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Höchstadt
Frauen des Kellerbergvereins brauen „Himmelsweihersud“
Exakt 100 Liter heißes Wasser kommen in den Läuterbottich in Höchstadt: Von links: Gitti Constien, Katrin Lorz , Marie Lorz (in grün), Peter Ross und vorne rechts Alex Körner.
Exakt 100 Liter heißes Wasser kommen in den Läuterbottich in Höchstadt: Von links: Gitti Constien, Katrin Lorz , Marie Lorz (in grün), Peter Ross und vorne rechts Alex Körner. // Britta Schnake
Signet des Fränkischen Tags von Britta Schnake
Höchstadt a. d. Aisch – Für die Teichkulturwochen haben die umtriebigen Damen wieder ihren „Himmelsweihersud“ angesetzt. Das Rezept für dieses Bier ist ein ganz spezielles.

Am Petersbeck-Keller braut sich wieder was Gutes zusammen, nur sind es nicht die männlichen Vertreter unserer Spezies, die sich dem Bierbrauen widmen. 2022 präsentierte Alex Körner dem Vereinsbraumeister des Kellerbergvereins Peter Ross ihre Idee, auch mal die Mädels an den Braukessel zu lassen mit den Worten: „Was ihr Männer könnt, können wir auch.“

Und wie sie das können. Zum dritten Mal nun sind die Braumädels am Start, um einen Gerstensaft zusammenzubrauen, der sich sehen und vor allen Dingen schmecken lassen kann. Grund sind die für September anstehenden Teichkulturwochen.

Bürgermeister Brehm kam auf die Braumädels zu, weil ihm beim Tag des Bieres das Bier der jungen Damen besser gemundet hat, als das der Jungs. Am Samstag nun sind Alex Körner, Gitti Constien, Katrin und Marie Lorz sowie Peter Ross am Start, um dem Ansinnen ihres Bürgermeisters nachzukommen. 150 Liter eines „hellen süffigen mit etwa fünfeinhalb Prozent“, wie Ross erklärt, werden gebraut.

Rühren nicht vergessen

Tatsächlich ist es aber der „Himmelsweihersud“, wie die Mädels ihn passend zum geplanten Event benannt haben. Dazu wurden 24,5 kg Pilsener Malz, 1,5 kg Münchner Malz sowie 5,0 kg Carahell, also Karamell-Malz angesetzt. „Dazu das gute Brauwasser“, sagt Gitti „und die Liebe von den Mädels“, ergänzt Alex, wobei laut Gitti das Rühren nicht vergessen werden darf.

Das Malz haben die Mädels selbst geschrotet, „Morgen werden uns allen die Schultern weh tun“, prophezeit Gitti. Wenn die Maische schließlich im Läuterbottich gelandet ist, darf sie sich absetzen. Immer wieder wird heißes Wasser nachgegossen, am Ende sind das exakt 100 Liter.

Ross nimmt eine Probe des Suds und ist begeistert. „So klar haben wir den noch nie hingekriegt“, sagt er. Ein Ritterschlag für die Mädels.

Katrin Lorz rührt den Sud um, Alex Körner füllt ab.
Katrin Lorz rührt den Sud um, Alex Körner füllt ab. // Britta Schnake

Der entstandene Sud wird weiter abgelassen und landet in der Sudpfanne, wo Alex ihm mit ein paar Holzscheiten ordentlich Feuer unterm Hintern macht, bis er blubbert. Zwischendurch misst der Braumeister noch die Stammwürze, die am Ende bei zwölf Prozent liegen wird. Inzwischen ist der zweite Bürgermeister Günther Schulz eingetrudelt.

„Ich bin ja noch in einer Zeit aufgewachsen, wo es in jedem Dorf eine Brauerei gab“, berichtet er. „Jeder Bauer hatte sein eigenes Rezept." Er wisse auch noch, wie früher Bier gelagert wurde.

„Im Winter wurde aus den Weihern das Eis rausgehackt und kam in den Kühlkeller. Das hat gehalten bis in den Sommer, alles im Handbetrieb. Da gab es noch keine Klimaanlage.“ Zusammen mit Marie wird er heute den Hopfen zugeben, den Ross auf das Gramm exakt abgewogen hat.

Brot am Tag des Bieres

„Im Verhältnis zur Riesenmenge an Flüssigkeit kommt nur eine winzige Menge Hopfen rein“, erläutert Gitti. Ganze 245 Gramm der Mischung aus Spalter Select und Mandarina Bavaria landen dann auch nur in zwei Bierkrügen, die nun von Marie und Scholz langsam dem Sud zugegeben werden. Scholz erhält die ehrenvolle Aufgabe des Umrührens, „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“, sagt er.

Später kommt noch die Hefe dazu, dann wird der fertige Sud über Plattenkühler abgepumpt und für zwei Wochen in großen Töpfen im Gärkeller gelagert, bevor er sein Ziel, das Faß, erreicht. Der Rest im Läuterbottich, der sogenannte „Treber“, findet reißenden Absatz. „Am Tag des Bieres haben wir damit Brot gebacken“, sagt Gitti, „Treberbrote.“

Freude aufs Festmahl

Auch heute nimmt sie sich etwas Treber mit. Scholz läßt sich ein Bißchen was für seine Hühner einpacken. Der Rest landet bei den Karpfen, die sich über das Festmahl freuen werden.

So wird nichts verschwendet. Im September dann wird es der Himmelsweihersud sein, mit welchem die Teichkulturwochen in Höchstadt eröffnet werden. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf wird laut Alex Körner in eine Spende umgewandelt werden.

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