Handwerker
Sie werden mehr denn je gebraucht
Froh über ihren erfolgreichen Abschluss zeigten  sich die  Freigesprochenen im Handwerk beim gemeinsamen Footo mit (von links) stv. Landrat Michael Ziegler, Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner und Schulleiterin Heidrun Görtler.
Froh über ihren erfolgreichen Abschluss zeigten sich die Freigesprochenen im Handwerk beim gemeinsamen Footo mit (von links) stv. Landrat Michael Ziegler, Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner und Schulleiterin Heidrun Görtler.
Foto: Günther Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Haßfurt – An der Heinrich-Thein-Schule in Haßfurt wurden zahlreiche junge Leute nach erfolgreicher Ausbildung in einem Handwerksberuf freigesprochen.

„Ich bin froh, dass sie sich für ein Handwerk entscheiden haben, denn das Handwerk ist nach wie vor ein wichtiger Pfeiler unseres Wirtschaftslebens. Es ist ist mit Abstand der größte Arbeitgeber im Landkreis Haßberge und mit mehreren 100 Millionen die größte Wirtschaftskraft.“ Dies betonte stellvertretender Landrat Michael Ziegler bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft in der Heinrich-Thein-Schule in Haßfurt.

Bei der Feier wurden zahlreiche Frauen und Männer folgender Berufe freigesprochen: Kauffrauen und Kaufmänner im Büromanagement, Fachverkäuferinnen für das Nahrungsmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei, die Fleischer selbst, Friseurinnen und Friseure, Maler sowie Schreiner. Hans-Georg Häfner gratulierte ihnen namens der Kreishandwerkerschaft zu ihrem Erfolg: „Den qualitativen Sprung in die Zukunft haben sie geschafft.“

Corona und nun der Krieg in Europa

Der Kreishandwerksmeister erwähnte dabei auch die aufwendigen und teils unangenehmen Bedingungen, unter denen die Freizusprechenden, aber auch die Lehrkräfte wie Ausbildungsbetriebe während der Corona-Pandemie zu leiden hatten. Nun komme auch noch der unnötige Krieg in Europa hinzu. Häfner: „Bei uns werden durch Lieferkettenausfälle und nicht ausgleichbare Preissteigerungen die bereits vorhandenen Probleme wie Bürokratie oder Azubimangel immer größer.“

Die Fachleute vor Ort

Auch in den Kommunen werde ein Umdenken nötig werden, wenn die benötigten Facharbeiter aus dem Handwerk nicht mehr vorhanden sind. „Für mich ist sehr wichtig, den Bäcker, den Metzger, den Brauer vor Ort zu haben, denn ich möchte wissen, was ich von wem bekomme. Oder stellen sie sich vor, man benötigt einen Schreiner, einen Maurer, einen Elektriker für eine Reparatur und muss sechs Wochen warten, bis schließlich ein 70-jähriger Handwerker kommt.“

Persönlicher Kontakt zum Kunden als Gütesiegel

„Den persönlichen Kontakt zum Menschen halte ich für das Gütesiegel des Handwerks“, so Häfner weiter. Wer in der persönlichen Kundenberatung seinen Kunden immer qualifiziert, kompetent und freundlich gegenübersteht, gewinne. Die Mitarbeiter seien das Potenzial der Betriebe und jeder wichtig für den Unternehmenserfolg. Qualität wird in der Regel honoriert.“

Botschafter für Können und Qualität werden

Unter den Gästen waren auch die Leiterin der Heinrich-Thein-Berufsschule, Oberstudiendirektorin Heidrun Görtler, sowie Studiendirektor Jürgen Brüggemann, der Ehrenpräsident der Handwerkskammer für Unterfranken, Hugo Neugebauer, sowie die Innungsobermeister.

„Mit Ihrer soliden Ausbildung haben Sie den Grundstein für eine gute Karriere gelegt. Nun liegt es an Ihnen, was sie daraus machen. Nutzen Sie ihre Chancen und Möglichkeiten und werden Sie zum Botschafter für das Können und die Qualität des Handwerks“, betonte stellvertretender Landrat Michael Ziegler bei seiner Festansprache. Es bedürfe viel mehr als einem Handwerker über die Schulter zu schauen, um selbst einer zu werden. Dazu brauche es Talent, Geschicklichkeit, Tüchtigkeit und Ausdauer und nicht zuletzt einen guten Lehrmeister, sagte Ziegler.

