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Verdienen Sie genug?
Der große Gehalts-Check: Erlangen bleibt das Verdienstmekka
Sagen Sie mir, wo Sie wohnen und ich sage Ihnen, was Sie verdienen - mit der großen FT-Gehaltsanalyse für Franken.
Sagen Sie mir, wo Sie wohnen und ich sage Ihnen, was Sie verdienen - mit der großen FT-Gehaltsanalyse für Franken. // Illustration: Franziska Schäfer
Landkreis Erlangen-Höchstadt/Erlangen – Die Stadt Erlangen bietet das dritthöchste Medianeinkommen in Deutschland. Große Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den Geschlechtern, wie unser Gehalts-Check für Franken zeigt.

Über Geld spricht man nicht. So heißt es. Und doch tun es alle, manchmal offen, meist hinter vorgehaltener Hand. Das verwundert kaum, bestreiten doch die allermeisten Menschen ihren Lebensunterhalt durch Löhne und Gehälter. Und weil die Lohnpolitik in Deutschland nicht durch den Staat vorgenommen oder bestimmt wird, sondern von den Arbeitgebern und Gewerkschaften, variieren die Entgelte mitunter stark.

Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Die Statistiker der Arbeitsagentur für Arbeit bedienen sich zur Darstellung der Gehaltsunterschiede dem mittleren Einkommen, also dem Medianeinkommen. In Bayern beträgt dieses demnach aktuell 3948 Euro brutto im Monat. Median bedeutet, dass es genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen gibt. Anders ausgedrückt, wie es das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung (DIW) erklärt: „Würde man die Bevölkerung nach der Höhe ihres Einkommens sortieren und zwei gleich große Gruppen bilden, würde die Person, die genau in der Mitte dieser Verteilung steht, das Medianeinkommen beziehen“.

Übrigens gilt hierzulande laut dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung als (einkommens-)reich, wer das doppelte des Netto-Medianeinkommens verdient. Das liegt demnach bei 1947 Euro (Alleinverdiener, ohne Kinder), ab 3894 Euro netto gilt man als einkommensreich.

Die Höhe des Einkommens wird von vielen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von der Art des Abschlusses, dem Alter oder noch immer dem Geschlecht. Aber auch regional gibt es teils große Unterschiede.

Auffällig ist, dass vor allem Städte und Landkreise mit den sogenannten Global Playern in den modernen Schlüsseltechnologien weit vorn liegen bei den hohen Gehältern. So verdienen beispielsweise mehr als ein Drittel der gut 60.000 Vollzeitbeschäftigten in der Stadt Erlangen mehr als 6000 Euro Brutto im Monat. In keiner anderen Region ist der Anteil dieser hohen Gehälter so markant zu spüren wie Erlangen. Weit dahinter folgen die Landkreise Erlangen-Höchstadt und die Stadt Schweinfurt auf den Plätzen zwei und drei.

Doch Erlangen führt auch die Regionen darin an, dass Frauen vor allem in der höchsten Gehaltsgruppe ab 6000 Euro im Vergleich zu den Männern stark unterrepräsentiert sind. Dass noch immer viel mehr Frauen in Teilzeit arbeiten (siehe unten), wirkt sich auf diese Zahlen hier nicht aus, weil für deren Auswertung nur Vollzeitstellen hergenommen worden. Deutlich: Je geringer die Gehaltskategorie, desto höher steigt der Frauen-Anteil. Das liegt oft daran, dass Frauen häufiger in sozialen Berufszweigen arbeiten, die vor allem im Vergleich zur Industrie oft schlechter bezahlt sind.

Das Alter spielt – wenig überraschend – ebenso eine Rolle. Auch dabei zeigt sich wieder ein Gefälle zwischen Stadt und Landkreis. So verdient in Erlangen schon mehr als jeder vierte Mensch unter 25 Jahren mindestens 4000 Euro brutto, im Landkreis ist es nur jeder Fünfte. Gleichzeitig verteilen sich die Gehaltshöhen im Landkreis bei den über 55-Jährigen relativ gleichmäßig, während in der Stadt Erlangen mehr als die Hälfte in dieser Altersgruppe mehr als 6000 Euro verdienen.

Wer einer Tätigkeit ohne Berufsabschluss nachgeht, muss den vorliegenden Daten zufolge mit Gehaltseinbußen leben. Zwar gibt es statistische Ausreißer, aber die Botschaft ist klar: Sowohl Ausbildung als auch Studium lohnen sich (neben vielen anderen Punkten) auch und vor allem finanziell. Vor allem in den höchsten Gehaltsklassen dominieren akademische Abschlüsse, ansonsten bringt mindestens eine Ausbildung immer häufiger mehr Geld ein als keine.

Was all diese Statistiken jedoch nicht abbilden, ist die Tatsache, dass immer noch viel mehr Frauen in Teilzeit arbeiten als Männer. Zwar ist dieser Anteil frankenweit nirgends so niedrig wie in Erlangen-Höchstadt, Erlangen und Fürth (je knapp unter 50 Prozent), aber noch immer viel höher als der der Männer. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt arbeitet beispielsweise nur einer von zwölf Männern in Teilzeit. Weil Teilzeitbeschäftigte beispielsweise seltener in Führungspositionen aufrücken, verdienen die in der Regel weniger.

Zwar würden für Zufriedenheit im Job der aktuellen Studie „Attracting Talent 2024“ der digitalen Recruiting-Plattform The Stepstone Group und dem Kienbaum Institut @ ISM für Leadership & Transformation zufolge viele Faktoren zählen, so sei in jungen Jahren das Thema Selbstverwirklichung wirklich, in der späteren Karrierephase kämen soziale Aspekte hinzu. Aber aus den Befragungen von 8400 Arbeitnehmern in Deutschland schließen die Studienmacher, dass Gehalt unabhängig von Alter oder Beruf zentral für die Attraktivität einer Position bleibe.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde erstmals am 25. September 2024 veröffentlicht.

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