Die Sonne lacht, das Bier fließt und tausende Menschen treffen sich zum Bergauftakt am Bürgermeistersteg in Erlangen. Das Vorglühen vor dem eigentlichen Festbesuch hat Tradition. Der Bürgermeistersteg ist einer der beliebtesten Nebenschauplätze während der Erlanger Bergkirchweih. Nicht zuletzt auch wegen der stolzen Preise auf dem Fest. 2023 hat die Maß Bier dort zwölf Euro gekostet.
Müll sorgt für Frust bei Anwohnern
Doch wo gefeiert wird, entsteht auch Müll. Und der bleibt leider oft liegen, wenn die Party vorbei ist. Flaschen, Verpackungen, Zigaretten, Scherben – die Lewin-Poeschke-Anlage glich am Morgen nach dem Bergauftakt im vergangenen Jahr einer Müllhalde. Anwohner, Spaziergänger und Gassi-Geher reagierten mit Kritik.
Der Bürgermeistersteg sei ein beliebter und stark frequentierter Treffpunkt für junge Menschen, schrieb damals Christofer Zwanzig, Pressesprecher der Stadt Erlangen, auf Nachfrage. Trotz wiederholtem Appell an die Feierenden werde sich die Vermüllung nicht vermeiden lassen. Die Anlage werde aber regelmäßig und intensiv gereinigt.
„Bei den Feiern dort handelt es sich nicht um eine Veranstaltung der Stadt und es tritt niemand als Veranstalter auf. Dennoch haben wir Verantwortung, die Situation der Feiernden am Bürgermeistersteg so gut es geht zu begleiten“, erklärt Thomas Ternes, Referent für Recht, Personal und Digitalisierung.
Größere Mülleimer und eine Toilettenanlage geplant
Um die Situation beim diesjährigen Berg zu verbessern, hat die Stadt laut Zwanzig einige Veränderungen geplant. Um der Vermüllung entgegenzuwirken, sollen besser geeignete, große Müllbehälter auf der ganzen Fläche aufgestellt werden.
Auch die Toilettensituation soll verbessert werden, damit die umliegenden Büsche nicht mehr als Ersatz herhalten müssen. „Erstmals gibt es am nördlichen Ende der Anlage während der Bergkirchweih auch eine kostenlose und regelmäßig gereinigte Toilettenanlage (WC-Container)“, schreibt Zwanzig. Die Toiletten sollen laut Stadt nicht nur für mehr Sauberkeit sorgen, sondern auch mehr Sicherheit bringen. In den vergangenen Jahren seien besonders junge Frauen beim Toilettengang in den Büschen belästigt worden.
Eine im vergangenen Jahr eingeführte Regelung bleibt bestehen: Musikboxen sind am Bürgermeistersteg verboten. Die Maßnahme habe sich bewährt und sei auch für dieses Jahr geplant, heißt es seitens der Stadt.
Polizei und Jugendamt im Einsatz
Was den Jugendschutz angeht, sind sowohl Polizei als auch Jugendamt während der Bergkirchweih vor Ort. Sie werden am Berg und am Bürgermeistersteg Jugendschutzkontrollen durchführen. „Am Bürgermeistersteg wird neben der Polizei auch das Jugendamt mit aufsuchender Jugendsozialarbeit vor Ort sein, um Jugendliche in schwierigen Situationen zu unterstützen“, erklärt Zwanzig. Das Angebot sei mit dem Safe Space – einem Rückzugsraum für junge Frauen in der Bergkirchweihzeit – abgestimmt.
Für das Festgelände der Bergkirchweih an sich kommen laut Zwanzig die bewährten Sicherheitsmaßnahmen zum Einsatz, wie beispielsweise Personenkontrollen am Eingang. Im vergangenen Jahr wurden zum ersten Mal Kameras genutzt, um die Besucherströme im Blick zu behalten. Das habe sich ebenfalls bewährt und sei in Absprache mit der Polizei auch in diesem Jahr wieder geplant.
Im Mai ruft wieder der Berg
Die Bergkirchweih 2024 geht vom 16. bis 27. Mai. Der offizielle Anstich ist wie gewohnt am Donnerstag vor dem ersten Berg-Wochenende. Dann wird sich zeigen, ob die Maßnahmen der Stadt am Bürgermeistersteg ausreichend sind. Man werde die Wirkung mit allen Beteiligten evaluieren und falls notwendig Maßnahmen anpassen, verspricht Zwanzig.
Lesen Sie auch:














