Tipbet, Tipico oder Bet3000: In immer mehr Städten scheinen Wettbüros für Sportwetten zu entstehen. Viele Betreiber wollen in den Innenstädten einen Laden eröffnen. Doch Forchheim möchte dagegen steuern.
„Wir sind nach bestem Wissen und Gewissen gegen Wettbüros in der Innenstadt“, sagte Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) im Bauausschuss. Denn: „Die Stadt möchte einen hochwertigen Aufenthalt mit passenden Geschäften und Erlebnisstätten gewährleisten“, beschreibt die Stadtsprecherin Britta Kurth das Vorhaben der Stadt.
Probleme schon bekannt
Aus diesem Grund lehnte das Gremium auch den Umzug eines Wettbüros aus der Bamberger Straße in die Dreikirchenstraße 10 in Forchheim ab. Die alten Geschäftsräume in der Bamberger Straße konnten nur genehmigt werden, da es sich um einen anderen Bebauungsplan handelte.
Aber die Probleme, die am alten Standort durch das Wettbüro entstanden sind, seien der Stadt bekannt: „Es gab viele Beschwerden über Lärm und nachts Ruhestörungen. Auch der Verkehrsfluss wurde behindert, da die Kunden kurz aus dem Auto sprangen, die Wette abgaben und weiterfuhren. Das führe zu regelrechtem Stop-and-go-Verkehr“, berichtet Stadtsprecherin Kurth. Auch am neu geplanten Standort werde mit ähnlichen Problemen gerechnet.
Rechtsstreit könnte drohen
In Forchheim gibt es neben dem ehemaligen Wettbüro in der Bamberger Straße noch ein weiteres im Gewerbegebiet nahe eines Fast-Food-Restaurants. „Dort oder in anderen Gebieten außerhalb der Innenstadt könnte man sich auch auf einen Kompromissstandort einigen,“ sagt Kurth.
Doch die aktuelle Ablehnung des Antrags könne für die Stadt zu einem Rechtsstreit führen.
Da der Antrag so Formuliert sei, dass es sich nicht um eine Vergnügungsstätte handle, sondern um einen Gewerbeantrag, wäre dieser in den geplanten Geschäftsräumen rechtlich einwandfrei: „Wenn es vor Gericht geht, haben wir schlechte Karten“, sagt Stefan Kindler, Leiter des Bauordnungsamtes in Forchheim.
Erotische Vorgeschichte und trotzdem abgelehnt
Ein weiterer Diskussionspunkt ist auch die frühere Nutzung der Geschäftsräume in der Dreikirchenstraße 10. Denn: Die Adresse war der Standort eines Erotik-Geschäftes. Dieses habe zwar auch nicht in die Umgebung gepasst, aber sich lange am Standort gehalten.
Auch deswegen stimmte Sebastian Körber (FDP) gegen die Ablehnung des Antrags. „Ich verstehe nicht, warum wir uns da so verkämpfen wollen“, sagt Körber. Trotz der Bedenken eines Rechtsstreits, stimmten bis auf Körber alle Ausschussmitglieder gegen den Umzug des Wettbüros von der Bamberger Straße in die Dreikirchenstraße.










