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Analyse: Franken im Vergleich
Erlangen-Höchstadt: Hier gibt es Spitzeneinkommen in Bayern
Im Freistaat ist die Zahl der Einkommensmillionäre gestiegen. Das gilt auch für Erlangen-Höchstadt.
Im Freistaat ist die Zahl der Einkommensmillionäre gestiegen. Das gilt auch für Erlangen-Höchstadt. // Collage: Fränkischer Tag
Erlangen-Höchstadt – Noch ein Spitzenranking in Sachen Geld für Erlangen-Höchstadt: Wer hier lebt, hat mit das höchste Einkommen in ganz Bayern. Wie Erlangen-Höchstadt im Vergleich zu seinen Nachbarkreisen abschneidet.

Steigende Preise bei Lebensmitteln, Energie und Mieten – nicht immer kann das Einkommen bei diesen Entwicklungen mithalten. In Bayern hat sich das verfügbare Einkommen von Privathaushalten in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel erhöht. Zu diesem Ergebnis kam jüngst das Bayerische Landesamt für Statistik.

Genauer gesagt: Auf Basis von Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ konnte festgestellt werden, dass das private Einkommen der Haushalte je Einwohner in Bayern in der Dekade von 2013 bis 2023 nominal um 36,3 Prozent gewachsen ist.

Bisher kann sich Erlangen-Höchstadt nicht nur über eine beachtliche Zahl von Einkommensmillionären freuen, sondern auch als Heimat der Besserverdiener Deutschlands fühlen. Wie dieser Vergleich der Regionen zeigt, gehört der Landkreis Erlangen-Höchstadt auch zu den Spitzenreitern in Bayern, in denen die Einkommen am stärksten gewachsen sind. 

Einkommen: der Landkreis Erlangen-Höchstadt im Bayernvergleich

Den jüngsten Zahlen nach hatte ein privater Haushalt im Jahr 2023 je Einwohner in Bayern rund 31.500 Euro Einkommen zur Verfügung. Zehn Jahre zuvor betrug das Einkommen mit rund 23.100 Euro noch 8.400 Euro weniger. Im Vergleich zum Bayerndurchschnitt liegt das Einkommens-Niveau in Erlangen-Höchstadt höher. Ein Einwohner eines Privathaushalts in Erlangen-Höchstadt hatte 2023 ein verfügbares Einkommen von etwa 37.100 Euro. Das ist circa 5.600 Euro höher als das durchschnittliche Einkommen im Freistaat.  Bei dem ermittelten Einkommen handelt es sich um Durchschnittswerte. 

Wie hängen Einkommen und Wohlstand zusammen? 

Bei dem angegebenen Wert zum Einkommen weist das nominale Ergebnis, das nicht preisbereinigt ist. Das "verfügbarem Einkommen" wird als Maß für den monetären Wohlstand der Bevölkerung berechnet. Bei regionalen Wohlstandsvergleichen ist jedoch zu beachten, dass auch die Unterschiede bei den regionalen Preisen berücksichtigt werden müssten, so der Hinweis des Bayerischen Landesamts für Statistik. Verfügbare Einkommen meint das Geld, das nach allen Steuern, Sozialabgaben, aber auch nach Erhalt von staatlichen Leistungen wie Rente, Kindergeld oder Arbeitslosengeld tatsächlich zum Ausgeben oder Sparen bleibt. Es zeigt Einkommen nach dem kompletten staatlichen Umverteilungsprozess.

Privathaushalte: So hat sich das Einkommen im Landkreis entwickelt:

Innerhalb eines Jahrzehnts ist das verfügbare Einkommen in Erlangen-Höchstadt je Privathaushalt-Einwohner um etwa 12.800 Euro auf rund 37.100 Euro gestiegen. Im Jahr 2013 lag der Wert bei etwas über 24.300 Euro.

Mit einer Steigerung von 53,6 Prozent in zehn Jahren stehen Bürgerinnen und Bürger aus Erlangen-Höchstadt vergleichsweise gut da. Denn nur in drei bayerischen kreisfreien Städten oder Landkreisen haben die Einkommen stärker zugenommen: Im Landkreis Tirschenreuth nahm das Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte von 2013 bis 2023 um 56,8 Prozent, in Wunsiedel um 57,4 Prozent und in Rhön-Grabfeld sogar 75,6 Prozent zu.

Erlangen-Höchstadt unter den Top Ten in Bayern

Die Treppchen-Plätze in Sachen Einkommen finden sich südlicher auf der bayerischen Landkarte. Nicht weiter verwunderlich, liegen hier die üblichen Verdächtigen, auf den vorderen Plätzen: Im Landkreis Starnberg, mit dem Starnberger See als Wahlheimat vieler deutscher Promis, liegt das verfügbare Haushaltseinkommen je Privatperson mit 44.700 Euro am höchsten in Bayern. 

Dem folgen der Landkreis Miesbach (rund 40.500 Euro), der Landkreis München (rund 39.100 Euro) und die Stadt München (rund 38.200 Euro). Auf Platz fünf im Bayernvergleich folgt dieser eine mittelfränkische Landkreis Erlangen-Höchstadt mit etwa 37.100 Euro im Jahr 2023.

Einkommen in Forchheim, Bamberg, Erlangen: So schneiden die Nachbarn ab

Beim Blick in die unmittelbare Region ist das Pro-Kopf-Einkommen privater Haushalte in Erlangen-Höchstadt vergleichsweise hoch. So hatten Einwohner in Erlangen-Höchstadt im Jahr 2023 rund 4.600 Euro mehr als der zweitstärkste Landkreis Fürth (2023: rund 32.500 Euro). Im Landkreis Forchheim liegt das Einkommen mit rund 30.800 Euro nur etwas höher als in der Stadt Erlangen mit rund 30.100 Euro. Die Nachbarn mit dem geringsten verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommen im Jahr 2023 sind die Stadt Bamberg (etwa 27.800 Euro) und die Stadt Nürnberg (rund 27.200 Euro).

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Beim Einkommensvergleich war außerdem auffällig, dass es in Bayern Unterschiede zwischen Landkreisen und Städten zu geben scheint. Obwohl das Einkommen in den Landkreisen stärker wachse, sei das einwohnerbezogene Einkommen in den kreisfreien Städten auch im Jahr 2023 mit 32.000 Euro noch immer höher als in den Landkreisen mit rund 31.300 Euro. 

Schlusslichter Landkreis Coburg und Stadt Hof

Trotzdem findet sich unter den Top Ten in Bayern keine kreisfreie Stadt. Unter den zehn Kreisen mit den niedrigsten Einkommenszuwächsen befinden sich hingegen gleich sieben kreisfreie Städte. Von allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern ist das Einkommen im Landkreis Coburg mit rund 18 Prozent in zehn Jahren am geringsten gewachsen.

Ähnlich schaut es beim Blick auf die niedrigsten verfügbaren Einkommen der Privathaushalte pro Einwohner im Jahr 2023 aus: Hier sind gleich fünf fränkische Städte vertreten: Bayreuth (rund 27.500 Euro), Nürnberg (rund 27.700 Euro), Ansbach (27.000 Euro), Schweinfurt (rund 26.000 Euro). Das geringste verfügbare Einkommen in Bayern lag 2023 bei 25.503 Euro für die Stadt Hof. 

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