden, hätte es entsprechend auch eine neue Betreuungsstätte gebraucht, besonders da viele der derzeitigen Betreuungsplätze in Ebermannstadt nur in provisorischen Stätten angesiedelt sind. 

„Mit einem Neubau können wir die provisorischen Plätze in dieser neuen Kita unterbringen“, erklärt auch Ursula Fischer vom Jugendamt des Landkreises. Dort ist sie zuständig für die Kindertagesstätten außerhalb des Forchheimer Stadtgebiets.

Bänke in ganz Ebermannstadt laden zum Verweilen ein.
Bänke in ganz Ebermannstadt laden zum Verweilen ein. // fotoping / Adobe Stock

Kitas im Landkreis Forchheim

Generell fällt die Situation rund um die Kitaplätze zumindest im ländlichen Landkreis aber überraschend positiv aus. „Der Landkreis Forchheim hat außerhalb der Stadt selbst eine gut ausgelastete Situation in den Kitas“, erklärt Fischer. Eine gute Nachricht dazu: Es gibt sogar noch freie Betreuungsplätze in den Kitas.

Laut Zahlen des Landratsamts gibt es derzeit 60 freie Krippenplätze und 73 Kindergartenplätze, die Kindergartenplätze lassen sich aber ausschließlich im ländlichen Bereich finden. Größere Gemeinden wie Forchheim oder Ebermannstadt haben keine freien Plätze zu verzeichnen. (Stand: 1. Oktober 2024)

Teurer als geplant – schon vor Baubeginn

Damit die Platzsituation in den Kitas der Region auch positiv bleiben kann, ist also die neue Kita in Ebermannstadt nötig, welche natürlich auch entsprechend finanziert werden muss. Zur Finanzierung gibt es schlechte, aber auch gute Nachrichten zu verkünden. Die schlechte Nachricht zuerst: Im Vergleich zu vorangegangenen Planungen aus 2023 fällt der Neubau des Kinderhauses ein gutes Stück teurer aus als erhofft. Insgesamt 5,6 Millionen Euro sind aktuell für den Neubau geplant, rund eine Million Euro mehr als noch 2023.

Gründe dafür gibt es mehrere: Einerseits seien Bau- und Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.  Andererseits musste die Planung entsprechend angepasst werden, vor allem damit das Projekt mit öffentlichen Geldern gefördert werden kann. So brauchte das Kinderhaus für staatliche Gelder unter anderem eine zentrale Lüftung der Räume, was erhebliche Zusatzkosten verursacht.

Ebermannstadt kommt günstig davon

Eben diese Fördergelder sind aber auch die gute Nachricht, denn die eben genannten 5,6 Millionen Euro muss Ebermannstadt keineswegs allein stemmen, könnte die Stadt auch gar nicht. Für Ebermannstadt fallen die Kosten entsprechend auch niedrig aus, da es sich hierbei in erster Linie um ein privates Bauprojekt handelt, dadurch fällt für die Stadt nur die übliche Refinanzierung des Investorenanteils von 100 Prozent an, was bedeutet, dass die Stadt einen ähnlich hohen Teil beiträgt wie der Bauherr selbst.

Bauherr Johannes Blank – der auch Projektträger des gesamten neuen Quartiers „Wiesent-Garten“ ist – finanziert sein Projekt mit 1,5 Millionen Euro. Die Stadt Ebermannstadt trägt dann weitere 1,2 Millionen Euro bei. Den übrigbleibenden Rest zahlt dann der Freistaat Bayern über die Regierung von Oberfranken, eine Förderung, die dem Projekt bereits zugesprochen wurde. „Wir haben sehr viel Glück, dass wir hier einen privaten Bauträger haben, der dieses Projekt auf den Weg bringt“, erklärt Ebermannstadts Geschäftsstellenleiter Andreas Kirchner.

So geht es mit der neuen Kita weiter

Auf dem Weg zur neuen Kindertagesstätte ist mit der einstimmigen Entscheidung die nächste Hürde überwunden. Als Nächstes steht dann die Entscheidung zu einem Mietvertrag zwischen Stadt und Bauträger auf dem Plan, darüber soll im Februar 2025 entschieden werden. Wenn auch das klappt – wovon man im Moment schon ausgehen kann – könnte der Bau der neuen Kita bereits im kommenden Jahr starten. Schon im September könnte es mit Erdarbeiten auf dem Grundstück losgehen, im Frühjahr 2027 soll dann die Fertigstellung erfolgen.

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