Die Lust der Menschen auf ein gutes Eis steigt, wenn die Temperaturen nach oben gehen. Mancher reibt sich verdutzt die Augen, wenn er den Preis dafür sieht.
Seit gut einem Jahr sind die Preise für eine Kugel Eis deutlich angestiegen. Der Fränkische Tag hat sich bei Eisdielenbetreibern umgehört, ob die eine Erklärung für die Preisspirale haben.
Eis-Café Alpi: Kugel Eis jetzt 1,60 Euro
Marco Stefani betreibt seit März 2018 das „Eis-Cafe-Alpi“ am Marktplatz in Ebern, direkt neben dem sprudelnden Neptunbrunnen. Stefani ist 45 Jahre alt und hat zwei Festangestellte in seinem Eiscafé.
Auch die eigene Familie mit Vater Silvano Stefani hilft mit. Beim „Eis-Cafe-Alpi“ kostet die Kugel derzeit 1,60 Euro. Vor gut einem Jahr war sie für 1,30 Euro zu haben.
Die 1,60 Euro, die er verlange, seien voll gerechtfertigt, um über die Runden zu kommen, sagt Stefani. Die Verbraucherpreise seien zwischen 1991 und 2019 um gut 48 Prozent gestiegen und auch die Löhne hätten angezogen.
Außerdem: Die Qualität habe sich stark verbessert und gute Zutaten kosteten Geld. „In unserem Geschäft verbrauchen wir bei der Herstellung, Verarbeitung und Kühlung unserer Produkte viel Strom. Mehr muss ich wohl nicht sagen“, sagt Marco Stefani.
Teuerungen von bis zu 600 Prozent
Bundesweit hätten viele Eisverkäufer den Preis pro Kugel um mindestens zehn Cent erhöht, in Großstädten müsse man für eine Kugel schon zwei Euro oder mehr hinlegen.
Marco Stefani hat noch viel mehr Argumente für die Preiserhöhung. Er legt eine Liste vor, die zeigt: Löffel sind 600 Prozent teurer, Zucker ist 200 Prozent teurer, Milchprodukte 40 Prozent, Energiekosten 100 Prozent, Waffelkosten 30 Prozent und Sahne 50 Prozent.
Silvano Stefani zeigt das Lager. Er holt einen kleinen Lieferkarton mit Waffeln hervor. „Diese Waffeln kosten nun fast 60 Euro, knapp doppelt so viel wie noch vor einem Jahr.“
Zeitaufwendiges Handwerk
Das Handwerk von Marco und Silvano Stefani ist zeitaufwendig. Bis alles vorbereitet und produziert ist, sind schon mal sechs Stunden vorüber. Überall in der „Eisküche“, im Wirtschafts- und im Verkaufsraum ist alles blitzeblank.
Der Gastraum in der Eisdiele ist gemütlich und ansprechend eingerichtet. „Das wird so bleiben und ich werde mich bemühen, weiterhin gute Qualität zu fairen Preisen anzubieten“, sagt der Eisdielenbetreiber von Ebern.
Es gebe zwei Kategorien von Kunden. „Die einen denken darüber nach, wieso es zu einer Preissteigerung gekommen ist, und haben dafür Verständnis. Andere – und das sehe ich auch in sozialen Medien – schimpfen über die Preiserhöhung, ohne eventuell über den Grund hierfür nachzudenken.“
Eispreise steigen auch anderswo
Ihm sei es wichtig, Standard und Qualität in der Eisdiele zu erhalten. Er möchte, dass seine Kunden zufrieden, sagt Marco Stefani und checkt einige Bewertungen im Internet.
Bei René Tierno, der mit seiner Frau Rebecca seit zehn Jahren das Eisscafé „Dolomiti“ in Hofheim betreibt, kostet die Kugel Eis 1,50 Euro. „Ich muss dazu sagen, dass wir das Eis nicht selber herstellen, sondern beziehen“, sagt Rebecca Tierno.
Auch sie weist auf enorm gestiegene Preise hin und weiß, dass in größeren Städten die Kugel zwei Euro oder mehr kostet. „Das kannst du aber in einer Kleinstadt wie Hofheim nicht verlangen. Da würden, denke ich, die Kunden weg bleiben“, so Rebecca Tierno.














