„Sekt, Secco, Wein, Secco und ein Muscatine“, sagt Olaf Kaddatz und deutet auf die fünf Flaschen, die vor ihm auf einem Holzfass aufgereiht sind. Der Betreiber der Lombar in Herzogenaurach ist vorbereitet, denn der Dry January ist in vollem Gange.
Nach dem neuen Trend gefragt, bei dem Menschen im Januar keinen Alkohol trinken, muss er ein wenig schmunzeln. „Für uns heißt das, dass man hauptsächlich trockene Weißweine trinkt“, scherzt er. Dann winkt er ab. „Man sollte immer bewusst und verantwortungsvoll trinken und das vor allen Dingen auch seinen Kindern vorleben.“
Dry January: Hohe Nachfrage nach Alkoholfreiem
Und in der Tat: Die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen, die auch Brauer seit Jahren immer mehr zu spüren bekommen, sei auch in der Lombar deutlich zu sehen. „Die Menschen werden immer bewusster“, sagt Kaddatz. Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage nach alkoholfreien Weinen oder Seccos zum Beispiel in der Fastenzeit enorm gewesen. „Dieses Jahr gehen wir ja vom Januar mit nur zwei Wochen Pause fast nahtlos in die Fastenzeit über, auch das werden wir merken.“
Dabei beschränke sich die Nachfrage aber nicht nur auf den Dry January und die Fastenzeit. „Wir machen ja seit 2024 die LomBar auf der Sommerkirchweih. Da wurde schon immer gern mal ein alkoholfreier Gin Tonic getrunken. Aber letztes Jahr hat sich die Nachfrage massiv gesteigert. An manchen Tagen unter der Woche hatten wir fast die Hälfte der Getränke alkoholfrei, das hätte ich mir vorher nicht vorstellen können“, erzählt Kaddatz. Zweimal habe er während der Kirchweih für Nachschub bei seinem Großhändler sorgen müssen.
Lombar in Herzogenaurach: Tipps für alkoholfreie Weine und Seccos
Die Auswahl ist dabei inzwischen groß. Ein Renner sei der alkoholfreie Aperol, aber auch alkoholfreier Rum, Gin oder Ramazotti seien im Angebot. In seinem Laden in der Herzogenauracher Hauptstraße verkauft Kaddatz aber vor allem alkoholfreie Weine und Secco. Kunden seien oft Schwangere oder deren Männer, aber auch viele andere, die zum Beispiel bei Feierlichkeiten auf Alkohol verzichten möchten. „Wenn ich zum Beispiel Firmenfeiern beliefere, ist inzwischen auch immer eine Kiste alkoholfrei dabei“, sagt Kaddatz.
Alternativen gibt es bei ihm inzwischen viele. Eine davon, der Sneak Zero von Winzer Lukas Schmidt aus Bullenheim (Landkreis Neustadt an der Aisch/ Bad Windsheim), gehört laut dem bekannten Genuss-Magazin Falstaff sogar zu den fünfzehn besten alkoholfreien Weinen – weltweit. Dabei, so Kaddatz, sei es gar nicht so leicht, einen alkoholfreien Wein herzustellen, der auch noch schmeckt. Ähnlich wie beim alkoholfreien Bier seien diese früher oft sehr süß gewesen. „Es gibt drei Geschmacksträger“, erklärt Kaddatz. „Fett, Alkohol und Zucker. Fett und Alkohol fallen weg, also bleibt der Zucker.“
Kunden bevorzugen regionale Weine aus Franken
Im Gegensatz zu früheren alkoholfreien Versuchen seien die Weine und Seccos, die er in seinem Laden gerne empfiehlt, inzwischen sehr zuckerreduziert. Egal ob Bier oder Wein, eine alkoholfreie Alternative, die auch noch schmeckt, sei definitiv hohe Handwerkskunst, ist Kaddatz überzeugt.
Neben dem Sneak Zero steht eine Flasche alkoholfreier Secco vom Weingut Brennfleck aus Sulzfeld (Landkreis Kitzingen). Obwohl es auch ein Sekt aus Italien und ein Muscatine aus Frankreich in die Auswahl geschafft haben, seien Kunden vor allem an regionalen Produkten interessiert. „Ich glaube, 85 bis 90 Prozent der Kunden kommen hier rein und fragen, was wir an Frankenweinen da haben“, erzählt Kaddatz.
Ein bisschen Italien, ein bisschen Frankreich und vor allem Südafrika seien in der Lombar zwar auch vertreten. „Aber unser Schwerpunkt liegt auch wirklich auf Franken. Und das sind alles Familienbetriebe, wo wir die Eltern und auch die Kinder kennen“, erzählt Kaddatz.
Sortiment erweitert: Auch Honig und Kaffee im Verkauf
Denn während die eine Philosophie der Lombar ist, dass man jeden Wein auch probieren kann, beziehe sich die zweite Philosophie auf das Sortiment: „Sobald irgendwas davon im Supermarkt steht, ist es bei uns raus, denn das wollen wir gar nicht unterstützen“, erklärt er.
Beide Philosophien scheinen bei den Kunden anzukommen. Im März feiert der Laden sein einjähriges Bestehen und wird gut angenommen, wie Kaddatz verrät. „Wir sind keine Kneipe, aber inzwischen eine gut frequentierte Weinbar, vor allem an Freitagen und samstags um die Mittagszeit ist hier gut was los.“
Künftig hat die Lombar sogar noch einen Tag mehrgeöffnet, denn neu ist jetzt auch der Mittwochnachmittag. Und auch das Sortiment wird hier stetig weiterentwickelt, so dass längst nicht nur Weinkenner fündig werden. Neben Kaffee und einigen Biersorten gibt es seit Kurzem auch Honig von der Honigmanufaktur mit Herz in Hirschaid. Und auch was die alkoholfreie Auswahl angeht, ist das Sortiment nicht in Stein gemeißelt. „Wenn mal wieder jemand was Gutes ausprobiert, erweitern wir gerne“, sagt Kaddatz.



















