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Angebot für Geflüchtete
Ukrainerin in Erlangen setzt auf Kultur zur Integration
Museumsbesucher interessieren sich für die Exponate im Stadtmuseum Erlangen.
Museumsbesucher interessieren sich für die Exponate im Stadtmuseum Erlangen. // Viktoriia Babych-Veprieva
Signet des Fränkischen Tags von Viktoriia Babych-Veprieva
Erlangen – Weil sie kaum Deutsch sprechen, können geflüchtete Ukrainer die deutsche Kultur nicht kennenlernen. Eine Ukrainerin bietet nun zweisprachige Führungen in Erlangen an. Wie sie ihren Landsleuten hilft.

Mit der Ankunft vieler Migranten aus der Ukraine begannen deutsche Museen gemeinsam mit ukrainischen Ehrenamtlichen zahlreiche Kulturprogramme anzubieten. Die Programme verfolgen das Ziel, Flüchtlingen zu helfen, sich leichter in Deutschland zu integrieren, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die deutsche Geschichte samt kulturellem Erbe kennenzulernen. Im Herbst 2022 startete Kateryna auf eigene Faust Führungen in Erlangen. Dann kam ihr die Idee, mit den Museen zusammenzuarbeiten: „Ich fragte mich, ob nicht vielleicht die Museumsmitarbeiter Interesse hätten, ukrainische Gruppen zu Führungen einzuladen. Im November 2022 traf ich mich mit der Direktorin des Stadtmuseums Erlangen Brigitte Korn und erhielt ihre Zusage“, erinnert sich die Ukrainerin.

Ukrainer in Erlangen: Übersetzer machen Führung verständlich

Das Hauptproblem war, dass die Ukrainer zwar sehr interessiert an den Veranstaltungen waren, ihre Deutschkenntnisse allerdings oft nicht ausreichten, um die Führungen zu verstehen. Deshalb lud Kateryna freiwillige Übersetzer ein. Noch heute helfen sie bei diesem Projekt. „Die zweisprachigen Führungen sind nicht nur verständlicher geworden, sondern helfen auch jenen Ukrainern, die Sprachintegrationskurse besuchen, ihr Deutsch zu verbessern. Die ukrainischen Besucher können sich den Text auf Deutsch anhören und dann mit Hilfe der Übersetzung selbst nachvollziehen“, sagt Kateryna.

Die Organisatorin ist überzeugt, dass solche Aktivitäten den ukrainischen Flüchtlingen helfen, sich gegenseitig kennenzulernen und sich für eine Weile von den Problemen des Kriegs abzulenken. „Ich bin der Verwaltung des Stadtmuseums Erlangen sehr dankbar, dass sie sich bereiterklärt hat, unsere Zusammenarbeit auch 2025 fortzusetzen. Für viele ukrainische Besucher sind diese Ausflüge eine große Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache. Meine ukrainischen Landsleute profitieren von der Sprachpraxis, vom Hören interessanter deutscher Texte und von der anschließenden Möglichkeit, sich mit Muttersprachlern zu unterhalten“, erklärt Kateryna weiter.Deshalb sind die Führungen des Stadtmuseums Erlangen bei den Ukrainern so beliebt. Einmal im Monat, an einem Donnerstagabend, wenn der Eintritt ins Museum frei ist, finden Exkursionen für ukrainische Besucher in Gruppen von bis zu 18 Personen statt. Im Sommer wird eine Pause eingelegt.

Ukrainer in Erlangen stehen vor schwierigen Aufgaben

Der kulturelle Aspekt der Integration von Migranten ist einer der wichtigsten. Schließlich können soziokulturelle Unterschiede die Ursache für viele Probleme sein. Für die Migranten selbst ist es eine schwierige Aufgabe, eine neue Kultur wahrzunehmen, soziale Beziehungen aufzubauen und einen bestimmten wirtschaftlichen Status zu erreichen. „Die Ukrainer mögen eine Vielzahl von Aktivitäten in deutschen Museen. Erstens unterscheiden sich deutsche Museen von ukrainischen dadurch, dass sie mehr interessante Veranstaltungen anbieten.

Zweitens helfen diese Exkursionen, etwas über die deutsche Geschichte zu erfahren. Wir haben in ukrainischen Bildungseinrichtungen viele historische Themen studiert, und das ist eine weitere Perspektive auf die Weltgeschichte. Es ist interessant, deutschen Geschichtswissenschaftlern zuzuhören und andere historische Aspekte kennenzulernen“, sagt Kateryna. Sie hat ihr Kulturprojekt mittlerweile erweitert und organisiert nun auch Exkurse in andere Museen in verschiedenen deutschen Städten.

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