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Hubschrauberabsturz
Was bisher bekannt ist - und was nicht
Der Laufer Unternehmer sei ein „sehr akkurater Pilot“ gewesen, erzählen die, die ihn gekannt haben.
Der Laufer Unternehmer sei ein „sehr akkurater Pilot“ gewesen, erzählen die, die ihn gekannt haben. // Scheuerer
Herzogenaurach – Ein Hubschrauber, der in Herzogenaurach gestartet war, stürzt im Baden-Württemberg ab. Alle drei Insassen sind tot. Das sind die möglichen Ursachen.

Es ist ein ruhiger Vormittag. Auf dem Rollfeld des Herzogenauracher Flugplatzes sieht man zwei Kleinflugzeuge parken, die wegen der starken Böen nicht starten können, nebendran hat die Trattoria La Bussola geöffnet, als wäre nichts passiert.

Vier Tage ist die Flugtragödie nun her, die hier ihren Lauf genommen hat. Am Ende kamen bei dem Hubschrauberabsturz im baden-württembergischem Buchen drei Menschen ums Leben. Und jetzt fragen sich alle, wie das eigentlich passieren konnte. 

1. Wie hat sich der Unfall zugetragen?

Eine Unfall-Rekonstruktion steht bislang aus. Klar ist, dass der 61-jährige Unternehmer aus Lauf um kurz nach zwölf Uhr mit seinem einmotorigen Hubschrauber in Herzogenaurach gestartet war. Wie aus den Aufzeichnungen des Flugplatzes hervorgeht, war er auf dem Weg zu einem Lokalflug, ein Flug also, der ohne Zwischenlandung wieder in Herzogenaurach enden sollte. An Bord der Maschine waren neben dem Unternehmer dessen 18-jähriger Sohn sowie ein 34-jähriger Unternehmer.

2. Wie oft kommen solche Unfälle vor?

Sehr selten. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) verzeichnete in den vergangenen beiden Jahren keinen Hubschrauberabsturz mit Todesfolge. 2020 gab es deutschlandweit vier Zwischenfälle, das Jahr zuvor waren es fünf. Insgesamt verletzten sich bei Hubschrauberunfällen in dem Zeitraum drei Menschen schwer.

Allerdings ist zu beachten, dass im Jahr 2020 wegen der Pandemie wenig Flugbewegungen zusammengekommen waren. Auch bei den Helikoptern des ADAC gab es in den vergangenen drei Jahren nur einen Unfall.

3. Was sind die häufigsten Ursachen?

Jeder Unfall im Flugverkehr ist unterschiedlich und wird von der BFU einzeln untersucht. Dennoch gibt es eine grundlegende Vorgehensweise. So prüfen Experten zunächst hinsichtlich eines Pilotenfehlers. Geprüft wird zum Beispiel, wie viel Sprit der Pilot getankt hat, wann dieser den letzten Check-up-Flug absolviert hat oder wann er das letzte Mal beim Flugarzt vorstellig wurde.

Wenn ein Fehlverhalten des Piloten ausgeschlossen ist, gibt es grundsätzlich drei Unfallursachen: Schlechtes Wetter, Materialschaden oder plötzlich auftretende gesundheitliche Probleme des Piloten, wie zum Beispiel ein Schlaganfall.

4. Wie wahrscheinlich ist ein Pilotenfehler im vorliegenden Fall?

Wer sich im Umfeld des Unternehmers umhört, bekommt oft die Antwort: „Unwahrscheinlich.“ Schließlich sei der 61-Jährige ein „extrem akkurater Pilot gewesen“, der sich mit großer Leidenschaft penibel um seinen Hubschrauber gekümmert habe, erzählen viele. Vor jedem Flug habe er seine Maschine immer ordnungsgemäß überprüft.

Hinzu kommt, dass der Unternehmer eine Woche vor dem Unglück einen Check-up-Flug erfolgreich absolviert hat. Dabei kontrolliert eine externe Flugbehörde, ob der Pilot flugfähig ist. Trotz langjähriger Piloterfahrung, hatte der 61-Jährige nicht viel Erfahrung im Umgang mit Hubschraubern. Ausschließen kann man einen Pilotenfehler auch deshalb nicht.

5. Gibt es einen TÜV für Helikopter?

Alle Flugfahrzeuge durchlaufen ständig mehrere Prüfungen. Einmal im Jahr erfolgt zudem eine große Kontrolle der Lufttüchtigkeit des Fahrzeugs. Außerdem muss man beim Hubschrauber alle 50 Flugstunden eine Zwischenkontrolle durchführen, bei dem etwa der Ölstand und die Tauglichkeit der Materialteile kontrolliert werden. Geprüft wird das Ganze von externen Mechanikern.

6. Wie gefährlich ist eine Notlandung?

Grundsätzlich sind Notlandungen, schon dem Wortlaut zufolge, immer nur im Notfall angemessen und bergen ein gewisses Risiko. Erfahrene Piloten können ihre Hubschrauber in besagten Fällen jedoch meist sanft landen, da sie das Manöver in der Flugausbildung einstudiert haben.

Wenn der Motor einer Maschine ausfällt, sorgt die sogenannte Autorotation dafür, dass der Hubschrauber nicht wie ein Stein zu Boden fällt, sondern verhältnismäßig langsam gleitet. Die verstreuten Materialteile im Wald bei Buchen sind, anders als bislang behauptet, wenig überraschend. Schließlich fliegt ein Helikopter auch bei einer Notlandung mit 120 Stundenkilometern.

7. Wie lange dauert die Untersuchung?

Das BFU will bis zum 25. Dezember einen Zwischenbericht vorlegen. Eine gesicherte Aussage zur Unfallursache wird es aber auch dann noch nicht geben. Diese wird in einem Abschlussbericht erfolgen, den die BFU rund ein Jahr nach dem Unfall vorlegen will.

 

Im Frühjahr hatte es in Franken gleiche mehrere Zwischenfälle gegeben: 

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