Dass die Kirchaicher ein besonderes Völkchen sind, haben sie vor kurzem bei ihrem Dorfjubiläum zum 1000-jährigen Bestehen bewiesen. Und auch bei ihren Büttensitzungen stechen sie heraus mit ihrem Dreigestirn, das durch das abwechslungsreiche und amüsante Programm führte. „Waltraud und Mariechen“ standen ihren berühmten Namensgebern nicht nach, und die Tanzgarden von „The Little Vibes“ über die Teenager „The Pink Vibes“ bis hin zu dem Männerballett „The Old Vibes“ zeigten einen bunten Querschnitt durch die Generationen.
Mit viel Applaus wurde das Dreigestirn, bestehend aus Jutta Pfister, Steffi Weber und Johannes Röder, empfangen. Der Saal Neundörfer war bei den zwei Büttensitzungen bis auf den letzten Platz besetzt.
Humor aus dem Dorf
Elfriede Koch und Helga Geus alias „Waltraud und Mariechen“ hatten „Dies & Das“ aus dem Dorf zu erzählen und stellten zuerst das Gerücht in den Raum, „der Berg da oben auf dem Ramahügel brennt“. Wo also wegen der großen Häuser nur noch Rama statt Butter gegessen wird. Bei ihrer Begrüßung suchten sie nach der Prominenz, wo sie Pfarrer Ewald Thoma entdeckten. „Aber wichtige Leute kommen auch später. Is der Bürgermaster heut do? Gestern war er auch net do“, bedauerten sie.
Dann blickten sie nach „Lützelsbach. Ein idyllischer Ort. Idyllisch – ja die Gülle gehört zum Dörfla und die Dorfstraß war des Brunsgässla für die Einheimischen.“ Sie bedauerten den Weggang von Dr. Google, dem ehemaligen Hausarzt. „Da sen mir dreimal die Wochn hinganga, ham alle Illustrierten gelesen und alle Neuigkeiten aus dem Dorf erfahrn.“
Anekdoten vom Alltag
Als „Aicher Spaziergänger“ hatte Wolfgang Thomann einiges im Dorf entdeckt. Die Farbe rot des Clubs fiel ihm zweimal auf. Die Herren des TSV Kirchaich gingen jährlich einmal ins Trainingslager. Die Damen machten dafür drei Tage „Wellness-Ausflug“ in den Bayerischen Wald, wo sie mit dem Plakat „Aicher Schicksen“ im Hotel empfangen wurden. Und dann habe das Unheil und das Überlebenstraining im Luxus-Hotel seinen Lauf genommen, was mit Liedern wie „Ich bin so jung, ich bin so geil, ich komm aus Aich und nicht aus Zeil“ untermalt wurde.
Auch der „Kerwesbam“ führte zu einer Schlagzeile. Ziel der Sonderabteilung des Ortskulturrings sei es gewesen, „mit 50 Mann den 32 Meter hohen Baum in weniger als zwei Stunden aufzustellen“. Der Traum wurde wahr, aber er neigte sich jeden Tag immer schiefer und es war wie beim Suppenkasper. Am ersten Tag alles im Lot, am siebten Tag war alles tot – und der Baum fiel um.“ Deswegen werde der Kerwesbaum in diesem Jahr vom Kindergarten aufgestellt, weil die es besser können.
Ein Abschied und ein Fazit
Schließlich hatte er noch einen Nachruf auf Hausarzt Dr. Google, der möglicherweise nach Texas auswandert. „Ich wünsche ihm viel Glück bei der Behandlung von Trump und dass er ihn von allen seinen Leiden befreit.“
Jutta Pfister berichtete vom Stammtisch und Aicher Vereinen und zog das Fazit. „Wenn’s drauf ankommt, steh’n die Aicher im Dorf ganz fest, weil unsere Aicher Vereine zusammenhalten den ganzen Rest.“ Mit dem Song „Das bisschen Haushalt“ kam schließlich das „Männerballett „The Old Vibes“ und zeigte einen tollen Auftritt mit Aperol im Blut und dem Putzeimer in der Hand.
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