Eine Rutsche, Schaukeln und ein Sandkasten mit Häuschen. Dieser Spielplatz ist eben so, wie sich die meisten einen Spielplatz in einer deutschen Stadt oder Gemeinde vorstellen würden. Dieser Spielplatz befindet sich im Engelgarten in Höchstadt. Aber nicht alle Eltern finden ihn gut. Das hat seine Gründe.
„Viele Leute gehen gar nicht dorthin“, sagt Milena Kroth. Wie fränkischertag.de berichtete, bekam ihr einjähriger Sohn einen Hautausschlag, nachdem er im Sandkasten des Spielplatzes gespielt hatte. Der Kinderarzt vermutete Sandflöhe. Die Stadt reagierte prompt und setzte den Bauhof auf das Problem an. Die Mitarbeiter fanden und entfernten ein kleines Eichenprozessionsspinner-Nest an einem Baum in der Nähe. Im gleichen Zuge wurde auch der Sand vollständig ausgetauscht.
Spielplatz im Engelgarten: Schmutz und Flaschen
Trotzdem will die Mutter den Spielplatz mit ihrem Kind in Zukunft nicht mehr besuchen. Anderen gehe es ähnlich. Wie Korth berichten auch andere Eltern von Verunreinigungen auf dem Spielplatzgelände. Natasha Stiebitz wohnt seit mehr als zehn Jahren in Höchstadt. „Der Spielplatz ist ein Hotspot in Höchstadt. Die Stadt reagiert nicht genug“, so ihre Meinung.
Das größte Problem sei ihrer Ansicht nach der Sand: „Der ist wirklich schlimm. Dort gehen Tiere rein. Es gibt Kot, Schmutz und zerbrochene Flaschen.“ Auch Stiebitz Sohn musste einmal nach einem Spielplatzbesuch zum Arzt. Damals war er eineinhalb Jahre alt. „Er hat im Sandkasten herumgegraben. Der Verdacht war, dass er etwas gegessen haben könnte – vielleicht eine Zigarette“, erinnert sich die Mutter an das Erlebnis.
Stummel und Flaschen stammen vermutlich, wie die Mütter berichten, von Jugendlichen und Trinkern. Zwar würden sich diese eher im Bereich des Pavillons im Engelgarten aufhalten. „Dort gibt es genug Jugendliche, die achtlos ihre Flaschen liegen lassen“, sagt Stiebitz. „Während der Kirchweih, ist die Situation immer am schlimmsten.“
Höchstadter Mutter: Spielangebot für Kleinkinder zu gering
In Höchstadt gibt es andere Spielplätze. Zum Beispiel den Abenteuerspielplatz im Süden oder den Spielplatz am Spratzer. Aber warum sollten Eltern und Kinder auf diese Angebote ausweichen müssen, anstatt den zentral gelegenen Spielplatz im Engelgarten aufzusuchen?
„Keiner hat Lust in den Engelgarten zu gehen“, sagt eine andere Höchstadter Mutter, Yasemin Rahman Yousif. „Die meisten gehen zum Abenteuerspielplatz“, sagt sie. Oder sie fahren sogar extra nach „Hemhofen oder Heroldsbach“. Auch Rahman Yousif bemängelt die Sauberkeit am Spielplatz im Engelgarten und den „Tierkot im Sandkasten“. Zudem wünscht sie sich ein größeres Spielangebot für Kleinkinder.
Die Mütter würden es begrüßen, wenn der Spielplatz durch einen Zaun vom restlichen Parkgelände abgetrennt wäre. „Ein Zaun würde zumindest ein paar Tiere abhalten, den Sand vollzumachen“, sagt Kroth. Ähnlich sieht auch Stiebitz die Zugänglichkeit als Problem für die Sauberkeit des Spielplatzes. Ein Zaun könnte Abhilfe schaffen. Auch Rahman Yousif findet eine Absperrung für den Spielplatz eine sinnvolle Entlastung – vor allem für Eltern mit Kleinkindern, die ihre Sprösslinge ohnehin ständig im Auge behalten müssen.
Bürgermeister Brehm: Spielplätze sind sicher
Bei den Verantwortlichen der Stadt sieht man die Situation indes anders. „Uns erreichen generell immer wieder die Wünsche von Eltern“, sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm. Bei 25 Gemeindeteilen gäbe es laut Brehm rund zwanzig Spielplätze in Höchstadt. „Die Sicherheit der Plätze wird immer gewährleistet“, sagt Brehm.
Das bestätigt auch die Nachfrage beim zuständigen städtischen Bauamt. Hermann Zehn, Sachbearbeiter für Spielgeräte und Sportanlagen, erklärt, dass „alle Spielplätze gemäß den gesetzlichen Vorgaben einmal im Jahr grundlegend kontrolliert werden.“ Der Spielkastensand werde einmal im Jahr gereinigt. Monatlich führten die Bauhofmitarbeiter außerdem eine Sichtkontrolle durch. Aus bereits erwähntem Anlass wurde der Sand nun jüngst vor dem jährlichen Kontrolltermin ausgetauscht, laut Zehn wegen Verunreinigungen durch Tierkot und Glasscherben.
Spielplatz im Engelgarten einzäunen?
Generell sei die Sauberkeit im Engelgarten jedoch kein Problem. Fränkischertag.de machte sich am Freitag, 4. Juli, selbst ein Bild von der Situation am Spielplatz. An diesem Tag war das Gelände sauber. Ob das der Normalzustand des Spielplatzes ist, lässt sich daraus nicht ableiten. „Verschmutzung kommt bei speziellen Spielplätzen sicher mal vor, bewegt sich in der Regel aber im üblichen Rahmen“, sagt Zehn.
Auch das Thema Zaun ist bereits bekannt. Grundsätzlich sei man immer offen für Vorschläge. Die Entscheidung läge allerdings beim Bürgermeister. Daniel Szymaniak vom Fachbereich Grünanlagen sieht keinen Anlass, eine Barriere um den Spielplatz zu bauen. „Es gibt keine Gefahren und keine Notwendigkeit“, sagt er. Jugendliche würde ein Zaun nicht abhalten. Szymaniak gibt zu bedenken: „Das Problem ist das Fehlverhalten einzelner Leute.“
Neu ist die Debatte um den Spielplatz übrigens nicht. Bereits 2023 berichteten Leserinnen und Leser über manch in die Jahre gekommenes Spielgerät. „Der Engelgarten könnte eine Erneuerung des Spielplatzes (…) gebrauchen“, schrieb ein Leser damals.
Einzäunen oder nicht? Die Diskussion ist im Rathaus bekannt. „Wir haben uns in den zurückliegenden Jahren dagegen entschieden“, sagt Brehm. Der Engelgarten ist ein stark frequentierter Ort in Höchstadt. Daher wäre ein Zaun um den Spielplatz, nicht nur optisch, störend. „Wir wollen diesen Naherholungsbereich nicht abschotten“, erklärt der Bürgermeister.

















