Gesellschaftskritik
Predigt in Dörflis mit ungewöhnlichem Thema
Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Eine beeindruckende Predigt hielt Regionalbischöfin Dorothea Greiner (rechts) in der hell und freundlich gestalteten Burkardskirche.
Gerold Snater
F-Signet von Gerold Snater Fränkischer Tag
Dörflis in Bayern – Es sollte ein normales Fest in der renovierten St.-Burkardskirche in Dörflis sein, aber Regionalbischöfin Dorothea Greiner sorgte für Aufsehen.

Es begann alles ganz normal: In einem Weihegottesdienst mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner, Dekanin Anne Salzbrenner und Pfarrer Peter Hohlweg wurde die St.-Burkardskirche in Dörflis am zweiten Adventssonntag nach zweijähriger Renovierung wieder ihrer Bestimmung übergeben.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Das freundliche, helle Gotteshaus war komplett besetzt. Der Innenraum der Kirche ist hell und freundlich geworden.
Gerold Snater

Dazu spielte der Dörfliser Posaunenchor, es sang das Königsberger Vokalensemble und Dekanatskantor Matthias Göttemann spielte die neuintonierte Orgel. Alles zusammen ein kirchenfüllendes Erlebnis.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Pfarrer Peter Hohlweg, Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Dekanin Anne Salzbrenner (von links) begrüßten die erwartungsvollen Gottesdienstbesucher vor dem Gotteshaus.
Gerold Snater

Und ein neuartiges Erlebnis für die Festgottesdienstbesucher. Zunächst ging Regionalbischöfin Greiner in ihrer Predigt auf die neuen Gestaltungsmomente und voll gelungenen Veränderungen des Gotteshauses ein und sagte: „Ich möchte euch Dörflisern unverhohlen ein großes Kompliment machen. Ich gratuliere euch zu eurer attraktiven Kirche.“

Stellung der evangelischen Kirche zum Thema Sexualität

Dann machte Greiner einen Schwenk zu einem in einer Kirche eher seltenes Thema. Sie sprach die Stellung der evangelischen Kirche zum Thema Sexualität an und wies darauf hin, dass in der Bibel sehr offen über Sexualität gesprochen werde. Das war für einige Zuhörer ungewöhnlich und neu in einer Predigt zu hören.

Kritischer Zwischenruf bei der Predigt in der St.-Burkardskirche in Dörflis

Weiter sagte Greiner: „Inzwischen hat sich da Gott sei Dank viel getan. Sexualität ist ein großes Geschenk Gottes. Sie ist ein echter Antrieb im Leben. Ja, gewiss; es gibt auch Perversionen, Entstellungen. Aber Homosexualität ist als treu gelebte Form gewiss keine.“ Diese Meinung zu diesem oft noch umstrittenen Thema veranlasste einen Gottesdienstbesucher sogar zu einem kritischen Zwischenruf.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Dekanin Anne Salzbrenner, Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Pfarrer Peter Hohlweg leiteten den Einweihungsgottesdienst.
Gerold Snater

Zu Beginn hatten sich die Gottesdienstbesucher vor der Kirche versammelt. Der Einzug mit der Geistlichkeit erfolgte erst, nachdem der für die Innen- und Außenrenovierung zuständige Architekt Jürgen Bergmann aus Eichelsdorf an Pfarrer Peter Hohlweg den symbolischen Schlüssel übergeben hatte.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Architekt Jürgen Bergmann übergab Pfarrer Peter Hohlweg den symbolischen Schlüssel für das neu renovierte Gotteshaus.
Gerold Snater

Wer die graue Kirche zum letzten Mal vor zwei Jahren gesehen hat, erkennt sie nun fast nicht wieder. Das dunkle, schmucklose Gotteshaus ist nun hell und prächtig. Die Kirche sei sehr schön geworden, sagte deswegen auch Landrat Wilhelm Schneider bei der anschließenden Feier auf dem Dorfplatz.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Pfarrer Peter Hohlweg wurde nicht nur von der Regionalbischöfin und Landrat Wilhelm Schneider für sein immenses Engagement gelobt.
Gerold Snater

„Diese Baumaßnahme war mit viel Aufwand verbunden. Aber Ihre Mühen und Anstrengungen haben sich gelohnt, die Schönheit Ihres Gotteshauses kommt jetzt wieder voll zur Geltung“, sagte Schneider. Er würdigte besonders den Einsatz der Helfer, die mit über 300 Stunden einen Teil ihrer Freizeit für ihre Kirche eingesetzt hätten. Vor allem das Abkratzen der obersten Farbschicht der Wände sei – wie er gehört habe, sehr mühevoll und zeitaufwendig gewesen.

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Kirchenpflegerin Ingrid Gehring war ein unermüdlicher Motor der Kirchenrenovierung.
Gerold Snater

Der Landrat würdigte Kirchenpflegerin Ingrid Gehring und ihrem Mann Theo für spontane Arbeitseinsätze, ebenso wie Pfarrer Peter Hohlweg. Schneider zitierte am Ende den französischen Dichter Paul Claudel: „Gläubige Menschen sind glückliche Menschen. In diesem Sinne hoffe ich, dass dieses renovierte Gotteshaus vielen Menschen helfen kann, diesen Glauben zu finden, zu festigen, zu vertiefen und ihn in Gemeinschaft zu leben.“

Wiedereinweihung der Kirche in Dörflis nach der Renovierung
Die St.-Burkardskirche in Dörflis ist zu einem Schmuckstück geworden.
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Bürgermeister Claus Bittenbrünn lobte den unermüdlichen Einsatz von Pfarrer Peter Hohlweg und der Kirchenvorsteher. Er hoffte, „dass dieses neu renovierte Gotteshaus viele Besucher, vor allem Gottesdienstbesucher aufsuchen werden. Denn jeder, der in die Kirche eintritt, ob zu einem Gottesdienstbesuch, für ein Gebet oder einfach nur so, um einen Blick in den Innenraum der Kirche zu werfen, wird begeistert sein von dieser so schön renovierten Kirche.“

Kirchenpflegerin Ingrid Gehring schlug bei ihrer Rede hinsichtlich Pfarrer Peter Hohlweg in die gleiche Kerbe. Ohne dessen unermüdlichen Einsatz wäre die Renovierung nicht möglich gewesen. Gehring vergaß aber nicht ihre Mithelferinnen und Mithelfer, die jederzeit bereit waren mit anzupacken. Sie verlas auch eine Botschaft von Pfarrer Dieter Grimm, der Dörflis einige Jahre betreut hatte.

Ein lobendes Schlusswort am Ende der Feier zur Kirchenrenovierung

Pfarrerin Annette Rodenberg war bis 2005 fünf Jahre Seelsorgerin in Dörflis. Mit ihrem lobenden Schlusswort endete die Feier zur Wiedereinweihung der neu renovierten Burkardskirche in Dörflis.

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