Im Dezember besuchte eine Gruppe ukrainischer Kinder die Stadt Höchstadt. Für sechs Schüler der Mariia-Prymachenko-Kunst-Schule erfüllte sich ein großartiger Weihnachtswunsch, dank der tatkräftigen Unterstützung des Höchstadter Bürgermeisters Gerald Brehm sowie Sponsoren des hiesigen Lions Clubs, Rotary Clubs und der Firma Martin Bauer aus Vestenbergsgreuth. Die Reise der Kinder verband kulturelle und humanitäre Ziele.
Ukrainische Kinder aus Iwankiw entdecken Höchstadt
Während des Aufenthalts wurde ein vielfältiges Programm realisiert, das Besuche von Museen und Städten, das Kennenlernen der Geschichte, der Traditionen und der Kultur des Gastlandes sowie die Möglichkeit von Plein Air umfasste, jener künstlerischen Technik, in der freien Natur zu malen. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, in ihren Arbeiten das architektonische Erbe, die Atmosphäre sowie die aufrichtigen Emotionen der Gastfreundschaft und Fürsorge darzustellen, mit der sie empfangen wurden, erläuterte die Direktorin der Mariia-Prymachenko-Kunst-Schule, Karolina Zabolotna.
Für Kinder aus Ukraine: Lions Club Höchstadt hilft bei Reise nach Höchstadt
An der Organisation und Durchführung dieser Reise waren zahlreiche deutsche und ukrainische Ehrenamtliche beteiligt. Die ukrainische Gruppe bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten. Viele von ihnen verbrachten täglich mehr als zwölf Stunden mit der Gruppe, was eine Herausforderung darstellte, da die Kinder ausschließlich Ukrainisch sprechen. Die ehrenamtlichen Kräfte waren zugleich als Fahrer und Begleitpersonen tätig, teilten die Freude an den Ausflügen mit den Kindern, machten ihnen Geschenke und unterstützten die Organisatoren sowie die Lehrkräfte.
Den Besuch als gemeinschaftliches Projekt umzusetzen, war Bürgermeister Gerald Brehms Vorschlag. „Als Bürgermeister der Stadt Höchstadt freut es mich außerordentlich, dass wir als Stadtverwaltung im Rotary Club, im Lions Club und in der Firma Martin Bauer Partner gefunden haben, mit denen wir gemeinsam dieses Projekt fördern und letztlich realisieren konnten.“ Die Stadt Höchstadt unterstütze seit Jahren die Zusammenarbeit mit der Ukraine durch den Ukraine-Helferkreis. „Da wir eine verbriefte Stadt des Friedens sind, die diese Gesinnung im Jahr 2003 anlässlich der 1000-Jahr-Feier im Rahmen einer Friedenserklärung unterschrieben und proklamiert hat, begrüßen wir Aktivitäten wie diese sehr. Solche Projekte sind letztlich immer auch ein kleines Zeichen des Friedens.“
Martin Bauer fördert Projekte in der Ukraine
Die Zusammensetzung der ukrainischen Schülergruppe wurde bewusst gewählt. Alle Teilnehmenden hatten bereits an früheren Ausstellungen mitgewirkt, die 2023 und 2024 sowohl in Höchstadt als auch in Erlangen gezeigt wurden, und Arbeiten mit Motiven aus Höchstadt geschaffen.
Begleitet wurden die jungen Künstlerinnen und Künstler von einem Lehrer, der seit über 20 Jahren an der Schule tätig ist. „Für mich war diese Reise eine echte Entdeckung Frankens und das schönste Geschenk meines Lebens, da ich bereits als Schüler Deutsch gelernt und Kontakt zu deutschen Familien hatte. Ein Kindheitstraum kehrte zurück, als unsere Schule das humanitäre Projekt mit Höchstadt umsetzte. Im Rahmen der ersten Ausstellungen erzählte ich den ukrainischen Kindern viel über Deutschland – für alle Teilnehmenden war es die erste Reise in dieses schöne Land“, berichtete Yurii Yanshaev.
Die Firma Martin Bauer wurde zu einem der Sponsoren des Projekts: „Die Firma Martin Bauer unterhält unternehmenswirtschaftliche Aktivitäten in der Ukraine, und daraus resultierend haben wir uns das Ziel gesetzt, in den jeweiligen Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten, kulturelle und soziale Projekte zu fördern. Unsere Firma hat ihre ukrainische Niederlassung in Zhytomyr und arbeitet seit 1995 mit einer dortigen Firma zusammen“, sagte Adolf Wedel von Martin Bauer.
Schüler aus der Ukraine besuchen Bamberg und Erlangen
Die ukrainische Gruppe hatte einen straffen Tagesablauf. Die Schülerinnen und Schüler besuchten neben Höchstadt vor allem Erlangen, aber auch Nürnberg und Bamberg. Abends kehrten sie zu ihren Gastfamilien zurück. Am Ende der Reise schufen die jungen Künstler 13 Werke und erhielten in der Kulturfabrik die Gelegenheit, über sich und ihr künstlerisches Schaffen zu berichten. Über die Geschichte der Städte erzählte den Kindern die ukrainische Reiseleiterin Olena Denysenko von der Initiativgruppe Spilnota.nbg.
„Spilnota ist ein Zusammenschluss ukrainischer Ehrenamtlicher, die sich nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine hier in Deutschland zusammengefunden haben. Spilnota.nbg unterstützt ukrainische Geflüchtete und leistet zudem humanitäre Hilfe für das Militär in der Ukraine. Darüber hinaus helfen wir den Flüchtlingen bei der Integration. Zu diesem Zweck wurden ein deutschsprachiger Konversationsclub sowie verschiedene Beratungsangebote zu Fragen der Arbeitssuche oder der beruflichen Selbstständigkeit eingerichtet“, erklärte Olena Denysenko.
Sie ist Historikerin. In Kiew arbeitete sie im Nationalmuseum für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. In Deutschland führt sie Führungen für Ukrainerinnen und Ukrainer durch, vermittelt historisches Wissen und macht sie mit Deutschland vertraut. Die Kinder sind wohlbehalten nach Iwankiw zurückgekehrt und werden nun in ihrer Heimatstadt weiterhin Bilder der Städte Frankens malen. Nach der Reise äußerten die Schülerinnen und Schüler den Wunsch, Deutsch zu lernen, um auch weiterhin mit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Höchstadt kommunizieren zu können. Diese Reise wurde zu einem erfolgreichen Beispiel für eine aufrichtige Begegnung zweier Städte in zwei Ländern durch Kultur, Gastfreundschaft und gegenseitigen Respekt.
















