Auf der Suche nach dem großen Geld hat eine türkischstämmige Räuber-Clique aus dem Ruhrgebiet im letzten Frühjahr einen Reisebus auf dem langen Weg nach Serbien ausgerechnet auf Höhe des beschaulichen Höchstadt an der Aisch mit vorgehaltener Waffe auf der Autobahn zum Anhalten gezwungen.
Zuvor hatte ein 39-jährige Türke aus dem Ruhrgebiet den „heißen Tipp“ bekommen, dass sich in dem Gepäckabteil des Reisebusses in einer unscheinbaren Tasche satte fünf Millionen Euro befinden sollen. Für den Coup hatte der kleine Mann aus der Türkei, der zum Prozessauftakt gleich die ganze Verwandtschaft aus dem „Pott“ nach Franken mitgebracht hatte, gleich vier Komplizen angeheuert.
Einer hatte ausgepackt
Dummerweise hatte ein 59-jähriger Mittäter, der als vermeintlich „normaler Fahrgast“ bei einem Zwischenstopp in Frankfurt in den Balkan-Express eingestiegen war, beim ersten Prozess gegen den Haupttäter ausgepackt – und auch gleich entscheidende Hinweise auf die zwei weiteren flüchtigen Komplizen liefern können, die mit einem Peugeot zum Tatort geeilt waren, um den Bandenchef gemeinsam mit den Pistolen und dem mutmaßlichen Geldkoffer im Kofferraum wieder zurück ins Ruhrgebiet kutschieren zu können.
Die beiden 22-Jährigen setzten sich zunächst ab
Nach dem Überfall sollen sich die beiden 22-jährigen Komplizen, die sich jetzt vor dem Landgericht verantworten mussten, zunächst in die Türkei abgesetzt haben. Erst durch die Hilfe des 59-jährigen Kronzeugen hätten die heute erst 22-jährigen Komplizen schließlich dingfest und ihnen nun vor dem Landgericht Nürnberg der Prozess gemacht werden können.
Einer kam mit Bewährung davon
Einer der bereitwilligen Mittäter hat nach Jugendstrafrecht „nur“ eine zweijährige Bewährungsstrafe aufgebrummt bekommen. Der wenige Tage ältere Mitangeklagte muss dagegen für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Der Kronzeuge war mit einer Freiheitsstrafe in Höhe von „nur“ dreieinhalb Jahren für seine sachdienlichen Hinweise belohnt worden. Der 39-jährige Drahtzieher, der den Gerichtssaal zum Prozessauftakt noch mit einem „Victory-Zeichen“ betreten hatte, verbüßt derzeit eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von neuneinhalb Jahren. Von den angeblichen Millionen aus dem Reisebus fehlt dagegen offensichtlich leider weiterhin jede Spur.
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