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Junge Unternehmer in Adelsdorf
Zwei Geschwister gründen mobile Cocktailbar Flavor Factory
Ein eingespieltes Team: Annika und Oliver Fischkal aus Adelsdorf vertrauen sich blind.
Ein eingespieltes Team: Annika und Oliver Fischkal aus Adelsdorf vertrauen sich blind. // Schnake
Signet des Fränkischen Tags von Britta Schnake
Adelsdorf – Die Geschwister Oliver und Annika Fischkal holen sich weltweit ihre Mix-Inspirationen, um in Adelsdorf die passenden Getränke servieren zu können. Ein Traum blieb Oliver Fischkal jedoch bislang noch unerfüllt.

Corona haftet definitiv ein negatives Image an. Dass es aber auch als Initialzündung dienen kann, um zwei Unternehmen aus der Taufe zu heben, beweisen die Adelsdorfer Geschwister Oliver und Annika Fischkal. Sie sind die Inhaber der „Flavor Factory“, einer mobilen Cocktailbar für Veranstaltungen und Events und seit Neuestem der Firma EvCo-Fischkal, welche die komplette Planung von Events übernimmt. „Damit die Welt etwas besser schmeckt“, wie die beiden sich auf die Fahne geschrieben haben.

„Alles begann in Corona-Zeiten, wo man nicht feiern konnte“, erinnert sich Oliver. „Ich bin ein geselliger Mensch, der gern feiert. Nach der Pandemie war alles auf Null. Da dachte ich: Was kann ich dazu beitragen?“ Die Idee einer mobilen Cocktailbar war geboren. Der 23-jährige stürzte sich aber nicht blind in das Ungewisse. Im März 2023 begann er seine vierwöchige Ausbildung an der European Bartender School, welche auf der ganzen Welt Niederlassungen hat.

Tom Cruise gibt Inspiration für Flavor Factory

Oliver entschied sich für Kapstadt. Wer glaubt, dass das ein Spaziergang war für den jungen Mann, wird schnell eines Besseren belehrt: „Um 9 Uhr ging es los, den ganzen Tag, wir mussten 100 Cocktails auswendig lernen, aber nicht so einfache, sondern mit bis zu zehn Zutaten. Jeden Morgen gab es einen Test über das, was man am Vortag gelernt hat.“ Am Ende gab es eine Prüfung und ein Zertifikat. „Es ist nicht so, dass man das locker flockig mit heimnimmt.“

Von den 20 Teilnehmern, hätten ein paar schon vor dem Ende die Segel gestrichen, drei seien gar durchgefallen. Oliver hat mit einer 2+ abgeschnitten. „Ich hätte auch eine 1 geschafft, wenn ich auf die eine oder andere Party verzichtet hätte“, lacht er. Auch einige Tricks habe er gelernt, mussten sie doch bei der Prüfung auch eine Show ablegen, wie der junge Mann erläutert. „Der Film ‚Cocktail‘ mit Tom Cruise ist perfekt, um sich Inspiration zu holen.“

Schwester schneidet Reels für Instagram

Schwester Annika geht den gleichen Weg wie ihr Bruder und wird von Ende April bis Ende Mai in New York ihre Ausbildung machen. „Oliver hat mich mitgerissen“, sagt die 20-jährige. „Allein dass ich hier sagen kann, ich bin Mitgesellschafter, ist schon toll.“ Auch Schwester Elena ist involviert. Sie schneidet die Reels, die Videos auf Instagram.

Natürlich haben die beiden auch noch ihre Brotberufe. So arbeitet Oliver als Elektriker bei den Barmherzigen Brüdern in Gremsdorf, Annika als Verwaltungsfachangestellte im Erlanger Landratsamt. „Dennoch, wir leben unseren Traum“, sagt Oliver. „Wir lernen jede Woche neue Leute kennen, es öffnen sich andauernd Türen in jede Menge Richtungen und auf einmal steht man beim FCN in der VIP-Lounge. Wir lernen Caterer und Musiker kennen. Ein Zahnrad greift ins andere und macht die Sache groß. Und wenn man dann noch damit Geld verdient, ist das doch super.“

Von der mobilen Cocktailbar zum eigenen Club

Momentan fließt jeder verdiente Cent in das Unternehmen der bodenständigen und reflektierten Geschwister, deren „Base“ sich im Adelsdorfer Schloss befindet. Olivers größter Traum wäre ein eigener Club. Als Techno-Fan hat er sich beim Techno-Club „Tresor“ in Berlin beworben, als dort die Möglichkeit zur Ausbildung zum Clubmanager geboten wurde. „Ich kam unter die letzten zehn im Auswahlverfahren“, berichtet Oliver stolz. Mag er es letztlich nicht geschafft haben, so hat er doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Sie haben mir geraten, dranzubleiben.“

Doch ein Club in Adelsdorf? Diese Frage stellt sich Oliver nicht: „Wir haben ein großes Clubsterben im ländlichen Bereich, ich bin schon der Meinung, dass man im ländlichen Bereich mit einem guten Club Menschen locken kann.“ Die beiden legen bei ihren Drinks und Cocktails viel Wert auf Bio-Produkte, die sie lokal beziehen. Bei ihnen komme auch kein „Billig-Fusel“ ins Glas, sondern qualitativ hochwertige Spirituosen. „Wir sind eine hochwertige Bar, da müssen die Spirituosen passen“, unterstreicht Annika. Auf dem Weihnachtsmarkt haben sie auch eigene Kreationen präsentiert aus Mandarinensaft, Kokosmilch und Honigsirup.

Kein Alkohol für Gründer von Flavor Factory

Und wie steht es selbst mit dem Feiern? Oliver lacht: „Seit ich die Cocktail-Bar habe, habe ich noch nie so wenig getrunken, wie jetzt. Ich konzentriere mich auf das Drinks machen statt Drinks zu trinken.“ Und seine Schwester sagt: „Man kann sich das auch gar nicht erlauben, zu trinken, wenn man hinter der Bar steht.“

Hochzeiten begleiten die beiden ja schon länger, seit diesem Jahr aber bieten sie auch freie Trauungen an mit allem Drum und Dran wie Traubogen, Equipment, Bestuhlung, Hochzeitssänger, Fotografen und Trauredner. „Ich sag immer, ich bin Weddingplaner“, berichtet Oliver. „Es macht Spaß, Events von A-Z zu organisieren. Wir sind auf einer spannenden Reise und lernen viele Menschen kennen. Das macht das Leben lebenswert.“

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