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Restaurant Mykonos
ASV-Höchstadt-Wirt und sein Leben zwischen Gyros & Schäufele
Pashalis Genios hat die vergangenen Jahre im Wechseln in Deutschland und Griechenland verbracht. Im August hört der Pächter des ASV Höchstadt mit dem Betrieb der Sportgaststätte auf.
Pashalis Genios hat die vergangenen Jahre im Wechseln in Deutschland und Griechenland verbracht. Im August hört der Pächter des ASV Höchstadt mit dem Betrieb der Sportgaststätte auf. // Foto: Adelheid Wagner
Höchstadt – Der Höchstadter Pashalis Genios ist ein Mann der Veränderungen. Der Wirt des Mykonos hat seine Berufung in der Gastronomie gefunden. Was sein Leben zwischen Griechenland und Deutschland ihn gelehrt hat.

Pashalis Genios sitzt im Schatten seines Biergartens und legt bei einem starken Kaffee, sein vierter an diesem Tag, eine Pause ein. Es ist ein heißer Sommertag. In der Küche seines Restaurants Mykonos gibt es für die Vorbereitung auf den abendlichen Betrieb noch viel zu tun. Dort kommt es Genios noch heißer vor. Heute trägt er ein ärmelloses Shirt. Der Bart ist rasiert, bis auf den schmalen Kinnstreifen. Die grauen Haare kurz geschnitten. Erst wenn Genios den Kopf dreht, entdeckt man das kleine Zöpfchen am Hinterkopf.

Pächter ASV Höchstadt: In der Gastronomie seine Berufung gefunden

Vor dreieinhalb Jahren hat der Gastronom die Sportgaststätte des ASV Höchstadt übernommen. Ende Augst wird er als Pächter aufhören. Den Großteil seines Lebens hat der 64-Jährige in der Gastronomie gearbeitet. Nun plant er fürs Erste eine Pause von den langen Tagen des einnehmenden Gaststättengewerbes.

Nichtsdestotrotz hat der gebürtige Grieche im Gastrogeschäft seine Berufung gefunden. Als er 1986 nach Deutschland kam, war er Mitte zwanzig. Damals half er zum ersten Mal in einem Lokal eines Verwandten aus. Die Autonomie des Berufs sagte ihm zu. „Man ist sein eigener Chef. Es gibt niemanden, der einem auf die Finger klopft“, sagt er. „Ich entscheide selbst, wie ich arbeite, wann ich eine Pause mache“, sagt er. „Der Großteil dieser Arbeit bedeutet immer Stress. In der Küche gibt es immer Stress. Aber es ist ein guter Stress.“

Leben zwischen Deutschland und Griechenland

„Jetzt will ich einfach ein bisschen Ruhe“, sagt der Gastronom. Finden will er die in seiner Heimatstadt in Griechenland. Dort plant er fürs Erste einen Aufenthalt in seinem Heimatort in Griechenland einzulegen. Genios verschränkt die Finger und dreht die Daumen – erst vorwärts, dann rückwärts. „Manchmal geht es im Leben nach vorne. Manchmal geht es nach hinten“, sagt er mit einem Grinsen. Wenn er von seinen Erfahrungen erzählt, wird schnell klar, dass Genios nicht nur witzige, altkluge Plattitüden zum Besten gibt. Der Mann weiß, wovon er spricht.

Denn er hat in seinem Leben im Wechsel zwischen Deutschland und Griechenland viele Veränderungen erlebt und gemeistert. Das fing schon in seiner Jugend an. Mit vierzehn Jahren kam er zum ersten Mal in die griechische Großstadt Thessaloniki. Damals kannte der Junge nicht viel mehr als das Tausendseelendorf, in dem er aufgewachsen war. In Thessaloniki absolvierte er eine Lehre zum Elektriker. „Alles kam mir so groß vor“, erinnert er sich an Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern.

Familie steht an erster Stelle

Möglicherweise scheut Genios aufgrund dieser frühen Erfahrung Veränderungen nicht. Als Junger man wanderte er nach Deutschland aus. Fasste Fuß in seinem Beruf und wurde schließlich Vater zweier Kinder. „Man muss das Leben genießen“, so seine Devise. Das Glück in Genios Leben sind für ihn zweifelsohne seine Kinder. Beide sind mittlerweile erwachsen. Genios hat sie alleine großgezogen. Zusammen mit Sohn Sakis betreibt er heute die Gaststätte beim ASV. „Familie ist das Wichtigste“, sagt der Vater. „Für meine Kinder gebe ich alles.“

Neuanfänge in Griechenland und Deutschland

Zwischen seiner Zeit in Höchstadt und seinen Anfängen in Deutschland liegen weitere Jahre in Griechenland. Weil die Kindererziehung und die langen Arbeitstage im Restaurantbetrieb nicht vereinbar waren, entschloss sich Genios in den 2010er-Jahren mit seinen Kindern wieder nach Griechenland zu ziehen. Der Wechsel brachte einen Neuanfang und viele andere Jobs mit sich. Ausgerechnet in diesen Zeitraum fiel auch die Finanzkrise, durch die Griechenland im Jahr 2015 vor der Staatspleite stand.

Genios erinnert sich an die herausfordernde Zeit: „Es war ein Kampf ohne Ende. Aber ich habe es geschafft.“ Danach kehrte die Familie nach Deutschland und Genios wieder zur Gastronomie zurück. 

Zuerst betrieb er die Gaststätte des Post-Sportvereins in Nürnberg-Schweinau. 2022 kam dann der Wechsel nach Höchstadt zum ASV.

Der Innenbereich der Sportgaststätte Mykonos beim ASV Höchstadt. Hier gibt es griechische als auch deutsche Gerichte im Angebot.
Der Innenbereich der Sportgaststätte Mykonos beim ASV Höchstadt. Hier gibt es griechische als auch deutsche Gerichte im Angebot. // Foto: Adelheid Wagner

Lieber fränkische oder griechische Küche?

Wechsel scheinen Teil seines Lebens zu sein: „Als Gastronom zieht man ständig um. Wie ein Vagabund“, sagt er.

Und, weil mit dem Betreiber einer Gaststätte auch das Thema Essen nicht fehlen darf: Mag Genios lieber fränkische oder griechische Küche? Auf diese Frage möchte sich der Höchstadter nicht festlegen. Verraten will er aber so viel: Zu einem Schäufele trinkt Genios am liebsten ein dunkles Bier.

Einen entscheidenden Unterschied hat er zwischen der deutschen und griechischen Küche festgestellt: In deutschen Restaurants gibt es meist ein großes Gericht und dazu einen Salat. In Griechenland isst man Sardellen, Oktopus, Auberginen oder Schafskäse als kleine Häppchen, Mezedes genannt. Ein Ouzo gehöre natürlich auch dazu.

Im Mykonos in Höchstadt hat Genios das leckerste aus zwei Welten auf seiner Karte. Bis zum August wenigstens. Wie es danach für den Gastronomen weitergeht – dafür hat er noch keine konkreten Pläne. „Man weiß nie, was passiert“, sagt er. „Das macht das Leben schön.“

Einen dauerhaften Ruhestand kann er sich allerdings nicht vorstellen. Das würde nicht zu dem geschäftigen Mann passen. Denn er weiß: „Auch wenn du eine Million Euro hast, hättest du wieder ein Problem: die Langeweile.“

 

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