Fußbälle gehören in Herzogenaurach zum Straßenbild einfach dazu. Nicht nur auf Inseln in Kreisverkehren werden überlebensgroße Fußbälle stolz zur Schau gestellt. Doch das ist Adidas offensichtlich längst noch nicht genug. Rechtzeitig vor dem Start der Europameisterschaft in Deutschland dieses Jahr möchte der Sportartikelkonzern mit den drei bekannten Streifen dem runden Leder eine ganz neue Dimension verpassen.
Diesmal soll auf dem gigantischen Dach des firmeneigenen Sportartikel-Outlets am Olympiaring ein überdimensionierter Fußball aufgestellt werden, um mit der schwindelerregenden Installation die Schlachtenbummler aus halb Europa willkommen zu heißen. Schon am kommenden Mittwoch soll die „temporäre Aufstellung“ des überdimensionierten Fußball-Kunstwerks im Bauausschuss der Stadt Herzogenaurach besprochen werden. Derweil bereitet man sich auch in der „Welthauptstadt des Sports“ auf das anstehende Großereignis vom 14. Juni bis 14. Juli in Deutschland vor. Pünktlich zur Heim-EM will sich auch die mittelfränkische Heimatstadt der Gebrüder Dassler von ihrer besten Seite präsentieren.
Nationalmannschaft trainiert bei Adidas in Herzogenaurach
Nicht nur weil die DFB-Elf auf dem „Adidas Home Ground“ im Herzogenauracher Hauptquartier des Trikotsponsors kurz vor dem Auftaktspiel gegen Frankreich in München ihr Turnierquartier beziehen will. Auch die Stadt selbst rechnet mit einem Ansturm an Besuchern. „Die Hotels in Herzogenaurach sind während der Europameisterschaft wahrscheinlich wieder komplett ausgebucht“, freut sich Judith Jochmann vom Amt für Stadtmarketing und Kultur. Etliche Medienvertreter aus dem sportverrückten Land belegten wahrscheinlich bald wieder den Großteil der aktuell genau 1415 Hotel-Betten in Herzogenaurach.
Damit die vielen EM-Gäste die Wiege von Schraubstollenschuhen und weiteren sporttechnischen Neuerungen besser kennenlernen können, plant auch die Stadt ein buntes EM-Programm. Im Stadtmuseum sei beispielsweise eine Sonderausstellung in Vorbereitung, die pünktlich zum Anpfiff der Rasenshow eröffnet werden soll. Vor heute fast genau 100 Jahren hätten die Gebrüder Dassler in Herzogenaurach unter dem Namen „GEDA“ die ersten Sportschuhfabrik gegründet.
Fußball-Party zur EM in Herzogenaurach
Unter dem Titel „Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler“ soll an die gemeinsamen Anfänge der genialen Brüder im Rahmen der geplanten Sonderausstellung erinnert werden. Während sich die Bundesrepublik im EM-Fieber befindet und Neuer, Müller und ihre Mannschaftskameraden unter den fränkischen Fichten im nachhaltigen Tagungszentrum des Streifenkonzerns mit den erstklassigen Sportmöglichkeiten an den Titel träumen, will Herzogenaurach auch spezielle Stadtführungen für die Besucher unter dem Titel „Wiege der Sportartikelindustrie“ anbieten. Bei aller Vorfreude und Vorbereitung bleibt man im Rathaus aber bewusst gelassen.
„Wir in Herzogenaurach haben schon eine gewisse Routine bei Fußball-Großereignissen“, gesteht Judith Jochmann vom Amt für Stadtmarketing und Kultur und kann sich noch gut an die letzten „Fußball-Partys“ beispielsweise während der Corona-Euro vor drei Jahren erinnern, als die Stadt das Team mit dem Adler auf der Brust unter dem Hashtag „Willkommen in Herzo“ mit einer Fotokampagne im damals neuen „Home Ground“ begrüßt hatte. Nicht von ungefähr will Herzogenaurach auch dieses Jahr trotz aller Aufregung rund um das kommende Sportspektakel wieder ganz viele Ruhe und fränkische Gelassenheit ausstrahlen. „Unsere Mannschaft will sich schließlich konzentriert auf die EM-Spiele in Herzogenaurach vorbereiten“, ist sich Jochmann sicher. Und vielleicht den Titel mit dem Rückenwind aus Herzogenaurach tatsächlich mal wieder gewinnen.
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