Kürzlich präsentierte „Santiago’s Kitchen“ rund 60 Gästen die neue Kochschule am Forstacker 7 in Röttenbach. Die Location in der ehemaligen Videothek ist auch ideal für Firmeveranstaltungen oder kleinere private Veranstaltungen.
Bei dem geselligen Get-together wurden kleine Häppchen präsentiert, die die Küche von „Santiago’s Kitchen“ widerspiegeln. Oft wirft man jungen Menschen Planlosigkeit vor, wenn es um die Zukunftsplanung geht.
Für Santiago Estrada Lozano (27) war es genau andersherum. Stillsitzen kam nie infrage. Der Erlanger mit kolumbianischen Wurzeln hatte sich nach der Fachoberschule (FOS) dem Tourismusmanagement im dualen System gewidmet und war danach dreieinhalb Jahre im Vertrieb tätig.
„Über die Tourismusbranche hatte ich die Möglichkeit, viele Länder und Orte kennenzulernen und darüber hinaus auch das breite Spektrum zu erleben. Von den einfachsten Streetfood-Küchen bis hin zu den besten Hotels und Küchen“, verrät der Jungunternehmer.
„Meine kulinarische Neugierde und Weltoffenheit hat mich immer angetrieben und mir enorm bei der Entwicklung meines eigenen Küchenstils geholfen“. Mittlerweile kann er auf 13 Jahre Gastronomieerfahrung zurückblicken und ist sehr dankbar, diese Leidenschaft im Beruf ausleben zu können.
Eine gastronomische Ausbildung im klassischen Sinn kann Lozano nicht vorweisen. Er hat sich alles selbst erarbeitet – Learning by doing.
Dabei lässt er sich auch gern von namhaften Küchenchefs inspirieren und begeistern.
„Die verschiedenen Charaktere, Lebenswege und der Grund, wer sie heute sind, hat mich immer mehr begeistert, als zu wissen, wie das Gericht zubereitet wird. Interessanter finde ich die Frage über die Entstehung und Gedanken zu dem jeweiligen Gericht“, erläutert er.
Seine größten Inspirationen sind Nobu Matsuhisa, Virgilio Martínez, Massimo Bottura, Ferrán und Albert Adria, Ottolenghi und das Restaurant „Noma“ aus Kopenhagen. Für seine Kreationen versucht Lozano aus jedem Produkt das Beste herauszuholen und den Gerichten das gewisse Etwas zu geben.
Die Kompositionen sind allesamt besonders und man erlebt die ein oder andere Geschmacks-Explosion. „Ich versuche Aromen zu kombinieren, die es so in der Form noch nicht gab. Ich möchte mit meinen Gerichten ein emotionales Erlebnis oder besondere Erinnerungen hervorrufen“, so der leidenschaftliche Koch.
Dabei fing alles ganz „klein“ an. In der Pandemie hatte Lozano die Idee von einem Foodtrailer.
Foodtrailer in Dechsendorf
Er wollte die Menschen gern mit leckeren und frisch gekochten Gerichten verwöhnen. Im Juli 2020 setzte er dieses Vorhaben dann erfolgreich um und eröffnete den Foodtrailer in Dechsendorf.
Aber Stillstand ist für den Jungunternehmer undenkbar. Immer wieder kamen neue Ideen hinzu.
Eine ließ ihn nie los: eine eigene Kochschule und Eventlocation. Ein Instagram-Aufruf brachte die heutigen Geschäftspartner Santiago Estrada Lozano (27) und John Fröhlich (49) zusammen.
Und dann kam eins zum anderen. John Fröhlich, ein Projektmanager, der in Röttenbach verwurzelt ist, lernte bei einem Spaziergang den Eigentümer der ehemaligen Videothek in Röttenbach kennen.
Ehemalige Videothek umgebaut
Die leerstehende Immobilie war eigentlich genau das, wonach das Duo gesucht hatte. Schnell machten sie Nägel mit Köpfen. Der Umbau des Gebäudes dauerte rund sechs Monate und am 1. Juli wurde mit dem Einzug begonnen.
„Das Ambiente der Kochschule war uns sehr wichtig. Es sollte eine stilvolle Wohlfühlatmosphäre entstehen. Daher haben wir uns für die grauen Böden und Möbel in Kombination mit den goldenen Accessoires entschieden. Dazu setzen viele Kerzen und liebevoll ausgesuchte Details Akzente“, so Fröhlich.
Das sogenannte Soft-Opening war eine ideale Gelegenheit, den Gästen aus Röttenbach und Umgebung die neue Kochschule zu präsentieren. „Wir wünschen uns, hier viele Genussmomente mit unseren Gästen zusammen zu feiern“, so der 49-Jährige.
Cevice und Tapas
Die Genussmomente bei dem Soft-Opening waren deutlich spürbar. Die Häppchen fanden bei den Gästen großen Anklang.
Der erste Kochkurs startet am 26. Oktober unter dem Motto „Cevice & Tapas“. „Wir möchten mit unserer Vision der Kochevents- und Kurse eine Plattform für den gemeinsamen Genuss und die Wertschätzung von besonderen Zutaten, die Zubereitung köstlicher Speisen und Wissensvermittlung sowie das Zusammenkommen aufgrund derselben Werte schaffen“, so der 27-Jährige Lozano.
Die Kochschule kann zudem für Businessevents, Offside-Meetings oder Teambuildings exklusiv gemietet werden. Ab Ende Oktober 2023 wird es zudem an ausgewählten Tagen in der Kochschule eine Art „lockeres Restaurant“ geben.
„Wir möchten mit unseren Gästen einen Übergang ins Wochenende schaffen und haben zwischen 11 und 16 Uhr geöffnet“, so John Fröhlich.
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