Ein besonders wichtiger Faktor für einen gelungenen Berg ist das Wetter. Darüber waren sich schon bei der Pressekonferenz vor Beginn der Bergkirchweih alle Beteiligten einig. Und der Wettergott sollte es gut mit den Kellerwirten, Schaustellern und dem Feiervolk meinen. Trotz des ein oder anderen Schauers blieb die Bergkirchweih von größeren Unwettern verschont.
Vor allem an Pfingsten sorgte das sonnige Wetter für einen großen Besucherandrang. Auch der zweite Berg-Samstag war sehr gut besucht – so gut, dass die Veranstalter kurzzeitig davon abrieten, auf das Gelände zu kommen. Trotz einiger Regentage zeigen sich die Wirte zufrieden.
Kellerwirte sind zufrieden
„Die Rückmeldungen der Kellerwirte sind durchwegs positiv. Wir haben eine tolle Resonanz unserer Gäste auf den Kellern. Es war eine sehr friedliche Kirchweih und trotz der Regenschauer haben wir durch ein paar stärkere Tage fast die Vorjahreszahlen erreicht“, erklärten Christoph Gewalt, Michael Gewalt und Udo Helbig für die Festwirte.
Bei den Schaustellern gibt es unterschiedliche Bewertungen der diesjährigen Bergkirchweih. „Die Erlangerinnen und Erlanger und ihre Gäste lieben ihren Berg. Wir waren trotz einiger Regenunterbrechungen mit der diesjährigen Kirchweih zufrieden“, erklärt Karl-Heinz Hartnagel, Süddeutscher Verband reisender Schausteller und Handelsleute e. V.
Jürgen Wild vom Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und der Schausteller (BLV) berichtete dagegen: „Durch das Wetter und die hohen Kosten war es für einige Betriebe eine sehr schwierige Bergkirchweih. Dennoch sind alle Kollegen über den weitgehendst friedlichen Ablauf der Bergkirchweih froh und dankbar.“
Polizei: Berg überwiegend friedlich
Auch Polizei und BRK sprechen von einem weitgehend friedlichen Fest. „Nach 12 Tagen Sanitätswachdienst auf der Erlanger Bergkirchweih zieht das Bayerische Rote Kreuz auf Grund leicht rückläufiger Versorgungszahlen eine positive Bilanz. An beiden Wachstationen des BRK wurden rund 550 Patienten versorgt, wovon 70 in die umliegenden Kliniken transportiert werden mussten. In Summe waren 250 Einsatzkräfte des BRK KV Erlangen-Höchstadt für die 269. Erlanger Bergkirchweih im Einsatz und leisteten so rund 5.000 ehrenamtliche Einsatzstunden“, so Bastian Selig, BRK Erlangen-Höchstadt.
Laut dem leitenden Polizeidirektor Klaus Wild war der Berg 2024 einer der friedlichsten überhaupt. Die Zahl der Straftaten sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. 2023 gab es laut Polizei Erlangen-Stadt 238 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Bergkirchweih, in diesem Jahr waren es nur 163 Verstöße. 37 der Vorfälle fanden auf dem Festgelände statt, der Rest beim After-Berg in der Innenstadt und am Bürgermeistersteg.
„Safe Space“ kam gut an
Die Angebote des „Safe Space“, wie Gespräche, Handy aufladen oder Hilfe beim Nachhauseweg, hätten sich bewährt, erklärt Claudia Siegritz vom Frauennotruf Erlangen: „Wichtig ist, durch das Verteilen der give aways, die präventive Arbeit und das ins Gespräch kommen. Dadurch konnten viele Bürgerinnen und Bürger erreicht und für das Thema sensibilisiert werden. Der Blick für sexualisierte Gewalt wird geschärft. Für viele Mädchen und Frauen erhöht sich durch den 'Safe Space' das Sicherheitsgefühl.“
„Unser Berg wurde auch dieses Jahr wieder zu einem Ort der Fröhlichkeit und guten Laune und zu einem attraktiven Familienfest“, freut sich Oberbürgermeister Florian Janik. „Wir alle – Stadt, Schausteller, Wirte – geben uns viel Mühe, dass ein so großes Fest ordentlich und gut abläuft und attraktiv bleibt. Dass das auch dieses Jahr wieder so gut funktioniert hat und die Kirchweih von Jung und Alt gleichermaßen gut angenommen wurde, ist dem guten Zusammenwirken aller im Vorfeld und während der Veranstaltung zu verdanken“, so Janik. Der Oberbürgermeister bedankte sich nicht nur bei den vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfern, sondern auch bei den Anwohnern, die durch das Tolerieren der ein oder anderen Störung auch zu einem erfolgreichen Berg beitragen würden.
„Berg“-Referent Konrad Beugel zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Das Wetter hat mitgespielt – für unsere Bergkirchweih mit den wunderschönen Bierkellern ein ganz wesentlicher Faktor. Die Keller und auch der Schaustellerbereich waren an fast allen Tagen gut besucht. Die Resonanz, die das gesamte Veranstaltungsteam erfahren hat, ist durchweg positiv“.
Müll am Bürgermeistersteg bleibt Problem
Was den Bürgermeistersteg angeht – einen der beliebtesten Nebenschauplätze zum Berg – zieht der städtische Sicherheitsreferent Thomas Ternes ein geteiltes Fazit. „Obwohl die Feiern am Bürgermeistersteg nicht zur Bergkirchweih gehören, haben wir unsere Verantwortung ernst genommen, um für die Sicherheit der Jugendlichen zu sorgen“, so Ternes.
Die Stadt habe versucht, die Situation mit einer Toilettenanlage und Müllcontainern zu verbessern. Die städtische Jugendsozialarbeit und Mitarbeiterinnen des „Safe Space“ seien vor Ort gewesen, was gut angenommen worden sei. Beim Thema Müll habe man allerdings nicht die erhofften Verbesserungen erzielen können: „Der Appell, den Abfall in die bereitgestellten Container abzulegen, blieb leider zu oft ungehört.“ Die Berge an Müll, die auf der Wiese landen bleiben, weiterhin ein großes Problem, dem die Stadt im kommenden Jahr aufs Neue begegnen muss.
2025 findet die Bergkirchweih vom 5. bis 16. Juni statt. Dann wird das Fest zum 270. Mal gefeiert.
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