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Vor Schloss Schönbrunn in Wien
Armin Kahle aus Höchstadt spielt Hauptrolle bei Elisabeth
Im 20. Jahr seiner Profikarriere ging für den Musical-Darsteller Armin Kahl (links) aus Höchstadt ein Traum in Erfüllung: eine Hauptrolle in „Elisabeth“, das Musical, das ihn seit Jugendjahren begeistert.
Im 20. Jahr seiner Profikarriere ging für den Musical-Darsteller Armin Kahl (links) aus Höchstadt ein Traum in Erfüllung: eine Hauptrolle in „Elisabeth“, das Musical, das ihn seit Jugendjahren begeistert. // : Manfred Szieber
Signet des Fränkischen Tags von Frank Förtsch
Höchstadt a. d. Aisch – Seit 20 Jahren steht der Höchstadter Armin Kahl auf den Musical-Bühnen dieses Landes. Nun erfüllt sich der Schauspieler seinen Traum und spielt beim Elisabeth mit. Wie es dazu kam, erzählt er nun.

Eine „Playlist“ erstellen viele von uns zum Beispiel für das Smartphone oder für die perfekte Party. Völlig anders die ganz persönliche Playlist des gebürtigen Höchstadters Armin Kahl: Dort sind die Stücke gelistet, in denen der Musical-Darsteller bereits eine tragende Rolle gespielt hat. Sie reicht von A wie Aida bis Z wie Zorro. 20 Jahre füllt sich diese Playlist nun inzwischen: „Tarzan“, „Drei Männer im Schnee“, „Mamma Mia“, „Jesus Christ Superstar“, „Sister Act“, „Ich war noch niemals in New York“. Dennoch fehlte bis vor kurzem ein Stück, das als Auslöser der beeindruckenden Profikarriere Kahls gelten kann: das Musical „Elisabeth“.

Mit „Elisabeth“ ist Armin Kahl das erste Mal 1992 in Berührung gekommen. Lange bevor das Singen und das Schauspiel sein Beruf wurden. In Wien. „Wir waren mit einer Jugendfreizeit dort. Da habe ich mich sofort ein bisschen in die Stadt und noch viel mehr in das Musical ’Elisabeth’ verliebt“, erzählt Armin Kahl.

Romy Schneide in Filmen über Sissi

„Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Mit dem Thema ’Elisabeth’ gab es das erste Mal ein deutschsprachiges Thema für mich. Es war eine der ersten großen Eigenproduktionen der Vereinigten Bühnen Wien unter Peter Weck. Und ich habe das dann gesehen und das hat mich so beeindruckt. Das hat mich so in die Story hineingezogen, die Art und Weise, wie die Bühne war, die Bühnentechnik, die Geschichte. Nicht so kitschig verschönt, wie in den Sissi-Filmen mit Romy Schneider.“

Armin Kahl erinnert an Brigitte Hamann, die Historikerin und Schriftstellerin. Die habe den Stoff dramaturgisch aufgearbeitet. „Elisabeth war also eines meiner ersten Stücke, das mich so beeindruckt hat. Ich wusste, das will ich auch machen.“

Musical Elisabeth vor Schloss Schönbrunn

20 Profijahre hat „Elisabeth“ Armin Kahl im Positiven „verfolgt“. „Ich musste Rollenangebote in dem Musical auch schon absagen, weil ich in ’Priscilla – Königin der Wüst’ gebunden war.

Und dann war im Herbst 2023 wieder ein Angebot gekommen: Die Rolle von Kaiser Franz-Josef im Musical „Elisabeth“, gespielt vor Schloss Schönbrunn. „Ich habe zu meinem Intendanten Josef E. Köpplinger hier am Gärtnerplatz-Theater in München gesagt: Ich muss das spielen. Er hat das möglich gemacht, obwohl ich eine Produktion parallel geprobt habe.“

Innerhalb kürzester Zeit musste Armin Kahl die neue Rolle einstudieren. „Eine mega tolle Gelegenheit, auch wenn das nicht meine präferierte Rolle von 1992 war. Ich glaube, das habe ich geschafft. Mir wurde gesagt, dass ich der Rolle mehr Charakter, mehr Profil gegeben habe und so einen starken Gegenpol zum Tod gegeben habe in dieser Dreiecksgeschichte.“ Vier Mal wurde das Stück Ende Juni vor der beeindruckenden Kulisse von Schloss Schönbrunn jeweils vor 10.000 Zuschauer gezeigt.

