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Gespräch über Lebenswege
Priester aus Indien und Kamerun treffen sich in Adelsdorf
Abbé Christian Bouwé und Pfarrer Jeremias George treffen sich im Hofcafé in Adelsdorf zu einem Gespräch.
Abbé Christian Bouwé und Pfarrer Jeremias George treffen sich im Hofcafé in Adelsdorf zu einem Gespräch. // Johanna Blum
Adelsdorf – Der indische Priester Jeremias George vertritt den Adelsdorfer Pfarrer Thomas Ringer. Im Aischgrund trifft er einen Geistlichen, der ähnlich weit dorthin gereist ist. Nun reden sie über ihr Leben.

Seit 2019 ist Pfarrer Jeremias George aus Indien der Urlaubsvertreter von Pfarrer Thomas Ringer. Mitte August traf er in Adelsdorf ein und feierte gleich zu Beginn zusammen mit Abbé Christian Bouwé, gebürtig aus Kamerun, der einen kurzen Urlaub bei seinen Adelsdorfer Freunden verbringt, eine Heilige Messe. An einem Freitagnachmittag traf unsere Zeitung beide Priester. Sie erzählten sich gegenseitig aus ihrem Leben – und stellten einige Gemeinsamkeiten fest.

Seit 2005 kennen die Adelsdorfer Christian Bouwé – vor allem die Aischer – recht gut, denn er kommt fast jeden Sommer. Nur in den beiden Corona-Jahren fiel sein Besuch aus. „Zur Einstimmung in den Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 bin ich damals mit der französischen Jugendgruppe aus St. Malo nach Adelsdorf gekommen. In Uttstadt wurde ich von Familie Roth wie ein Sohn aufgenommen. Seitdem besuche ich fast jedes Jahr meine Freunde in Uttstadt, Familie Roth, oder auch in Aisch, Familie Galster.“

Priester von Banka in Kamerun

1981 in Bafoussam, der drittgrößten Stadt Kameruns, geboren spricht er neben seiner Muttersprache Fé'fé Französisch, Englisch, Italienisch und jetzt auch noch Deutsch. Latein hat er natürlich auch gelernt. „Mit 28 Jahren empfing ich in meinem Heimatdorf in Kamerun die Priesterweihe. In Rom schrieb ich meine Doktorarbeit und in dieser Zeit konnte ich öfter mal kurz nach Adelsdorf kommen. Aber mein Bischof holte mich zurück nach Kamerun und übertrug mir die Leitung einer Schule mit Internat, des College-Bilingue-St.-Paul mit über 1000 Schülern, aber auch das Amt des Gemeindepriesters mit circa 1100 Gläubigen in Banka, einem Vorort von Bafang.“

Abbé Christian Bouwé tanzt bei einem Schulfest in seiner Heimat in Kenia mit einem geschmückten Pferdeschwanz.
Abbé Christian Bouwé tanzt bei einem Schulfest in seiner Heimat in Kenia mit einem geschmückten Pferdeschwanz. // Johanna Blum

Die nächsten vier Jahre unterrichtete er in Kamerun Ethik im Gesundheitswesen, bevor er dann im Oktober 2023 als Kaplan nach Valenciennes in Frankreich abgeordnet wurde. Viele Jugendliche würden aus Kamerun auswandern, denn dort sähen sie keine Zukunft. Dies alles erzählt er seinem Priesterkollegen und beide erinnern sich gerne an Rom. Pfarrer Jeremias ist inzwischen auch schon richtig heimisch in Adelsdorf geworden. Er erzählt viel aus seiner Heimat und von den armen Fischern.

Drei Jahre Priesterseminar in Nagercoil

„Ich stamme aus einem einfachen Fischerdorf namens Enayam Puthenthurai in der Diözese Kottar, Bundesstaat Tamil Nadu, an der Südspitze Indiens. Schon lange komme ich nach Deutschland und vertrete die Priester in ihrem Urlaub in Stegaurach im Landkreis Bamberg, in Pfatter nahe Regensburg, aber auch in Gundelsheim im Landkreis Bamberg.“ Über Friedrich und Monika Diller, die sich seit Gründung des Vereins „Zukunft für Menschen in Südindien“ vor mehr als zehn Jahren um die Not der Menschen in Südindien kümmern, bekam er vor einiger Zeit Kontakt zu Adelsdorf. Und nun ist er der Nachfolger von Pfarrer Jaroslaw.

„Ich bin 1950 geboren und ging als einziger aus meinem Dorf ins acht Kilometer entfernte Gymnasium. Nach dem Abitur besuchte ich drei Jahre das Priesterseminar in Nagercoil und sieben Jahre das Seminar in Madras.“ 1978 empfing er die Priesterweihe, anschließend war er drei Jahre lang in zwei Pfarreien als Kaplan tätig.

Masterstudium in New York

„Vier Jahre bekleidete ich das Amt des Vizedirektors im Priesterseminar in Nagercoil. Im September 1985 begann ich in Rom mit dem Studium der Pastoraltheologie und promovierte 1989 mit dem Thema ,Die Verantwortung der Kirche gegenüber den Armen‘.“ Während seiner Romzeit begann er mit den Urlaubsvertretungen in Deutschland. In Rom studierte er noch Soziologie und wechselte dann zum Masterstudium nach New York. Wegen Herzproblemen hat er seit 1991 einen Herzschrittmacher.

Grundsteinlegung für ein Haus für eine Witwe mit zwei Kindern in Indien
Grundsteinlegung für ein Haus für eine Witwe mit zwei Kindern in Indien // Johanna Blum

1994 ging es zurück nach Indien und er wurde Finanzmanager in seiner Diözese. „Rund 2,4 Prozent der Inder sind Christen, aber in meiner Heimatdiözese sind 20 Prozent der Bevölkerung katholisch, 15 Prozent protestantisch, sieben Prozent Muslime und der Rest Hindus.“ Besonders dankbar ist er, dass er bei Helga und Hans Mönius in der Schafgasse Gast sein darf. Von den Adelsdorfern sind beide Priester begeistert: „Die Leute sind sehr freundlich und sie kümmern sich gut um uns“, schwärmen sie. Nicht nur die Kirchen, sondern auch das Schloss und besonders die Bierkeller ringsherum gefielen ihnen sehr.

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