Wenn ein Haus brennt, ist der normale Impuls: Raus rennen, wenn man drin ist. Schauen, dass man weit weg kommt, wenn man draußen ist.
Ein Feuerwehrmann macht es genau umgekehrt: Er schaut, dass er so schnell wie möglich hinkommt zum Brand. Und zum Innenangriff beim Löschen oder zur Rettung von vermissten Personen rennt er rein ins brennende Haus.
Natürlich nicht einfach so. Sondern mit einem ganz besonderen Anzug, der ihn schützt. Dieser ist nicht nur wertvoll, sondern auch schwer.
Bei der Feuerwehr Bubenreuth sind 60 Schutzanzüge für die aktiven Feuerwehrleute vorhanden, die erst im Jahr 2022 komplett neu beschafft worden sind. Bei dieser Gelegenheit stieg man um von der bis dahin weithin üblichen Gestaltung der Jacken und Hosen in Schwarz mit gelben Reflektorstreifen auf die neue Farbgebung in Sandbeige.
Reinigung der Einsatzkleidung
Der Sinn des Farbwechsels: Eine bessere Sichtbarkeit der Feuerwehrleute im Einsatz zum Beispiel für Autofahrer bei Nacht. Die speziellen Jacken und Hosen schützen im Einsatz vor Feuer und Hitze.
Zusammen kosten sie rund 1100 Euro. Für die Reinigung der Einsatzkleidung nach Einsätzen und Übungen steht im Bubenreuther Feuerwehrhaus eine extragroße Profiwaschmaschine.
Ausrücken muss die Bubenreuther Feuerwehr rund 60 bis 80 Mal im Jahr, erklärt Kommandant Heinrich Herzog. Zu Einsätzen, bei denen die volle Atemschutzausrüstung benötigt wird, wird zwischen fünf und zehn Mal im Jahr alarmiert.
Die Atemschutzausrüstung wird allerdings auch dann bereits vorsichtshalber angelegt, wenn es sich „nur“ um eine Alarmierung durch eine automatische Brandmeldeanlage handelt. Dann rückt die Feuerwehr zunächst an, um nachzuschauen, was konkret passiert ist.
77.000 Atemschutzgeräteträger in Bayern
Neben der Möglichkeit eines Fehlalarms, bei dem sich herausstellt, dass es gar nicht brennt, besteht dabei auch das Risiko, dass sich bei der Exploration des Objekts hinter einer geschlossenen Tür bereits ein veritabler Brand ausgebreitet hat und alles verraucht ist. Die Tür ohne Schutzausrüstung zu öffnen und plötzlich von einer dicken Rauchwolke eingehüllt zu werden, wäre unverantwortlich.
Das Gesamtgewicht der kompletten Ausrüstung, die ein Feuerwehrmann im Einsatz trägt, beläuft sich auf rund 25 Kilogramm. Allein die Stahlflasche der Atemschutzausrüstung kommt dabei schon auf 18 Kilogramm.
Alles das ist nötig, um die Einsatzkräfte so gut wie möglich vor den Gefahren zu schützen, die ihre Tätigkeit mit sich bringt. Apropos Einsatzkräfte: In Bayern gibt es nach Angaben des Innenministeriums rund 77.000 ausgebildete Atemschutzgeräteträger, so wie René Beck aus Bubenreuth, der sich für das Foto als Model zur Verfügung gestellt hat.
Die Gesichtsmaske schützt vor Rauch und giftigen Brandgasen. Ein Mundstück versorgt den Feuerwehrmann mit Frischluft aus der auf den Rücken geschnallten Stahlflasche.
Unbezahlbares Ehrenamt
Bei Masken für Brillenträger wird die Form der Brille berücksichtigt, damit diese unter der Maske getragen werden kann. Eine einfache Maske ohne spezielle Ausformung für eine Brille kostet rund 50 Euro.
Handschuhe für den Brandeinsatz sind feuerfest. Sie schützen ihren Träger vor Verbrennungen, wenn etwa durch einen Brand heiß gewordene Türklinken gedrückt werden müssen, um eine Tür zu öffnen.
Außerdem bieten sie Schutz vor Verletzungen der Haut etwa bei der Arbeit mit der Feuerwehraxt, beim Beiseiteräumen von Hindernissen im Weg oder beim Verlegen von Schläuchen. Ein Paar kostet etwa 130 Euro.
Die Handlampe hilft dabei, dunkle Einsatzstellen auszuleuchten, zum Beispiel in Häusern, in denen der Strom ausgefallen ist, oder bei nächtlichen Verkehrsunfällen außerhalb von Ortschaften. Befindet sich in einer dunklen Ecke noch eine Person, die gerettet werden muss? Auch hier verschafft der Lichtstrahl der Lampe mitunter den rettenden Überblick für rund 360 Euro.
Das Funkgerät erlaubt dem Feuerwehrmann die Kommunikation mit dem Einsatzleiter oder den Maschinisten, die etwa die Drehleiter oder die Wasserpumpe bedienen. So kann der Einsatzleiter einen Rückzug oder ein weiteres Vordringen anordnen.
Oder der Feuerwehrmann, der im zweiten Stock eines brennenden Hauses löscht, vom Maschinisten draußen am Tanklöschfahrzeug einen höheren Wasserdruck auf dem Schlauch anfordern. Das Funkgerät hat einen Preis von rund 675 Euro.
In der Stahlflasche befindet sich Druckluft, die über Schläuche und einen Atemregler ins Mundstück der Schutzmaske geleitet wird. Allein die Stahlflasche, die auf den Rücken geschnallt wird, wiegt rund 18 Kilogramm. In Summe kostet das Atemschutzgerät 2500 Euro.
Der Helm schützt vor herabfallenden und herumfliegenden Gegenständen. So können sich bei einem Hausbrand Teile der Zimmerdecke lösen.
Bei Stürmen können Äste oder Ziegel durch die Luft fliegen. Sein Wert liegt bei 350 Euro.
Die ehrenamtliche Einsatzkraft jedoch ist unbezahlbar.
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