Seit dem 1. September 2023 wirkt Joseph Puthenchira als Pfarrvikar in Herzogenaurach. Bei der Kolpingsfamilie Herzogenaurach stellte er nun sein Heimatland Indien vor, mit der Begrüßung „Namaste“, übersetzt: „Sie sind herzlich willkommen“. Puthenchira kommt aus dem Bundesstaat Kerala im Südwesten von Indien, dessen Hauptstadt Thiruvananthapuram ist. Die Bevölkerung in Kerala besteht zu 18 Prozent aus Thomaschristen, die in 34 Bistümern organisiert sind.
Herzogenauracher Pfarrvikar stellt Heimatland Indien vor
Es existiert eine Partnerschaft zwischen der Erzdiözese Bamberg und seiner Heimatdiözese. Joseph Puthenchira kommt aus einem christlichen Elternhaus und trat 2000 ins Priesterseminar ein. Nach dem Studium empfing er 2012 die Priesterweihe. Er wirkte zunächst als Kaplan in zwei Pfarreien in Indien und wurde 2014 von seinem Bischof nach Deutschland gesandt. Er kam 2014 hier an und wurde in Baiersdorf von Matthew Kiliroor auf sein Wirken in Deutschland vorbereitet.
Kerala ist halb so groß wie Bayern
Von 2014 bis 2016 wirkte er in St. Xystus in Büchenbach als Seelsorger, dann an der Oberen Pfarre in Bamberg, anschließend in Ansbach, bis er zum 1. September 2023 als Pfarrvikar in den katholischen Seelsorgebereich Aurach-Seebachgrund wechselte. Seine Heimat, der Indische Bundesstaat Kerala, ist nur halb so groß wie Bayern, hat aber 34 Millionen Einwohner und ist in 14 Bezirke eingeteilt. Kerala hat eine eigene Sprache und ein Alphabet mit 56 Buchstaben. Der Name kommt von Kera (die Kokosnusspalme) und bedeutet daher: Land, wo die Kokospalmen wachsen.
Es gibt nur zwei Jahreszeiten in seiner Heimat, Trockenzeit oder Monsunzeit.
Von Februar bis April herrscht Hochsommer mit hohen Temperaturen, von Juli bis September ist Monsunzeit mit viel Regen, von Oktober bis Dezember herrscht erneut ein gemäßigter Sommer: Daher hat Puthenchira zum ersten Mal in Deutschland Schnee gesehen. Kerala ist durch sein Klima begünstigt, es gibt Teeplantagen und Reisfelder, die Bewohner bauen auch Pfeffer und Kakao an. Puthenchiras Vater war ein Bauer, der Reis anbaute. In Indien gehört der Bundestaat Kerala zu den wohlhabenden Bundesstaaten, hauptsächlich deswegen, weil sich junge Leute im Ausland wie Arabien oder Europa eine Arbeit suchen und Geld in ihr Heimatland überweisen.
Hindus feiern Onam in Indien
Der Schulunterricht wird in Kerala auf Englisch erteilt, Religionsunterricht gibt es nur in privaten Schulen. So kamen am Sonntag in seiner Pfarrei in Indien immer rund 1000 Schüler der ersten bis vierten Klasse in den Religionsunterricht. Vor allem von Hindus in Kerala wird im September das Erntedankfest Onam gefeiert, das aber auch bei christlichen Familien gebräuchlich ist. Hier zeigt sich das Land von seiner „bunten“ Seite mit Speisen in vielen möglichen Farben. Um eine Ahnung vom Geschmack seiner Heimat zu vermitteln, hatte er zum Verkosten Bananenchips mitgebracht.
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