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Nacht acht Jahren Sanierung
Große Freude in Lonnerstadt: Kirche St. Oswald eingeweiht
Langhaus und Turm der Kirche St. Oswald in Lonnerstadt wurden saniert und renoviert.
Langhaus und Turm der Kirche St. Oswald in Lonnerstadt wurden saniert und renoviert. // Britta Schnake
Lonnerstadt – Acht Jahre lang wurde die Kirche St. Oswald in Lonnerstadt saniert. Nun weiht sie Pfarrer Andreas Sauer zusammen mit Gästen wieder ein. Warum ihm die Bauarbeiten einen weltlichen Titel einbrachten.

Der Geruch von frischer Farbe hängt noch in der Luft und erinnert an die erst kürzlich abgeschlossenen Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Pfarrkirche St. Oswald. Bürgermeisterin Regina Bruckmann sieht begeistert zur indirekten Beleuchtung über dem Altar empor. „Das ist alles neu, hier ist es nun viel heller“, sagt sie. Wie die Mitglieder der Gemeinde sieht auch Bruckmann am Tag der Wiedereinweihung der Kirche das Innere zum ersten Mal seit der großangelegten Maßnahme.

Kirche St. Oswald in Lonnerstadt nach Sanierung eingeweiht

Die fünf Kirchenbänke links vorne, die schräg zur Kanzel standen, stehen nun in Reih und Glied mit den anderen Bänken und fügen sich harmonisch ins Bild ein. Aber nicht nur im Inneren gab es eine Runderneuerung. Der Kirchturm erhielt eine neue Verschieferung, die Bekrönung wurde neu vergoldet, Fassadenschäden wurden beseitigt, Ziffernblätter und Zeiger der Uhr vergoldet. Am Langhaus wurden unter anderem das Dach neu eingedeckt, Schäden an Dachstuhl und Fassade beseitigt, die Fenster überarbeitet. Die 2022 erbrachten Außenarbeiten dauerten acht Monate, von Mai 2024 bis jetzt wurde das Innere der Kirche renoviert.

St. Oswald Lonnerstadt: Gottesdienste während Sanierung in der Grundschule

Tatsächlich jedoch zog sich die Maßnahme von ihrer Planung an bis heute aufgrund von Pandemie, gestiegenen Baukosten und mehreren Planungsanläufen über acht Jahre hinweg. Während der Renovierungsmaßnahmen konnte Pfarrer Andreas Sauer für seine Gottesdienste auf die Aula der Grundschule sowie den Saal des Gasthauses „Zur Sonne“ ausweichen. Für die Pfarrkirche ist es bereits die zweite Wiedereinweihung seit Bestehen, erfolgte doch die erste nach einem Brand 1836. Ein paar Mal hatte Pfarrer Sauer die Möglichkeit, auf der oberen Plattform des Gerüsts Kreuz, Wetterfahne und Kugel aus nächster Nähe zu betrachten und seinen Blick über den Aischgrund wandern zu lassen.

Der Posaunenchor spielt zur Wiedereinweihung auf.
Der Posaunenchor spielt zur Wiedereinweihung auf. // Britta Schnake

„Das hat mich sehr bewegt“, berichtet er. „Dort oben stehen zu können, hat mich immer mit Dankbarkeit erfüllt.“ Er stellt klar, dass ohne das finanzielle Engagement und die Spenden dieses Großprojekt nicht möglich gewesen wäre. Allein durch Spenden und Kirchgeld kamen so 400.000 Euro zusammen, das Projekt selbst jedoch schlägt mit 1,1 Millionen Euro zu Buche. Weitere Gelder kommen unter anderem von der Landeskirche, dem Amt für Denkmalschutz, Bezirk und Landkreis, jedoch muss die Kirchenausstattung selbst finanziert werden.

St. Oswald in Lonnerstadt: Lob von Dekanin aus Bamberg

Laut Sauer ist der erste Bauabschnitt bereits abgerechnet, der zweite steht noch aus. „Wir werden aber kein Problem haben, die Maßnahme bis zum Jahresende zu bezahlen, ohne Schulden“, versichert Sauer. Dekanin Sabine Hirschmann aus Bamberg war voll des Lobes bei der Wiedereröffnung und auch Landrat Alexander Tritthart geriet ins Schwärmen. CSU-Landtagsabgeordneter Walter Nusssel sah die Kirche als einen Ort der Zuflucht und der Zusammenführung. Architekt Johannes Sieben hob in seiner Laudatio das Engagement des Pfarrers hervor und überreichte ihm eine Urkunde, die ihm ehrenhalber Grad und Würde eines Oberbauleiters verleiht.

Pfarrer Andreas Sauer
Pfarrer Andreas Sauer // Britta Schnake

Gerührt nahm Sauer die Auszeichnung entgegen. „Diese Renovierung war das größte Projekt in meiner bald 40-jährigen Dienstzeit“, sagte er. „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land. Aus ew’gem Stein erbauet von Gottes Meisterhand“ zitiert Höchstadts Pfarrer Kilian Kemmer das Kirchenlied, das wie die Faust aufs Auge passt. „Ihr habt einen Haufen Geld bezahlt, um Unbezahlbares zu bekommen“, erklärte Pfarrerin Bianca Schnupp aus Höchstadt.

Wiedereinweihung St. Oswald: Ausklang im Gasthaus „Zur Sonne“

Vertrauensmann Hans-Jürgen Raber griff Aktuelles auf: „In einer Zeit, die von Angst, Hass und Terror gezeichnet ist, sprechen die Kirchenräume eine einzigartige Einladung aus. Hier bist du willkommen, egal, was du bist.“ Ein großer Teil der Besucher folgte der Einladung ins Gasthaus „Zur Sonne“, wo die Wiedereinweihung ausklang.

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