Im letzten Herbst wurde der Traum des in Adelsdorf bekannten Metzgers und Caterers Harry Kraus Wirklichkeit: einmal auf dem Oktoberfest dabei sein – aber nicht als Besucher, sondern als Mitarbeiter in einem der Festzelte.
Dieses Jahr war er wieder dabei. Das 188. Oktoberfest in München auf der Theresienwiese startete am 16. September und endet am 3. Oktober. „Ich bin letztes Jahr zu dem Job in einem der größeren Zelte mit der größten Küche – der Ochsenbraterei – auf der Wiesn über Beziehungen gekommen“, strahlt Harry Kraus.
Hunderte Helfer auf der Wiesn
Er habe heuer wieder lange vorher angefragt und es hat geklappt. „Am Freitag vor Beginn der Wiesn mussten wir antreten und wurden genau eingewiesen“, berichtet er.
Immerhin arbeiten im Ochsenzelt 250 Bedienungen, 122 Leute stehen in der Küche, 29 Musiker sorgen für die gute Stimmung, 65 Ordner kontrollieren unentwegt alles, was im Zelt passiert, vier Personen sind im Magazin tätig, 20 in den Schenken und 15 Personen arbeiten in der Verwaltung – eine enorme Zahl. „Ich bin diesmal in der fünften Gasse – der Hähnchengasse– tätig gewesen, wo sich auf acht Grills gleichzeitig die Hähnchen drehen.“
320 Hähnchen braten auf einmal und pro Tag werden zwischen 2500 und 3000 Hendl verkauft. Die sechs „Gassen“ sind in diverse Speisen unterteilt: 1. Kalte Küche wie Brotzeitbretter, Tatar und mehr; 2. Vegane Küche, Dessert, Süßspeisen, Suppen; 3. Filet, Käsespätzle, Gulasch, Rinderbackerl, Weißwürste, Kindergerichte; 4. Schweinebraten, Ochsenbratwurst, Schweinswürstl; 5. Hähnchen, Haxen; 6. Ochsenbraten, Rinder Hochrippe, Ochsensemmel.
Ta g auf der Wiesn beginnt um 8 Uhr
Harrys Tag sah so aus: Angefangen wurde zwischen 8 und 10 Uhr. Als erstes mussten alle Soßen und Beilagen gerichtet und zubereitet werden.
Um 10 Uhr wurden das Zelt und die Küche geöffnet, und von da an wurden die Gäste pausenlos bis 22 Uhr mit Speisen versorgt. „Natürlich gab es für uns kurze Verschnaufpausen dazwischen“, sagt Kraus, „es ist echt sehr anstrengend, die Mengen an Speisen zu produzieren und alles sofort an die wartenden Kellner auszugeben.“
Aber die Wiesnzeit habe sich für ihn auf jeden Fall wieder gelohnt. „Alleine die Erfahrung, solche Mengen zu bewerkstelligen, dann ein Teil der Organisation des Ganzen zu sein, aber vor allem viele nette Menschen und Kollegen kennenzulernen – das war letztes Jahr einfach fantastisch und ein wirklich super Erlebnis – und der Grund für mich, wiederzukommen“, schwärmt er.
Besonders freute er sich über das Treffen mit Bürgermeister Karsten Fischkal. „Er war mit Freunden zum Essen dort und hat nach mir gefragt“, verrät Kraus. Gerne ist Harry nächstes Jahr beim 189. Oktoberfest wieder dabei.
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