Der Sommer neigt sich langsam dem Ende, doch die Kerwa-Saison gibt nochmal alles. Viele Orte feiern ihre Kirchweih traditionell Ende August oder Anfang September. Belohnt für ihr Engagement wurden die vielen Aktiven am vergangenen Kerwa-Wochenende unter anderem mit sommerlichen Temperaturen. Beim Aufstellen des Kerwasbaums kam der ein oder andere ganz schön ins Schwitzen.
Kirchweih in Großenseebach
Einen 32 Meter hohen Baum stellten bei der Kirchweih in Großenseebach die Kerwasburschen am vergangenen Wochenende neben dem Festzelt auf. Aus dem Wald wurde er stilgerecht von Manfred Müller mit zwei Pferden zum Festplatz gefahren.
Bereits die Schlachtschüssel am Donnerstag brachte zahlreiche Interessenten nach Großenseebach. Eingespielt hat es sich inzwischen, dass der FSV-Förderverein e. V. den Vorstand des Großenseebacher FSV bei der Arbeit um die Organisation der Kerwa unterstützt. Über 100 Helfer halten somit die Kerwa „am Laufen“.
Bereits vor dem Bieranstich war das Festzelt beim Sportheim gut besucht, das gute Wetter hatte es ermöglicht, dass auch vor dem Zelt viele Gäste saßen. Der Vorsitzende des FSV, Michael Schmitt, begrüßte im Namen der Vorstandschaft die Gäste, Bürgermeister Jürgen Jäkel, die Großenseebacher Gemeinderäte und vor allem die Helfer, ohne die das ganze Fest nicht funktioniert hätte.
Er würdigte die 27 Kirchweihburschen und ihren Oberortsburschen Nils Bauenschmidt ganz besonders, denn sie würden das Programm der Kerwa tragen, die sonst ganz erheblich an Attraktivität verliere. In diesem Jahr hatte Brauereichef Georg Hofmann von der Brauerei Hofmann ein richtiges Holzfaß zum Anstich nach Großenseebach mitgebracht. Bürgermeister Jäkel benötigte drei Schläge, bevor das erste Bier in die Krüge fließen konnte. Für die musikalische Umrahmung des Anstichs sorgten die Leutenbacher Musikanten.
32 Meter hoher Kerwasbaum wird aufgestellt
Der Kerwasbaum, ein Prachtexemplar von Fichte mit 32 Metern und einer schönen Krone, war im Korporationswald von Herbert Müller gefällt und von den Pferden Mirabelle und Marille von Herbert Müller durch Manfred Müller unter Musikbegleitung nach Großenseebach gebracht worden. Für die beiden Pferde war also Schwerarbeit angesagt. Danach durften sie ihren verdienten Feierabend im Stall verbringen.
Um das gute Stück beim Baumaufstellen in die Senkrechte zu hieven, hieß es für die Ortsburschen alle Kräfte zu bündeln. Auch wenn der Baum trotz seiner Größe eher schlank war, bedeutete natürlich viel Arbeit beim Aufstellen. Aber es war gar keine Frage, das der große Baum möglichst weit zu sehen sein sollte. Denn dadurch diente er für die anderen Ortschaften im Seebachgrund als Messlatte, die es zu erreichen gilt.
Erst danach konnten sich die Akteure im Zelt von der Anstrengung erholen. Den Festzeltbetrieb am Abend umrahmte die „BayernMafia-Partyband“.
Kerwa in Burgstall
Ein Veranstaltungsmagnet war auch in diesem Jahr wieder die Burgstaller Kerwa. Ausrichter war die Feuerwehr Burgstall, die vier Tage in der Festhalle die Gäste versorgte.
Den Auftakt machte der Anstich durch Walter Nussel MdL am Freitagabend, Brauereichef Georg Hofmann aus Pahres war persönlich mit dem Zapfhahn und dem Schlegel zum Anzapfen in den Herzogenauracher Ortsteil gekommen.
