Diskussion
Werden Tinyhäuser in Losbergsgereuth errichtet?
Im Rentweinsdorfer Marktgemeinderat entzündete sich eine rege Diskussion um Tinyhäuser im Gemeindeteil Losbergsgereuth.
Im Rentweinsdorfer Marktgemeinderat entzündete sich eine rege Diskussion um Tinyhäuser im Gemeindeteil Losbergsgereuth.
Geiling
F-Signet von Günther Geiling Fränkischer Tag
Rentweinsdorf – Die Sache mit den Grundstücksrechten für die Anlage der trendigen Mini-Häuser erscheint dem Gemeinderat Rentweinsdorf zu kompliziert.

Voranfragen, Bauleitplanung, Objektplanungen: Damit befasste sich das Ratsgremium der Marktgemeinde Rentweinsdorf in seiner letzten Sitzung. Die Bauleitplanung im Ortsteil Losbergsgereuth, bei der der Wunsch nach Tinyhäusern berücksichtigt gewesen wäre, lehnte der Gemeinderat ab.

Auch weil, wie es hieß, im Ort noch genügend freie Bauplätze (in privater Hand) seien und zum anderen ein landwirtschaftlicher Betrieb beengt wäre.

Dritter Bürgermeister Stefan Horn (RUL) leitete die Sitzung. Von der Bauverwaltung der VG (Verwaltungsgemeinschaft) Ebern erläuterten Michelle Georg und Martin Lang die Sachverhalte.

Zwei Baurechte auf einem Platz

Zur Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans für das dörfliche Wohngebiet „Kreuzäcker“ im Gemeindeteil Losbergsgereuth lag nun der Vorentwurf für die Bauleitplanung vor mit der Variante B (Errichtung von zwei Wohnhäusern). Es ging um 3200 Quadratmeter.

Nachfrage nach kleineren Parzellen und nach Tinyhäusern

Das Bauleitverfahren hätte nach Paragraf 13b Baugesetzbuch beschleunigt abgewickelt werden können, auch sei bei einer Größe von unter zwei Hektar kein Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft erforderlich, hieß es. Martin Lang wies darauf hin, dass die Planung wegen der Nachfrage nach kleineren Parzellen und nach Tinyhäusern angepasst wurde.

Somit entstünden zwei Baurechte für die Einzelhausbebauung mit der Maßgabe, dass je nach Baulandnachfrage jedes Baugrundstück mit einem Baurecht aufgeteilt und jedes Baugrundstück mit zwei Tinyhäusern bebaut werden könne.

Man wisse ja damit gar nicht, was auf dem Grundstück entstehe, heißt es im Gemeinderat Rentweinsdorf

Dies löste eine große Diskussion im Gemeinderat aus. Man wisse ja damit gar nicht, was auf dem Grundstück entstehe oder wie viele Baurechte es dort dann gebe, hieß es. Gerhard Schmidt (CSU) schlug vor, die Möglichkeit für Tinyhäuser ganz und gar herauszunehmen. Kurt Weißheimer interessierte, welche Kosten auf die Gemeinde zukämen. Martin Lang meinte, dass dies kein Riesenaufwand sei, aber die Straße, die erst drei Jahre alt sei, müsste wieder aufgerissen werden.

Benjamin Jäger (SPD) entgegnete, man könne doch nicht vorschreiben, was jemand dort zu bauen hätte. Martin Lang gab zu bedenken, dass die Bauleitplanung nach Paragraf 13b bis zum 31. Dezember beschlossen werden müsste. Danach wäre eine aufwendigere Bauleitplanung vorgeschrieben.

Der benachbarte landwirtschaftliche Betrieb könnte beeinträchtigt werden

Trotzdem: Es gebe ja noch genug private Bauplätze im Ort, außerdem könne eine Beeinträchtigung der Entwicklung des alteingesessenen Nachbarbetriebs nicht ausgeschlossen werden, hieß es, und so lehnte die Mehrheit den Beschlussvorschlag mit 3:6 Stimmen ab. Ein Bebauungsplan wird also nicht aufgestellt.

Auch eine Unterstellhalle in Rentweinsdorf war heiß debattiert, sie läge im Landschaftsschutzgebiet, im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Laut Bauvoranfrage sollten hier Balkenmäher, Rasenmäher, Trimmer und Ähnliches untergestellt werden, zum Ausgleich würden Obstbäume und heimische Gehölze gepflanzt. Das Gremium lehnte die Voranfrage mit 4:5 Stimmen ab.

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