Volkstrauertag
Ukraine-Krieg zeigt: Gedenktag bleibt wichtig
Vikar Frederik Heid (links) und der katholische Stadtpfarrer Michael Pflaum gestalteten die Feier.
Vikar Frederik Heid (links) und der katholische Stadtpfarrer Michael Pflaum gestalteten die Feier.
Foto: Manfred Welker
F-Signet von Dr. Manfred Welker Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag wurden musikalisch vom Volkschor sowie der Bläserphilharmonie der Stadtjugendkapelle umrahmt.

Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag vor der Marienkapelle wurden in diesem Jahr musikalisch vom Volkschor sowie der Bläserphilharmonie der Stadtjugendkapelle umrahmt.

Außerdem nahmen Fahnenabordnungen der Kolpingsfamilie Herzogenaurach, der KAB, des Katholischen Deutschen Frauenbunds, der Feuerwehr und der Kriegsheimkehrer (VdH) teil. Anwesend waren Seelsorgebereichsräte und Kirchenräte der Herzogenauracher Pfarreien, als Vertreter der Kommune Zweiter Bürgermeister Georgios Halkias und Stadträte.

Am Volkstrauertag waren Fahnenabordnungen vertreten.
Am Volkstrauertag waren Fahnenabordnungen vertreten.
Foto: Manferd Welker

Die kirchliche Gestaltung hatten Stadtpfarrer Dekan Michael Pflaum für die katholische Stadtpfarrei und Vikar Frederik Heid für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde übernommen.

Wer stoppt den Wahnsinn?

Der Vorsitzende des VdK, Karl Heinz Schneider, würdigte die Bedeutung des Tages. Der Krieg in der Ukraine rufe ihn wieder unser Bewusstsein zurück. „Wer kann diesen Wahnsinn stoppen?“, fragte sich Schneider. Es gelte aller Opfer von Krieg und Vertreibung aber auch der Opfer von Corona, Naturkatastrophen wie auch der verstorbenen Mitglieder zu gedenken.

Pflaum und Heid würdigten das Engagement der Anwesenden. Für viele Bürger stelle sich die Frage, ob dieser Gedenktag noch nötig sei. Noch vor einem Jahr sei ein Krieg in Europa undenkbar gewesen. Für Pflaum hätte Jesu mit seinen apokalyptischen Prophezeiungen keinen Friede auf der Erde verheißen. Dagegen sei der Wunsch auf Frieden und Gerechtigkeit auf Erden bei den Menschen latent vorhanden.

Die Geistlichen sprechen zu den Gläubigen vor der Marienkapelle.
Die Geistlichen sprechen zu den Gläubigen vor der Marienkapelle.
Foto: Manfred Welker

Für den Theologen Karl Rahner glaube der adventliche Mensch, dass Gott alles zum Besten bringen wird. Das Fazit der Christen müsse daher sein  „Ich tu mein Bestes um die Not zu lindern, ich verzweifle auch nicht, denn die letzte Heilung schafft Gott an uns“, sagte der katholische Pfarrer. Die Fürbitten trugen Pflaum und Heid gemeinsam vor.

Wieder Tod und Leid in Europa

Im letzten Jahr sei ein militärischer Konflikt in Europa noch undenkbar gewesen, sagte zweiter Bürgermeister Georgios Halkias. Jetzt herrsche Krieg in der Ukraine, die stabile Nachkriegsordnung wurde verletzt, es gebe Tod und Leid. Das Musikstück „Ich hatt' einen Kameraden“, das Ludwig Uhland 1809, inmitten der Napoleonischen Kriege gedichtet hatte, intonierte die Stadtjugendkapelle. Die beiden Geistlichen, Schneider für den VdK und Bürgermeister Halkias gedachten mit einer Kranzniederlegung vor den Steinkreuzen für die Opfer der drei großen Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts der Verstorbenen.

Dank der Stadt

Als Repräsentant der Stadt bedankte sich Halkias bei den Anwesenden von VdK, Liederkranz, Stadtjugendkapelle, Feuerwehr, KAB, Kriegsheimkehrer, Schlesier und Kolping für die Teilnahme an der Feierstunde, bevor er diese beendete. Der Volkschor trug das Lied „Dona nobis pacem!“ als Kanon zum Abschluss vor.

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