„Rock ’n’ Roll, die Hippies lachen – Ebern lässt es wieder krachen“ – das war das Motto bei der 49. Auflage der Bunten Abende des Kulturrings Ebern in der wieder einmal ausverkauften Frauengrundhalle. So zogen die Elferräte stilecht als Paul Stanley von Kiss, in bunten Hippiegewändern, als Elvis, Elton John oder Petticoatmädchen ein. Das Programm dauerte – auch schon traditionsgemäß – bis weit nach Mitternacht.
Insgesamt neun Tanzgruppen aus Heubach und aller Welt entführten das Publikum in die Arktis, nach Mallorca, in den Wilden Westen (die Flying Mumus in Höchstform) und in die Zauberwelt des Tarot. Die Minis I aus Heubach waren thematisch am nächsten dran: 23 Mädchen tanzten sich bei ihrem ersten Ausflug in die Welt von Show und Glamour durch den Rock ’n’ Roll.
Die erste Bütt gehörte Winnie Geuß, der kommunalpolitisch doch einiges zu bemängeln hatte und zur Einsicht kam, dass es heute mehr denn je gelte, „klare Intoleranz gegen Intoleranz zu zeigen“. Langer Applaus des Publikums nicht nur dafür, sondern auch für die akrobatischen Tanzeinlagen des Redners.
Die „Fierschder Schnapsbrennera“, (Janina Reuter-Schad) hatte aufmerksam die Lokalzeitungen und Social-Media-Beiträge durchforstet und Blüten wie „Email Töpfe“ und „Quitten zum selbst pflügen“ ausgegraben, daneben teilte sie bissig gegen die Leute aus, „die uns bei Problemen helfen, die wir ohne sie nicht hätten“. Politiker, wer sonst.
Die Gruppe „Das Original“ thematisierte Bauprojekte und Schwalbenschutz und bat sogar Ministerpräsidenten Söder nebst dem Papst auf die Bühne, um die noch fehlenden Unterschriften für die Baumaßnahmen beizubringen.
David Pfeufer glänzte als „Wahlkampfmanager Mr. Nobody from Texas, USA“ mit Ratschlägen an die drei „lame ducks“, die Kandidaten im Kampf um den Job des Stadtoberhaupts. Freibier und Unabhängigkeit vom Landkreis waren die eher noch harmlosen Vorschläge.
Last, but not least, die „Gipfelstürmer“. „Ebern sucht den Superbürgermeister“ war der Titel ihrer fulminanten Show. Ein kenntnisreiches Castingteam um Hella von Sinnen bewertete die Kandidaturen des bald entamteten Landrats Wilhelm Schneider, von Philipp Arnold im Team mit Thomas Wagner oder gar von Gabriele Rögner aus Ruppach. Ergebnisoffen, das Ganze.
Für Kulturringsvorsitzenden Walter Ulrich und Elferrat Thomas Limpert waren es die letzten Bunten Abende. Sie wurden am Samstag verabschiedet. Die Jubiläumsausgabe der Bunten Abende nächstes Jahr verantwortet dann ein neues Team. Man darf gespannt sein.
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