Zisterzienser Radrunden
Neuer Radweg in den Haßbergen eröffnet
Viele Fahrradfahrer waren am Eröffnungstag auf den Zisterzienser Radrunden unterwegs Die neuen Infotafeln geben Auskunft über das Leben damals, wie zum Beispiel hier am Waldschwinder Hof.
Viele Fahrradfahrer waren am Eröffnungstag auf den Zisterzienser Radrunden unterwegs Die neuen Infotafeln geben Auskunft über das Leben damals, wie zum Beispiel hier am Waldschwinder Hof.
Foto: Christian Licha
Koppenwind – Für Radfahrer gibt es im Kreis Haßberge jetzt Strecken, die alle mit dem Zisterzienserkloster Ebrach zu tun haben. Das Projekt strebt Höheres an.

Offiziell eröffnet wurden dieser Tage die Zisterzienser Radrunden im Landkreis Haßberge vor dem malerischen Ambiente des Schlosses Koppenwind. Dank des Projektes wurden zwei Radwege ausgeschildert, die durch die Kulturlandschaften des ehemaligen Zisterzienserklosters Ebrach führen.

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Sie verbinden zisterziensische Zeitzeugnisse und Landschaften miteinander und informieren an besonderen Standorten in den Landkreisen Bamberg, Haßberge und Schweinfurt über die zisterziensische Vergangenheit. Unter anderem führt einer der Wege vorbei an den ringförmig angelegten ehemaligen Wirtschaftshöfen Waldschwinder Hof und Klebheimer Hof und den Amtsschlössern Burgwindheim, Koppenwind und Oberschwappach.

Präsentationen, Kutschfahrten, Bogenschießen

Am Eröffnungstag waren zahlreiche Attraktionen entlang der Zisterzienser-Radrunden geboten. Die Aktionen in Koppenwind, auf dem Klebheimer Hof in Untersteinbach sowie auf dem Waldschwinder Hof bei Geusfeld lockten viele Besucher an. Außerdem gab es Präsentationen zur Waldbewirtschaftung, Weidewirtschaft und Schafhaltung sowie zu Fischerei und Jagd. Kutschfahrten und 3D-Bogenschießen rundeten das Programm ab.

Sieht man auch nicht alle Tage: der Schau-Köhler der Familie Bergmann in Koppenwind auf den Zisterzienser Radrunden
Sieht man auch nicht alle Tage: der Schau-Köhler der Familie Bergmann in Koppenwind auf den Zisterzienser Radrunden
Foto: Christian Licha

Ein besonderer Hingucker war der Schau-Köhler der Familie Baumann am Ortsrand von Koppenwind. Hier wurde praxisnah erklärt und dargestellt, wie ein Köhler mit Fichtenstangen und einem Docht aus Reisig aufgebaut ist. Die Köhlerei im Steigerwald war früher mit der Produktion von Holzkohle eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung.

100.000 Euro für Zisterzienser Radrunden 

ILE-Managerin Ulla Schmidt von der Lebensregion plus hatte die Federführung des Leader-Projektes der Zisterzienser-Radrunden, bei dem die ILE Burgwindheim Ebrach Partner ist. Beteiligt an dem Kooperationsprojekt sind die Landkreise Haßberge, Bamberg und Schweinfurt sowie die Gemeinden Knetzgau und Rauhenebrach und die Märkte Burgwindheim und Ebrach. Als Projektträger fungiert die Gemeinde Rauhenebrach, deren Bürgermeister Matthias Bäuerlein für die Leader-Förderung in Höhe von rund 63.000 Euro dankte.

Insgesamt hat das Projekt gut 100.000 Euro gekostet, die für Werbemaßnahmen, Beschilderung und Informationstafeln an den Radwegen sowie überdachte Rastplätze mit Sitzgelegenheiten, Fahrradständern und Servicestationen ausgegeben wurden.

Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (Zweiter von rechts) eröffnete offiziell die Zisterzienser Radrunden im Beisein der stellvertretenden Landräte Oskar Ebert aus dem Landkreis Haßberge (Vierter von rechts) und Bruno Kellner aus dem Landkreis  Bamberg (rechts) sowie vielen Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden.
Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (Zweiter von rechts) eröffnete offiziell die Zisterzienser Radrunden im Beisein der stellvertretenden Landräte Oskar Ebert aus dem Landkreis Haßberge (Vierter von rechts) und Bruno Kellner aus dem Landkreis Bamberg (rechts) sowie vielen Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden.
Foto: Christian Licha

„Die Zisterzienser hätten sich gefreut, wenn sie so einen schönen Radweg gehabt hätten“, sagte stellvertretender Landrat Oskar Ebert mit einem Augenzwinkern bei der Eröffnung, bei der auch viele Bürgermeister der beteiligten Gemeinden anwesend waren. Ulrich Mergner, der ehemalige Leiter des Forstbetriebs Ebrach, erläuterte in einem historischen Vortrag die Waldbewirtschaftung damals. Der damalige Klosterwald der Zisterzienser wurde in Mittelwald-Wirtschaft betrieben, die bis in das 18. Jahrhundert üblich war. Nachdem das Königreich Bayern in den Besitz des Waldes gekommen war, wurde dieser nach und nach zum heutigen Hochwald umgebaut. „Neben anderen Kristallationspunkten soll Ebrach Strahlkraft erwirken und die Völker miteinander verbinden“, stellte Bambergs stellvertretender Landrat Bruno Kellner in Bezug auf die Internationalität heraus.

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