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Höchstadter Straße
Der neue Arzt für Adelsdorf ist da
Hinter dieser Tür entsteht die neue Hausarztpraxis von Dr. Frank Schalller (rechts).
Hinter dieser Tür entsteht die neue Hausarztpraxis von Dr. Frank Schalller (rechts). // Amelie Karl
Signet des Fränkischen Tags von Amelie Karl
Adelsdorf – Fünf Jahre mussten die Adelsdorfer auf einen neuen Arzt im Ort warten. Nun eröffnet der Mediziner seine neuen Praxisräume.

Update vom 31.05.:

Die Gemeinde Adelsdorf hat eine neue internistische und allgemeinmedizinische Arztpraxis.  Nach dem Ende der Umbauarbeiten ist die Praxis in der Höchstadter Straße 34 ab 1. Juni geöffnet. Schon seit längerem spielte der Internist Frank Schaller mit dem Gedanken, eine eigene Arztpraxis zu eröffnen.

Angesprochen von der Werbeaktion „Vitamin A (Arzt) für Adelsdorf“, wurden sich der Doktor und Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal schnell einig. Nachdem im Herbst 2022 dann auch die Kassenärztliche Vereinigung der Praxiseröffnung zugestimmt hatte, ging es ans Werk. Entstanden ist eine moderne Arztpraxis im Hauptsitz der Gemeindewerke Adelsdorf mit mehreren Behandlungsräumen,  Labor und Untersuchungszimmern mit EKG und Ultraschallgerät.

Suche nach Nachfolger

Bürgermeister Karsten Fischkal ist voll des Lobes: „Für die Gemeinde Adelsdorf mit knapp 10.000 Einwohnern ein echter Glücksgriff.“   Insgesamt sieben Haus- und Fachärzte sowie drei Zahnarztpraxen gibt es derzeit in der Gemeinde. Die Praxis von Dr. Frank Schaller ist unter Telefon 09195/9988008 zu erreichen.

Da der bisherige Hausarzt Dr. Clemens Hoppe vorhatte, aufgrund seines Alters in den Ruhestand zu gehen, begab sich Bürgermeister Karsten Fischkal auf die Suche nach einem Nachfolger.

Update Ende.

Kampagne hat gefruchtet

Schon 2018 sprach der Bürgermeister das Thema beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an, um das Problem anzugehen. Jedoch ohne großen Erfolg. Daraufhin startete die Gemeinde die Kampagne „Vitamin A für Adelsdorf“. „A“ für Arzt. Obwohl Fischkal wenig Hoffnung hatte, wie er gegenüber dem FT erklärte, fruchtete die Kampagne und Schaller wurde vor allem durch Kollegen an seiner bisherigen Wirkungsstätte auf die Hausarztsuche der Adelsdorfer aufmerksam.

Bislang war der Arzt im Klinikum Höchstadt tätig. Fischkal betonte, eines der wichtigsten Dinge für eine Gemeinde sei aus seiner Sicht eine funktionierende Infrastruktur. „Ein Ort mit fast 10.000 Einwohnern braucht eine sichergestellte Versorgung“, meinte Fischkal.

In Adelsdorf fündig geworden

Dazu zählen die Unternehmen vor Ort mit Betrieben, die für Arbeitsplätze und kurze Arbeitswege für die Bewohner der Gemeinde sorgen, ebenso wie eine funktionierende Lebensmittelversorgung. Für die infrastrukturelle Entwicklung der Gemeinde ist aber ebenso eine medizinische Versorgung wichtig: „Wenn jemand krank ist, braucht er einen Arzt, dem er vertraut.“

Damit bezieht sich der Bürgermeister auf die vielen zugezogenen Bürger aus Erlangen und Nürnberg, die bei einer Krankheit immer noch ihren Hausarzt an ihrem früheren Wohnort aufsuchen. Sein Ziel ist es, durch die Praxisneueröffnung mehr Möglichkeiten für die Adelsdorfer zu schaffen. Denn die fünf bereits am Ort ansässigen Praxen hätten keine Kapazitäten mehr für neue Patienten. Somit sei der Bedarf für einen sechsten Hausarzt da, sagt Fischkal.

Der neue Hausarzt war bisher Allgemeinmediziner, Internist und Notfallmediziner im Klinikum der Nachbarstadt Höchstadt. Lange plante er, sich niederzulassen und ist nun in Adelsdorf fündig geworden. Fischkal und Schaller lernten sich kennen und wie beide betonen, habe sich eine beidseitige Sympathie entwickelt. Dem folgt nun eine intensive Zusammenarbeit.

Neugründung mit Risiko verbunden

Für Schaller sei eine Niederlassung in Adelsdorf besonders attraktiv, da er als Hemhofener die Nähe und die Größe der Gemeinde Adelsdorf schätzt, wie der Arzt im Gespräch mit dem FT erklärte. Bis die Renovierungsarbeiten in den künftigen Praxisräumen in der Höchstadter Straße abgeschlossen sind, muss noch einiges getan werden.

„In den nächsten drei Wochen wird noch viel passieren“, kündigt Schaller an. Es sind mehrere Behandlungszimmer und die Ausstattung unter anderem mit einem EKG-Gerät geplant. Für das Raumklima sorgt eine abgestimmte Beleuchtung und eine Klimaanlage. Ebenso werden 10 Parkplätze direkt vor der Praxis eingerichtet.

Schaller startet mit einer Arzthelferin am 1. Juni in seinen Hausarztalltag und beabsichtigt, noch weitere Mitarbeiter einzustellen. Für ihn sei die Neugründung mit mehr Risiko verbunden, als die Übernahme einer bestehenden Praxis, so Schaller weiter. Fischkal lobte in diesem Zusammenhang den Mut des Mediziners.

Der Bürgermeister will dran bleiben

Adelsdorf wird, so die demografische Prognose des Bürgermeisters eine immer jüngere Gemeinde. So werde es kommendes Schuljahr in der Grundschule sieben erste Klassen geben. Somit werde auch die Diskussion um eine Kinderärztin immer wichtiger. Die Frage „Warum ein Hausarzt und keine Kinderärztin?“ liege deshalb nahe, räumte Fischkal ein. Zumal die Kinderärztin Johanna Fleischmann bereit wäre, eine Kinderarztpraxis in Adelsdorf zu eröffnen (der FT berichtete).

Wichtig sei jedoch eine Trennung zwischen dem Thema Allgemeinarzt und dem Thema Kinderarzt, so Fischkal.

Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) würden für den Raum Erlangen-Höchstadt ungefähr neun Stellen für Kinderarztpraxen den Bedarf bereits decken. Alle diese Stellen seien bereits versorgt, weshalb eine weitere Praxis nicht öffnen dürfe. Anders sehe es bei den Stellen für Allgemeinmediziner aus: Hausarzt Hoppe entschloss sich zwar, seine Praxis nur halb zu schließen, trotzdem wurde ein Kassensitz für die neue Praxis von Schaller frei. Fischkal will aber dran bleiben und auch eine Kinderärztin für Adelsdorf gewinnen.

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