Was passiert, wenn sich der Ruhestand als Unruhestand entpuppt, können ab dem 9. November all jene erfahren, denen es gelingt, noch eine Karte für das neueste Theaterstück der Theatergruppe des TSV Lonnerstadt zu ergattern. Fünf Vorstellungen gibt es, plus eine Sondervorstellung.
TSV Lonnerstadt zeigt neues Theaterstück
Die beiden Samstagsvorstellungen sind bereits restlos ausverkauft, wobei am 9. November ab 14 Uhr eine Benefizveranstaltung stattfindet für geladene Gäste. Die weiteren Aufführungen: 10. November um 18 Uhr, 15. November um 19.30 Uhr und am 17. November um 18 Uhr, jeweils im Gasthaus Zur Sonne. Der Kartenvorverkauf findet montags, mittwochs und freitags von 17 bis 19 Uhr ebenfalls im Gasthaus Zur Sonne statt.
Bereits seit 1949 wird in Lonnerstadt Theater gespielt, seit den Siebzigern befindet es sich fest in den Händen des TSV, der sich mit 937 Mitgliedern wahrlich nicht verstecken muss. Vorstand Markus Ruhmann ist fester Bestandteil der Besetzung und mit Leib und Seele dabei. Das Lachen und der Applaus der Zuschauer sind es, was ihn brennen lässt für das Theater. Die Regie für das neueste Stück „Ruhestand – und plötzlich ist die Ruhe weg“ von der Autorin Regina Roesch liegt in den fähigen Händen von Gudrun Thoma, die bereits seit fast neun Jahren diesen Part übernimmt. Für das fantasievolle Bühnenbild und die Technik zeichnen Frank Hasslauer und Jens Loeser verantwortlich.
Brainstorming bei Theater in Lonnerstadt 2024
Und darum geht es: Julius (Markus Ruhmann) geht nach 43 Jahren und fünf Monaten in den Ruhestand, heiß vermisst von seiner Sekretärin Lieselotte Schlüpfer (Bianca Scheidel). Seine Frau Therese (Linda Ochs), die eine kleine Pension betreibt und ihre Freizeit am liebsten mit ihren beiden Freundinnen Karola (Heidi Singer) und Gisela (Monika Teufel) verbringt, ahnt nicht wirklich, was auf sie zukommt. Gerade noch haben die Damen Julius zusammen mit Karolas Mann Franz-Martin (Dieter Karl) und Giselas Mann Erwin (Hans-Jürgen Raber) mit Ständchen und Gedicht empfangen.
Doch keine zwei Wochen später ist Therese bereits mit den Nerven runter. Alles, was sie bisher getan hat, ist plötzlich falsch und nicht mehr gut genug. Der Medienkoffer ist selbst beim Tapezieren zur Stelle und mit ihm immer wieder auch Lila Schlüpfer, die sich nicht von ihrem Ex-Chef zu trennen vermag. „Wecha an jeden Scheißdregg müss ma jetzt a Bräinsdorming macha“, schimpft Therese und Joggen soll sie nun auch noch mit Julius für den „Teambildungsprozess“. Selbst die Planung des Mittagessens geht nicht mehr ohne Brainstorming. Eine Scheidung erscheint ihr aussichtslos, sieht sich Therese doch mangels eigenen Einkommens dann schon fast unter der Brücke. Tochter Renate (Susi Herzog) und „Verdachtsschwiegersohn“ Stefan (Leon Schockel) können nur wenig helfen.
Theater in Lonnerstadt: Karl Mai auf der Bühne
Als sich dann auch noch Karl Mai (Markus Stark), ein ehemaliger Seminarkollege von Julius, bei der Familie eincheckt, ist es ganz vorbei. Angefixt durch Julius führen nun auch Erwin und Franz-Martin bei ihren Frauen das Jour fixe ein, um die Ausgaben ihrer besseren Hälfte im Griff zu haben. Zum Überlaufen bringt das Fass schließlich Julius’ Idee, Thereses geliebte Pension in einen Saloon umzuwandeln, in welchem regelmäßig ein von Karl Mai verfasstes Stück zur Aufführung kommen soll. Die Damen gehen zum Gegenangriff über und wehren sich. Interaktives Spiel und eine fulminante, spielbegeisterte Besetzung werden das Publikum begeistern und in seinen Bann ziehen. Neun Euro kostet der Eintritt.
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