Der Kulturpreisträger der Stadt Herzogenaurach im Jahr 2006, Toni Rotter, geht zum 1. September in den Ruhestand. Seit 1982 ist Toni Rotter an St. Magdalena tätig. In Regensburg hatte er Kirchenmusik studiert. Nach einem kurzen Aufenthalt in Würzburg kam Rotter schließlich nach Herzogenaurach.
Als Chorleiter und Organist an der Stadtpfarrkirche hat er in seinem langen Berufsleben viel für den Aufbau der Kantorei getan. Im Lauf der Jahre entwickelte er sich zum Chorspezialisten. Dabei war die Zusammenarbeit mit den insgesamt vier Pfarrern in den 44 Jahren seiner Berufstätigkeit stets harmonisch und fruchtbar für das musikalische Schaffen in der Pfarrei: Eingestellt hatte ihn Pfarrer Sterzl.
Toni Rotter: 1200 Auftritt mit Chören aus Herzogenaurach
St. Magdalena verdankt nicht zuletzt dem beständigen Einsatz von Pfarrer Nüsslein seine wunderschöne Orgel, schwärmt Rotter. Pfarrer Hetzel sei ebenfalls „klasse“ gewesen, ebenso wie Dekan Pflaum, der aktuelle Stadtpfarrer, der ebenfalls im musikalischen Bereich hoch engagiert sei.
Toni Rotter ist die Jugendarbeit sehr wichtig. Drei Generationen Sängerinnen und Sänger hat er in Herzogenaurach ausgebildet und begleitet.
Er geht in die Schulen, um für die Chöre Nachwuchs zu gewinnen. Und der Erfolg gibt ihm Recht. Aktuell sind 110 Kinder und Jugendliche in den vier verschiedenen Chören vereint. Dazu kommt der Minichor mit den Kleinsten und natürlich die Chorgemeinschaft mit den rund 70 Erwachsenen: Toni Rotter hat in seiner beeindruckenden Karriere mit den Herzogenauracher Chören rund 1200 Konzerte und Auftritte absolviert.
Chorsängerin aus Herzogenaurach leitet Regensburger Domspatzen
Es gingen auch besondere Talente aus dieser Zusammenarbeit hervor. Als Beispiel nennt er Eva-Marie Ferraro, die Sopranistin. Sie habe aus der Jugendarbeit in Herzogenaurach heraus ihre Laufbahn gestartet. Die Leiterin des Knabenchors der Regensburger Domspatzen, Kathrin Giehl, hat ebenfalls bei Toni Rotter angefangen. Rotter erklärt zuversichtlich: Unter 100 Jugendlichen sind auch mindestens fünf Talente zu finden.
Es werden laut Rotter stets weitere Kinder und Jugendliche zum Mitsingen gesucht. Eine oder keine Religionszugehörigkeit spiele dabei überhaupt keine Rolle. Das Schöne an der Stimmbildung sei, dass man nicht gegeneinander antreten müsse. Es gebe keinen Wettbewerb, meint Rotter. Die Kinder würden in ihrer Kreativität gefördert, die Gemeinschaft innerhalb der Chorgruppe gebe ihnen einen Grund, sich auf das gemeinsame Singen zu freuen.
Kleiderkammer für Chöre in Herzogenaurach
„Singen macht intelligent“, stellt Toni Rotter fest. Das Hobby ist auch vergleichsweise preiswert. Die Stimme ist schon vorhanden − Instrumente müssen nicht angeschafft werden. Für das einheitliche Erscheinungsbild bei den Auftritten sorgen die Chöre selbst, da hält sich Toni Rotter raus. Aber auch hier gilt: Es bleibt bezahlbar.
Für den Nachhaltigkeitsgedanken gibt es auch eine Kleiderkammer. Da werden die Schuhe auch mal an die nächste Generation weitergegeben. Der Kontakt zu anderen Chören, auch im europäischen Ausland, ist für den bevorstehenden Ruhestand von Toni Rotter ein wichtiger Anker im nächsten Lebensabschnitt. Er freut sich schon darauf, seine Kontakte zu pflegen.
Von Mozart bis Mendelsohn: Kantor Toni Rotter geht in Ruhestand
Das kann in der näheren Umgebung mit dem Fahrrad erfolgen, oder er fährt mit Auto samt Dachzelt zu entfernteren Orten, wo er seine Sangesbrüder- und Schwestern besuchen kann. Musikalisch ist Rotter offen. Er mag eigentlich alles: Mozart, Bach, Mendelsohn. Aber auch Schlager, Hits, Beatles, viel Fusion, Jazz. Klassische Konzerte besucht er gern, die Nürnberger Symphoniker mag er sehr: „Das Schöne an der Musik: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.“
Toni Rotter wird seinem Nachfolger, Claus Keller (Pfarrei Hannberg) auch gerne aushelfen. Das hat einen guten Grund: „Für mein Hobby habe ich Geld bekommen“, stellt Toni Rotter am Ende seiner langen und erfolgreichen Karriere zufrieden und dankbar fest. Daher ist mit 66 Jahren noch lange nicht Schluss mit der Musik.
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