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Wichtelglück Vestenbergsgreuth
Krise im Waldkindergarten: Keine Kinder und kein Personal?
Der Waldkindergarten in Vestenbergsgreuth: Die Krise in Vestenbergsgreuth scheint nicht die einzige Baustelle zu sein, die es beim Träger Wichtelglück bisher gab.
Der Waldkindergarten in Vestenbergsgreuth: Die Krise in Vestenbergsgreuth scheint nicht die einzige Baustelle zu sein, die es beim Träger Wichtelglück bisher gab. // Foto: Fränkischer Tag
Vestenbergsgreuth – Eltern kündigen ihre Kita-Plätze, Mitarbeiter werden entlassen – warum es beim Waldkindergarten Vestenbergsgreuth kriselt und wie es für die betroffenen Kinder weitergeht.

Kinder spielen in der Natur und an der freien Luft. Um das zu ermöglichen, möchten manche Eltern ihre Kinder lieber in einem Waldkindergarten betreut wissen.

Gerade mal seit zwei Jahren gibt es den Waldkindergarten Wichtelglück in Vestenbergsgreuth. Aktuell werden dort 19 Kinder betreut. Noch – denn ab Anfang nächsten Jahres könnten viele der Waldkindergarten-Eltern ohne Kinderbetreuung dastehen, und Mitarbeitende des Kindergartens ohne Beschäftigung.

Waldkindergarten in Vestenbergsgreuth: Keine Kinder und kein Personal?

Weil es eine Idee sowohl seitens der Eltern als auch von Mitarbeitern des Kindergartens gegeben haben soll, dass die Gemeinde Vestenbergsgreuth die Trägerschaft des Waldkindergartens übernehmen könnte, haben die Eltern gemeinsam ihre Betreuungsverträge beim Waldkindergarten gekündigt. 

Das bestätigte die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft Wichtelglück, der Träger des Waldkindergartens, auf Anfrage von fraenkischertag.de schriftlich: „Zum damaligen Zeitpunkt wurde uns eine Sammelkündigung aller Familien vorgelegt, nachdem eine auf Fehlinformationen laut gewordene Forderung, die Trägerschaft abzugeben, nicht geglückt war.“ 

Wie ein Elternteil die Situation schildert, sei den Eltern zu spät klar geworden, dass die Sammelkündigung keinen Trägerwechsel erwirken könne. Man habe noch versucht, die Kündigungen zurückzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt sei das Personal aber schon gekündigt gewesen, so der Elternteil. Aus informierten Kreisen hört man dasselbe.

Der Kindergarten relativiert das: „Aus diesem Grund stand im Raum, unseren Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen zu müssen“, so die Auskunft von Geschäftsführerin Sandra Besold. Von der angedachten Freistellung einer Person, habe man abgesehen, „um den Betrieb zum Wohle der Familien und Kinder nicht unnötig zu belasten.“

Der Waldkindergarten in Vestenbergsgreuth liegt in einem Waldstück, nur wenige hundert Meter vom Ort entfernt.
Der Waldkindergarten in Vestenbergsgreuth liegt in einem Waldstück, nur wenige hundert Meter vom Ort entfernt. // Foto: Fränkischer Tag

Gemeinde Vestenbergsgreuth: keine Probleme mit Kindergartenträger

In die Situation involviert war auch die Gemeinde Vestenbergsgreuth. Bürgermeister Bernd Müller weist darauf hin, dass die Gemeinde die Trägerschaft des Waldkindergartens nie hätte übernehmen können. Als zuständiger Sachaufwandsträger habe man mit Wichtelglück einen Vertrag über zehn Jahre geschlossen. 

Eine übliche Länge, die die Gemeinde nicht so einfach kündigen könne. Laut Müller habe es zu unterschiedlichen Zeitpunkten Gespräche mit den betroffenen Lagern gegeben. Die Thematik Waldkindergarten sei zudem im Rathaus erörtert worden.

Weil die Gemeinde „kein Problem mit dem Träger“ hat, sieht sie keinen Anlass für eine Veränderung. „Der Träger erfüllt den Vertrag, so wie die Gemeinde ihren Teil erfüllt“, sagt Müller. Nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, müssen Gemeinden als Sachaufwandsträger die Kosten für Gebäude, Ausstattung und Betrieb einer Kindertageseinrichtung tragen.

Waldkindergarten: „Fehlinformationen und internen Aufruhr“

Warum die Elternschaft den Schritt gegangen ist, gemeinsam zu kündigen, darüber äußern sich die Beteiligten nur vage. Der Elternteil möchte nichts dazu sagen. Auch von Seiten der Mitarbeitenden wollte man sich auf eine Anfrage von fraenkischertag.de hin nicht äußern. Angeblich hätte es zwischen Träger und Personal mindestens Unstimmigkeiten gegeben, manche sprechen von Problemen. Der Waldkindergarten führt „Fehlinformationen und internen Aufruhr“ als Grund für die Kündigungen der Eltern an. 

„Das kann die Gemeinde nicht nachvollziehen“, sagt Müller. Interne Angelegenheiten wären nicht die Sache der Gemeinde, sondern allein Sache des Trägers. „Die Gemeinde steht hinter dem Waldkindergarten“, betont der Bürgermeister. Zumindest zwischen Mitarbeitern und Eltern habe es keine Probleme gegeben, so die Sicht des Elternteils: „Die Kommunikation zwischen Eltern und Team war immer sehr gut.“

2026: Wie es für 19 Kinder und deren Eltern weitergeht

Das neue Jahr rückt immer näher. Ob sich bis dahin die Betreuung für die Eltern vom Waldkindergarten geklärt hat, ist derzeit unklar. Fest steht: Für die Eltern und deren Kinder geht es im neuen Jahr beim Waldkindergarten nicht mehr weiter.

Aus Sicht der Eltern sei „die ganze Geschichte ein riesiges Kommunikationsproblem gewesen.“ Keiner habe offen und ehrlich geredet. Auch Versuche der Schlichtung blieben erfolglos. „Wir haben uns alle zusammengesetzt und nochmal versucht, die Situation zu klären und sind sehr traurig darüber, dass man keine Lösung gefunden hat“, sagt der Elternteil. „Mit einigen Eltern sind wir in sehr gute Gespräche und Klärung gegangen und bedauern nun umso mehr, dass niemand zuvor die direkte Ansprache mit uns gesucht hat“, so der Kindergartenträger.

Gemeinde stellt neue Plätze zur Verfügung  

Ob und mit wie vielen Kinder der Waldkindergarten im nächsten Jahr weitermachen wird, ist derzeit noch unklar. „Der Waldkindergarten Wichtelglück am Standort Vestenbergsgreuth soll wieder geöffnet werden. Aktuell können wir noch nichts Konkreteres dazu sagen“, heißt es von der Geschäftsleitung.

Um Abhilfe zu schaffen, hat die Gemeinde Vestenbergsgreuth den betroffenen Eltern Plätze im Regelkindergarten ab dem neuen Jahr in Aussicht gestellt. „Die Kinder stehen nicht im Regen. Die Eltern haben sofort einen festen Platz in der Regeleinrichtung“, sagt Müller.

Wie viele Eltern das Angebot der Gemeinde annehmen werden, kann der Elternteil aktuell nicht sagen. Weil einige Eltern ihr Kind nicht in einen „Hauskindergarten“ geben möchten, würden sich derzeit viele nach anderen Betreuungsmöglichkeiten umschauen: „Für uns ist der schlechteste Fall eingetreten, der hätte eintreten können.“

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