Die „kalte Kerwa“ ist gestartet. Am Freitag, 7. November, ist die Martinikirchweih in Herzogenaurach eröffnet worden. Seit 261 Jahren, immer im November, feiert Herzogenaurach das Traditionsfest.
Martinikirchweih in Herzogenaurach: Einstimmen auf die Adventszeit ein
Heutzutage finden die Lebkuchen bereits im August den Weg in die Supermarktregale. Früher dagegen war die Martinikerwa der erste Vorbote für vorweihnachtliche Genüsse.
Viele Herzogenauracher kennen die Kirchweih noch aus ihrer Kinderzeit. Manche der Besucher erinnern sich an Karussellfahrten bei einsetzendem Schneefall in der 1970er-Jahren. Der Wunschzettel für Weihnachten wurde beim Ellwanger abgegeben, erinnert sich zum Beispiel Stefan Zenger aus Herzogenaurach.
Die Einstimmung auf die nahende Adventszeit prägt die Kirchweih auch noch heute. Man trifft sich am Freitag nach der Arbeit auf ein Glas Glühwein oder Punsch. Am Samstag über die Kerwa gehen und gebrannte Mandeln kaufen, am besten mit der ganzen Familie. Dazu braucht es nicht einmal Schnee.
Bildergalerie: So war die Eröffnung der Martinikirchweih
Kerwa in Herzogenaurach lockt Besucher aus Asien
Zur Eröffnung fand Bürgermeister German Hacker (SPD) am Freitagnachmittag lobende Worte für die Aussteller und Organisatoren. Den Mitarbeitern der Stadt, darunter Martina Heidt-Fischer und Gerd Lorenz, sei es zu verdanken, dass es auch in diesem Jahr ein reichliches Angebot für die Besucherinnen und Besucher gebe.
Den Gast mit der weitesten Anreise brachte Bernhard Schwab mit: Uli Dong Hai aus Peking (China) ist nach Herzogenaurach gereist, um die Kooperation seiner Firma mit der Berufsschule Herzogenaurach zu festigen.
Neue Aussteller in Herzogenaurach: Was Besucher erwartet
In diesem Jahr gibt es auf der Martinikirchweih neue Aussteller: von Naturkosmetik über den Franken-Fanclub, Flammkuchen und eine neue Schiffschaukel. Insgesamt können Besucher 26 Stände auf dem Marktplatz und auf der Hauptstraße entdecken. Bei einem großen Angebot an Imbiss-, Süßwaren- und Getränkestände ist für Verpflegung gesorgt. Daneben gibt es Verkaufsstände, Spielstände und Karussells.
Standbetreiber Detlev Tartsch war das letzte Mal vor fünf Jahren mit seinem Franken-Fanclub-Stand in Herzogenaurach. Seit zwanzig Jahren ist Tartsch im Geschäft. Es stellt fest, dass die Besucher etwas zurückhaltender Geld ausgäben.
Frida Prütz aus Wiesenttal bietet an ihrem Stand „Gewürze aus aller Welt“ an. Saisonbedingt ginge Lebkuchengewürz gut, außerdem die Herbstcurry-Sorten. „Pfeffer geht immer“, sagt sie. Prütz spürt die kalte Kerwa in den Knochen. Aber einen Glühwein werde sie sich bestimmt gönnen, sagt sie. Bei den Imbissgeschäften sind Schnitzelsandwich und Feuerwurst ganz vorne in der Gunst der Kunden, berichten die Betreiber.
Martinikirchweih am Sonntag: Ladengeschäfte und Outlets bleiben geschlossen
Ein Novum für die Martinikirchweih: die Firma Möbel-Fischer präsentiert am Sonntag ihr Sortiment mittels „Virtual-Reality-Erlebnis“. Sie haben einen Pop-up-Store am Marktplatz angemietet. Das eigentliche Ladengeschäft in der Rathgeberstraße muss am Sonntag geschlossen bleiben. Das gilt übrigens auch für die Outlets und Ladengeschäfte außerhalb der Innenstadt.
Von 13 Uhr bis 18 Uhr findet am 9. November der verkaufsoffene Sonntag, statt. Dabei wird, unter anderem, die Bäckerei Polster ihre Bachwaren, wie Croffles und Quarkbällchen anbieten. Die städtischen Einrichtungen und die Dienststellen im Rathaus bleiben am Kerwamontag, 10. November, geschlossen.



