Freiwillige Feuerwehr Burgstall vier Tage im Einsatz
Nussel lobte die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgstall mit ihrem 1. Vorsitzenden Sebastian Bock und dem 1. Kommandanten Daniel Nussel, die mit ihren Helfern an vier Tagen im Einsatz ist. Zusätzlich zu den Ehrengästen begrüßte er auch die Partnerwehren. Inzwischen pflegt die Feuerwehr in Burgstall auch eine Partnerschaft mit St. Johann einem Stadtteil der Herzogenauracher Partnerstadt Wolfsberg, von der Vertreter zur Kerwa kamen. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte die Partyband „Stranger“.
Am Samstag erfolgte das obligatorische Baumaufstellen, den Abend bestritten die Ehemaligen der Stadtjugendkapelle, den Beschluss machte DJ Brodi. Am Sonntag war der Frühschoppen gut besucht, beim Familiennachmittag waren Kutschfahrten, eine Hüpfburg geboten, außerdem gab es hausgemachte Küchle und Kuchen. Neu dazu gekommen ist ein Naschhäusla mit Süßigkeiten. Der Montag begann mit einem weiteren Frühschoppen, die Heckenmusikanten umrahmten am Abend den Kerwaausklang.
Kerwa in Oberreichenbach
Alljährlich findet am ersten Wochenende im September in Oberreichenbach die Kerwa statt. Sie wird von den Ortsbewohnern mitgetragen und sorgt als positiver Nebeneffekt im Ortskern für eine temporäre Verkehrsberuhigung. Auch in diesem Jahr waren die Oberreichenbacher wieder voll bei „ihrer“ Kerwa dabei.
Zum Kerwaswochenende wird in Oberreichenbach jedes Jahr der Ortskern zu einer Feiermeile umgestaltet. Den Ortsmittelpunkt beherrschen diverse Buden, darunter eine Schiffschaukel, eine Bude für Naschzeug, eine Schießbude und ein temporäres Vereinsheim für die Aktiven der Kerwa, das zur Versorgung und bei nicht so gutem Wetter zum Unterstellen, generell aber zum Überwachen des Kerwabaums dient. Denn das Schmuckstück soll als Zeichen für die Kerwa die Festzeit unbeschadet überstehen.
Kerwagottesdienst und Anstich am Freitag
Bewährt hatte sich der Kerwagottesdienst am Freitagabend, der sehr gut besucht war. Erst danach zelebrierte Bürgermeister Klaus Hacker den Anstich, sodass der erste Gerstensaft in die Krüge fließen konnte. Hacker benötigte lediglich einen Schlag und einen zur Sicherheit für das Fässchen.
Für die Ortsburschen und Ortsmadle, die sogar in einem eingetragenen Verein organisiert sind, bedeutete vor allem das Baumaufstellen am Samstag die Kräfte zu sammeln. Der Baum mit seinen 27 Metern wurde im Korporationswald von Jörg Kaltenhäuser gefällt und von Jörg Kaltenhäuser mit einem Fendt Dieselross F 12GH B aus dem Jahr 1955 mit 12 PS eingeholt. Kaltenhäuser war viele Jahre aktiv in vorderster Front dabei und unterstützt sie weiterhin bei ihren Aktivitäten. Für den Nachwuchs war zusätzlich ein zwölf Meter langer Baum aus dem Wald präpariert worden.
Nach dem Einholen hieß es, die Baumkrone zu schmücken und einen vorbereiteten Kranz anzubringen. Alles war in den fränkischen Farben rot und weiß gehalten, außerdem wurde eine Frankenfahne an der Spitze angebracht. Danach war für die 35 Ortsburschen Schwerarbeit angesagt. Mithilfe von drei Schwalbenpaaren wurde der Baum Stück für Stück unter dem Kommando von Konstantin Zink in die Höhe gehievt. Nachdem er im Lot stand, wurde er verkeilt und damit in seiner Position gesichert.
Auch die Nachwuchsortsburschen und Ortsmadle hatten im Nu ihren Baum in die richtige Position gebracht. Die ganze Zeremonie begleiteten ein Dutzend Musiker, die sich zum größten Teil aus Mitgliedern der Jugendkapelle Aurachtal rekrutierten. An den Abenden war die Bar-Hütte, die vom Ortsburschen & Madle-Verein Oberreichenbach betrieben wird, gut frequentiert.
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