Gil Mehmert inszeniert Elisabeth

„Die Inszenierung von Gil Mehmert ist eine semi-konzertante Aufführung mit einem riesigen Orchester. Trotzdem haben wir es mit dem diesjährigen Cast geschafft, das schauspielerisch sehr stark ist, in die Story einzutauchen. Dazu haben auch die Nahaufnahmen beigetragen, die auf riesige Bildschirme übertragen wurden. “ Das war nicht die einzige zusätzliche Herausforderung für Armin Kahl. Parallel zwei Spielorte und zwei so unterschiedliche Rollen.

„Oh! Oh! Amelio!“ sei ein leichtes, lustiges, spritziges Stück. Franz-Josef dagegen sei ein kaiserlicher Charakter. „Und da ist es mir passiert, dass ich bei der Probe in München mit kaiserlichem Stechschritt auf die Bühne marschiert bin, als ob ich eine Uniform anhätte.“ Man sieht Armin Kahl an, dass ein sehr inniger Wunsch in Erfüllung gegangen ist.

Valjean in Les Miserables

„Das Stück geht nun nach Shanghai auf eine dreiwöchige Tour. Dann geht es auf Deutschland-Tournee. Wir sind gerade am Schauen, ob ich da Termine übernehmen kann. Ich würde mich sehr freuen. Mit dieser Rolle ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Die Hauptrolle in „Elisabeth“ blieb jedoch nicht die einzige glückliche Fügung in seinem 20. Profijahr.

„Heuer hat sich auch ein bisschen ein Kreis geschlossen. Ich durfte wieder ein Stück spielen, mit dem ich semiprofessionell angefangen habe. 1999/2000 haben wir im Hubertussaal in Nürnberg mit der Musicalschule ’Les Miserables’ gespielt. Dort war ich Marius. Das war einfach großartig. Ich bin da so reingerutscht vor meinem Studium. Jetzt haben wir das Stück auf professioneller Ebene in St. Gallen und München auf die Bühne gebracht. Ich durfte den Valjean singen. Eine andere Rolle. Eine großartige Chance. Dieses Stück ist geprägt von wundervoller Musik und diese Zeitreise, die man da spielen darf, das ist großartig. Eine der größten Partien im Musical-Business.“

Theaterakademie August Everding

„Oh! Oh! Amelio!“ wird auch in der nächsten Spielzeit am Gärtnerplatz aufgeführt. Dann folgen auf der Playlist des Musicaldarstellers „Les Miserables“, das „Weiße Rössl“, „Drei Männer im Schnee“ und als neues Stück „Ein Käfig voller Narren“. Dann wird man ab Februar 2025 von Armin Kahl als „Zaza“ auch einen der größten Hits „I am, what I am“ hören. Im Herbst beginnt für Armin Kahl das vierte Jahr im festen Ensemble am Gärtnerplatz-Theater in München.

„Es ist für mich eine große Chance, in München zu spielen, nahe meiner Heimat, nahe meiner Hochschule, der Theaterakademie August Everding, wo ich begonnen habe, seit drei Semestern zu dozieren als Gesangs- und Interpretationscoach.“ Sehr dankbar ist Armin Kahl, dass das Gärtnerplatztheater ihm Freiräume gibt. „Sonst wäre es nicht möglich gewesen, dass ich in meinem Jubiläumsjahr als Profi die beiden Stücke ’Elisabeth’ und ’Les Miserables’ drin gehabt hätte.

Seine Mutter habe ihn nach „Elisabeth“ gefragt: Jetzt haben sich doch alle deine Wünsche erfüllt,was willst du denn noch?

Jekyll and Hyde und Tanz der Vampire

„Ja ich habe schon noch Wünsche“, sagt Kalhl. Er nennt „Tanz der Vampire“ und den „Grafen von Krolock“ Es gebe noch Stücke, „die so um die Ecke kommen können wie ’Tootsie’, die mega waren und eine großartige Chance.“ Er wolle auch noch einmal „Jekyll and Hyde“ spielen.

„Es gibt auf jeden Fall noch Stücke, auf die ich mich freue in meiner Karriere. Ich bin sehr froh und stolz, dass ich 20 Jahre querbeet alles spielen durfte an lustigen, an dramatischen Rollen, an guten Charakteren, an bösen Figuren. Quer durch alle Genres. Durch viele Länder und Spielorte. Ich hoffe, es geht so weiter.“

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