Der heutige Tag sei ohne Zweifel eine Zäsur im Leben und ein Aufbruch, der viele Chancen schenke. „Gute Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht, da bin ich mir ganz sicher. Wie wichtig ihre Arbeit ist, merken wir ja immer erst, wenn es irgendwo klemmt, wenn das Auto nicht anspringt, die Heizung nicht funktioniert, der Fernseher streikt oder man jetzt noch schnell eine Solaranlage auf dem Dach möchte.“

Konkret und nicht abstrakt

Ohne Handwerk hätte man nicht einmal ein Dach über dem Kopf, kein Brot und keine Wurst zum Essen, und auch um unsere Gesundheit sähe es schlecht aus. Diese Beispiele zeigten, wie eng und breit das Handwerk mit dem Leben verflochten sei. „Sie werden, wenn sie gut sind, besondere Wertschätzung erfahren – weil jeder die Qualität erkennt, weil ihre Arbeit konkret und nicht abstrakt ist und sie gerade in dieser schwierigen Zeit mehr denn je gebraucht werden.“

Kaufleute im Büromanagement

Ihren Gesellenbrief als Kaufmann/-frau im Büromanagement erhielten: Jessica Basel, Theinheim (Betrieb Naturbäckerei Oppel Untersteinbach); Annsophie Eirich, Westheim (Autohaus Glückert Schweinfurt); Jakob Geus, Burgwindheim (Nutzfahrzeuge Klarmann Eltmann); Carina Gottschall, Viereth, (Malerbetrieb Stappenbacher Oberaurach); Anna Hornung, Weißbrunn (Schlosserei Renner, Knetzgau); Linus Keinath, Königsberg (Heppt Design in Holz Sylbach);Vivien Melber, Gleisenau ( Estrich Schober Eltmann); Vanessa Montag, Donnersdorf (Sanitätshaus Mannl und Hauck, Haßfurt); Moritz Oehrl, Ebelsbach (Autohaus Kühnl, Haßfurt); Dominik Reiser, Rauhenebrach (Autohaus Heil, Sand); Laura Schätzlein, Dörflis (Meusert GmbH Haßfurt); Julian Schmidt, Königsberg (Nicklas Landmaschinen Hofheim).

Malerinnung Haßberge

Prüfungsbester wurde Jakob Bötsch, Trappstadt (Maler Klee, Ebern); Fabian Fella, Sand (Maler- und Verputzerbetrieb Berchtold, Zeil); Danilo Iacona, Knetzgau (Maler- und Verputzerbetrieb Biro Haßfurt); Rowena Männl, Prisendorf (Maler- und Verputzerbetrieb InStyle Haßfurt).

Schreinerinnung Haßberge

Isabel Ankenbrand (bei Schreinerei Krines, Sand); Florian Büttner (Schreinerei Hau Hofheim); Moritz Dautel (Schreinerei Kirchner, Ermershausen); Ernst Noah (Schreinerei Krines Sand); Sascha Fenn (Schreinerei Bückner Hofheim); Lena Gehring ( Reitz Fenster Limbach); Marvin Kehr ( Schreinerei Bückner Hofheim); Leon Krug (Treppenbau Grünewald, Happertshausen); Jonathan Lutz (Schreinerei Eichhorn, Prölsdorf); Madlen Ott (Schreinerei Bückner Hofheim); Jan Schellenberger (Schreinerei Eck Gädheim); Jakob Seemann (Schreinerei Bückner Hofheim); Jakob Tempel (Schreinerei Kann, Zeil); Konrad Thomas (Schreinerei Vogel Obertheres); Paul Zyprian (Kröner Objekt GmbH Dampfach). Innungsbeste war Madlen Ott.

Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei

Prüfungsbeste war Valeriia Goncharova (bei Krückel, Stettbach /Werneck); Lisa-Maria Bauer (Krückel, Stettbach/Werneck); Samantha Beck (Rewe Götzelmann, Gerolzhofen); Sophie Ditsch (Roppelt Gerolzhofen); Melanie Epp (Schürger, Werneck); Janka Gottschlich (Edeka Höchner, Hofheim); Selina Hillmann, (Häfner Königsberg); Anita Kryeziu (Hornung Limbach); Vira Nepop (Dorsch Schweinfurt).

Fleischer

Prüfungsbester Davin Abschütz (Neugebauer Großeibstadt); Leon Kessler (Kessler Frankenheim Bischofsheim); Sascha Krause (Arnold Gefäll); Timon Streng (Fuchs Ebern); Jan Suhl (Eisfelder Pfarrweisach); Faboian Krzoska (Uehlein Scheinfurt); Nico Schäfer (Dorsch Scheinfurt); Pascal Then (Geeb Schweinfurt); Louis Toleikis (Schoppel Stadtlauringen).

Friseurin

Maria-Sophie Strätz, Haßfurt (bei Friseurin Bianca Lange, Haßfurt).

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